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E-Autos mit Anhängeroption

Stromer mit starken Haken

Dienstag, 20. Okt. 2020

Auch wenn das Angebot an E-Autos mit gehobener Anhängelast klein ist, gibt es doch schon einige Stromer, die mindestens 1,5 Tonnen schleppen können. Einer zieht sogar allen anderen davon.

Bis wir mit rein elektrisch angetriebenen Wohnmobilen in den Urlaub fahren können, wird es noch ein Weilchen dauern. Wer dennoch mit eigener Komfortunterkunft zum Campingplatz emissionsfrei fahren will, kann alternativ ein E-Auto mit einem Wohnwagen kombinieren. Batterieelektrische Pkw haben allerdings oftmals eine stark eingeschränkte Anhänge- und Stützlast. Doch es gibt immerhin fünf Modelle, die 1,5 Tonnen oder mehr an den Haken können, was in jedem Fall für mittelgroße Caravans reicht.  

Mit 2,25 Tonnen kann der Tesla Model X richtig was ziehen. Eine Kupplung ist zudem ab Werk dabei
Mit 2,25 Tonnen kann der Tesla Model X richtig was ziehen. Eine Kupplung ist zudem ab Werk dabeiFoto: Tesla

Wer einen sogar großen Wohnwagen emissionsfrei ziehen will, sollte sich am besten gleich an Tesla wenden. Derzeit ist das SUV Model X der zugkräftigste aller am Markt verfügbaren Stromer. Die gebremste Anhängelast beträgt 2.250 Kilogramm. Damit lässt sich auch schon ein XL-Caravan ans Ziel schleppen. Sogar vielen mit Verbrenner angetriebenen SUV ist der US-Stromer damit überlegen. Die entsprechende Anhängerkupplung ist zudem Teil der Basisausstattung. Allerdings werden in Deutschland mindestens 86.000 Euro aufgerufen. Im Gegenzug gibt es dafür stolze 561 Kilometer Reichweite, was auch längere Tagesetappen Richtung Urlaubsort erlaubt. Abhängig vom Wohnwagen kann diese allerdings auch deutlich geringer als im Nicht-Hängerbetrieb ausfallen.

Der E-Tron Sportback von Audi darf bis zu 1,8 Tonnen ins Schlepptau nehmen
Der E-Tron Sportback von Audi darf bis zu 1,8 Tonnen ins Schlepptau nehmenFoto: Audi

Ebenfalls noch große Wohnwagen können die Audi-Modelle e-Tron und e-Tron Sportback ziehen. Die Stützlast beträgt bei beiden 80 Kilogramm, die Anhängelast liegt ungebremst bei 750 Kilogramm und gebremst bei 1,8 Tonnen. Der stets allradgetriebene e-Tron ist in drei Leistungsstufen mit 230 kW/314 PS, 300 kW/409 PS oder 320 kW/436 PS bestellbar. Während die schwächste Variante eine 71 kWh große Batterie aufweist, bietet sie bei den stärkeren 95 kWh Ladekapazität. Die Reichweiten variieren zwischen knapp unter 300 bis fast 440 Kilometer pro Ladung. Günstigste Version ist der e-Tron 50 Quattro ab rund 67.400 Euro, die Topversion Sportback 55 Quattro S liegt bei 84.500 Euro.

Der Audi E-Tron mit Steilheck ist gleichermaßen wie sein Schwestermodell Sportback für 1,8 Tonnen Anhängelast zugelassen
Der Audi E-Tron mit Steilheck ist gleichermaßen wie sein Schwestermodell Sportback für 1,8 Tonnen Anhängelast zugelassenFoto: Audi

Rund 69.500 Euro ruft Mercedes-Benz für den EQC 400 auf. Wie die e-Trons bietet das lokal emissionsfreie Schwaben-SUV eine Anhängelast von 1,8 Tonnen. Wenn der Hänger über keine eigene Bremse verfügt sind es ebenfalls nur 750 Kilogramm, die man noch legal ziehen darf. Einen kleinen Unterschied gibt es dann allerdings doch im Vergleich zum Audi e-Tron: Die Stützlast fällt mit 72 um 8 Kilogramm geringer aus als beim Mitbewerber aus Bayern. Leistung bietet der EQC dafür satt: 300 kW/408 PS erlauben einen Sprint aus dem Stand in rund 5 Sekunden. Allerdings ohne Hänger. Die Reichweite des 80 kWh großen Akkus bewegt sich um 400 Kilometer herum.

Wie die Mitberwerber von Audi qualifiziert sich auch der Mercedes EQC 400 für die 1,8 Tonnen. Die Stützlast fällt mit 72 Kilogramm allerdings etwas kleiner aus
Wie die Mitberwerber von Audi qualifiziert sich auch der Mercedes EQC 400 für die 1,8 Tonnen. Die Stützlast fällt mit 72 Kilogramm allerdings etwas kleiner ausFoto: Mercedes-Benz

Immerhin noch mittelgroße Wohnwagen ziehen kann der frisch gestartete Volvo XC40 Recharge P8 AWD. Sein Motoren-Duo sorgt nicht nur für einen im Hängerbetrieb vorteilhaften Allradantrieb, sondern außerdem noch für 300 kW/408 PS Gesamtleistung, was einen Sprint des 2,2-Tonners in unter 5 Sekunden erlaubt. Seine Batterie – immerhin 78 kWh groß – soll gut 400 Kilometer Reichweite bereitstellen. Mit 1,5 Tonnen ebenfalls großzügig ausgelegt ist seine gebremste Anhängelast. Rund 60.400 Euro kostet der Schwede.

Ebenfalls für den Wohnwagentransport geeignet: Der Volvo XC40 Recharge P8 AWD, der immerhin noch 1,5 Tonnen ziehen darf
Ebenfalls für den Wohnwagentransport geeignet: Der Volvo XC40 Recharge P8 AWD, der immerhin noch 1,5 Tonnen ziehen darfFoto: Volvo

Der hat übrigens noch einen rund 7.000 Euro günstigeren, engen Verwandten. Schon ab 53.450 Euro bietet nämlich die Volvo-Tochter Polestar ihre E-Limousine 2 an. Wie der XC40 Recharge kann diese eine gebremste Anhängelast von 1.500 Kilogramm an den Haken nehmen. Die maximale Stützlast gibt Polestar mit 90 Kilogramm an. Ansonsten hat der schnelle Schwede die gleiche Antriebstechnik wie der XC40 an Bord. Unter anderem dank weniger Gewicht ist die Fließhecklimousine allerdings antrittsschneller, bietet eine höhere Endgeschwindigkeit (hier wird nicht auf 180, sondern auf 205 km/h begrenzt) sowie mehr Reichweite (470 Kilometer laut WLTP).

Technikbruder des XC40 Recharge ist der Polestar 2, der ebenfalls mit bis zu 1,5 Tonnen im Rücken auf die Piste darf
Technikbruder des XC40 Recharge ist der Polestar 2, der ebenfalls mit bis zu 1,5 Tonnen im Rücken auf die Piste darfFoto: Polestar

Mario Hommen/SP-X