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Sonstige

Mercedes Freightliner

Montag, 15. Jun. 2015

Nevada, 15.06.2015: Mercedes geht bei der Entwicklung autonom fahrender Schwerlast-LKW einen wichtigen Schritt voran. In den USA erhalten zwei „Freightliner Inspiration Trucks“ mit dem von Mercedes entwickelten „Highway Pilot“ eine Straßenzulassung.

Hier bekommt ein Gladiator sein neues Schild. In Nevada in den USA wird er unterwegs sein. Denn nur hier darf er sich frei bewegen.

Und das ist der Koloss, um den es geht. Der Freightliner Inspiration Truck mit dem von Mercedes entwickelten „Highway Pilot“ zum autonomen Fahren.

MartinZeilinger; Daimler Trucks:

„Als Ergänzung zu unserem Mercedes Benz Future-Truck 2025, den wir letztes Jahr in Deutschland vorgestellt haben, haben wir hier ein Ereignis mit amerikanischen Fahrzeugen, mit Freightliner Fahrzeugen, und wir fahren auf öffentlichen Straßen. Das ist weltweit die erste Zulassung eines Heavy-Duty Trucks für öffentliche Straßen für autonomes Fahren.“

Dieser Truck ist einer von zweien, die in Nevada als selbstlenkende LKW auf dem Highway im normalen Verkehr unterwegs sein dürfen. Er ist ein Prototyp. Mit ihm will Mercedes das autonome Fahren im Fernverkehr zur Serienreife entwickeln.

In Deutschland liefen dazu im vergangenen Jahr erste Tests auf einem gesperrten Autobahn-Abschnitt. Danach hat Mercedes den Highway Pilot auf 16.000 Kilometern Teststrecke weiter erprobt und ihn für den Einsatz auf amerikanischen Highways konfiguriert. Der Freightliner Inspiration Truck basiert auf dem US.Serienmodell „Freightliner Cascadia Evolution“, der um das Highway-Pilot-System erweitert wurde.

MartinZeilinger; Daimler Trucks:

„Die Sensorik besteht aus der Stereo-Kamera, die brauchen wir, um die Spurmarkierungen der Straße zu erfassen, das ist unsere Leitlinie. Und wir haben die Radarsensoren an der Front des Fahrzeugs, um den Abstand zum Vordermann ermitteln zu können. Und wir haben Schnittstellen zum Antriebsstrang, zur Bremse und zur Lenkung für die Querführung des Fahrzeugs, um das autonome Fahren zu ermöglichen.“

Kameras ermöglichen dem Fahrer auch einen kompletten Blick um das Fahrzeug herum. Aktiviert er den Highway-Pilot, übernimmt das Fahrzeug die Lenkung. Aktuell ist das bei Geschwindigkeiten bis 60 Meilen pro Stunde möglich. Das Fahrzeug meldet sich, wenn es – zum Beispiel in einer Baustelle oder zum Verlassen des Highways - auf die helfenden Hände des Fahrers angewiesen ist. In der Zwischenzeit kann der die Zeit nutzen, um zum Beispiel neue Aufträge anzunehmen und Anschlusstermine zu koordinieren.

Der Innenraum des Freightliner ist hell und freundlich gestaltet. Während der Fahrt sitzt der Fahrer natürlich auch weiterhin im Fahrersitz. Der LKW hat aber auch einen Bereich, wo es sich der Fahrer in Pausen gemütlich machen kann.

Zur Zeit kann der Highway-Pilot selbständig die Spur halten. Er lenkt und verfügt über eine Kollisionspräventions-Funktion, indem er die vorgegebene Geschwindigkeit einhält oder sie durch Bremsen entsprechend anpasst. Autonome Überholmanöver oder Spurwechsel leitet das System nicht ein. Mitte des nächsten Jahrzehnts soll die Technik serienreif sein. Aber wer ist eher auf den Straßen unterwegs? Autonome PKW oder LKW?

Wolfgang Bernhard, Daimler AG:

„Ich glaube, dass bevor wir PKW durch die Städte autonom Fahren sehen, wir mit Sicherheit LKW auf den langen Autobahnen sehen werden. Der Grund dafür ist: Die Autobahn ist ein sehr viel weniger komplexes Verkehrsgeschehen als die Stadt, und LKW werden sehr viel mehr Stunden am Tag befördert als PKW und dort sind sie viel dringender und notwendiger als im PKW. Deswegen glaube ich, die LKW-Industrie wird hier den Vortritt haben. Was noch fehlt ist ein gesetzlicher Rahmen. Die Straßenverkehrsordnung muss geändert werden. Hier gibt es eine ganze Reihe von Fragen auch der Zulassung. Welche Voraussetzungen müssen wir erfüllen als Hersteller, um ein System zugelassen zu bekommen? Auch hier gibt es noch eine ganze Reihe von Fragen, die gelöst werden müssen. Wir sind hier in sehr konstruktiver Diskussion mit den Regularien, mit den Behörden, und wir glauben, dass das in den nächsten Jahren durchaus gelöst werden kann.“