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Die perfekte Lackpflege

Von Grundreinigung bis Nanoversiegelung

Freitag, 2. Nov. 2018

Der Lack eines Fahrzeugs hat großen Einfluss auf dessen Gesamteindruck, denn eine ungepflegte Oberfläche schmälert nicht nur die Optik, sondern auch den Wiederverkaufswert. Wir fassen praktische Tipps zur optimalen Lackpflege zusammen.

 Temperaturschwankungen, Frost, Hitze, UV-Strahlung, Schmutz, Hagel. Die Liste der äußeren Einflüsse, die Autolack zu schaffen machen, ist lang. Besonders die oberste Schicht, der Klarlack, reagiert teilweise überaus empfindlich. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Lackschichten vieler Autohersteller heute deutlich dünner aufgetragen werden, um Kosten zu sparen. Das macht die Fahrzeuge anfälliger für Lackschäden. Vogelkot, der nicht umgehend entfernt wird, hinterlässt beispielsweise auf vielen Pkws bleibende Spuren. Der beste Schutz, um Kratzern, ausbleichenden Farben und sonstigen Beeinträchtigungen konsequent vorzubeugen, besteht in der regelmäßigen und gleichzeitig korrekten Pflege. Wie sich diese gestaltet, verrät unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Lackpflege zum Werterhalt
Lackpflege zum WerterhaltFoto: pixabay.com (Hans, sasint, Scozzy)

  1. Die Reinigung

Ob Politur, Wachs oder Nanoversiegelung: Keines dieser Produkte sollte aufgetragen werden, bevor das Auto gründlich gereinigt wurde. Ansonsten würden Sand, grober Schmutz und Salz zahlreiche Kratzer hinterlassen. Aufgrund der teilweise extrem hartnäckigen Verschmutzungen ist die Verwendung eines speziellen Waschmittels für Kraftfahrzeuge empfehlenswert. Sogenanntes Autoshampoo löst selbst Baumharz, Vogelkot und Insekten wirkungsvoll. Der ADAC erklärt, worauf es bei der Autowäsche im Detail ankommt und warum Besitzer das Gelände hierfür zugelassener Waschanlagen aufsuchen müssen:

  1. Das Polieren

Aufgrund ständiger Einwirkungen der Witterung wird Autolack stumpf. Auch Kratzer wirken sich zunehmend negativ auf die Optik aus. Mit einer Politur wird mechanisch auf die Oberflächen eingewirkt, um derartige Ungleichmäßigkeiten verschwinden zu lassen und selbst feinsten Schmutz zu entfernen. Dabei wird allgemein zwischen folgenden drei Produktgruppen unterschieden:

Autowäsche zur Pflege
Autowäsche zur PflegeFoto: pixabay.com (Hans, sasint, Scozzy)

  • Milde Politur                                                     
  • Ideal für Neuwagen und neuwertige Autos. Der Schleifmittelanteil ist minimal.    
  • Mittelstarke Politur          
  • Für ältere Lacke konzipiert und mit mehr Schleifmitteln angereichert.
  • Starke Politur       
  • Stark verwitterter Lack lässt sich damit auffrischen.    

Praktische Tipps:

  • Beim Auftragen ist eine gerade Handbewegung ratsam. Die oft empfohlene kreisförmige Arbeitstechnik hinterlässt bei modernen Lacken entsprechende Haarlinienkratzer, die besonders stark auffallen.
  • Polituren nie auf heißem Lack oder in der Sonne verwenden, weil dabei Lösemittel und Öle verdampfen. Es entsteht ein ungleichmäßiges Ergebnis und das Auspolieren fällt schwer.
  • Polituren werden mit einem möglichst weichen Tuch aufgetragen und nach der herstellerbedingten Trocknungszeit sorgfältig abgetragen.

Generell sollten bei Fahrzeugen im guten Zustand nur Polituren ohne harte Partikel verwendet werden. Hier genügen feinste Produkte ohne Schleifmittel, um die Farbintensität wiederherzustellen und kleine Unebenheiten im Klarlack auszugleichen. Grundsätzlich gilt: Polieren ist immer eine Art Schleifen, wenn auch nur sehr schonend. Kommt eine ungeeignete Politur mit einem Übermaß an Schleifpartikeln zum Einsatz, kann das bei einem Neuwagen fatale Folgen haben. Die Produkte müssen deshalb sorgsam auf den Fahrzeugzustand abgestimmt werden.

  1. Konservieren mit Wachs oder Versiegelung

Um den gepflegten Lack zu konservieren und einen schmutzabweisenden Effekt zu erzielen, sollte eine abschließende Versiegelung erfolgen. Mit der zusätzlichen Schutzschicht werden erneute Schmutzeinlagerungen zumindest für einen bestimmten Zeitraum vermieden. Flüssiges Wachs hat dahingehend den Vorteil, dass es auch von Laien komfortabel verarbeitet werden kann. Das Wachsen gelingt damit spielend, während bei Hartwachs deutlich mehr Kraft erforderlich und die Anwendung umständlicher ist. Bestnoten hat laut autobild.de das Autowachs Ultimate Quik Wax von Meguiar’s verdient. Wie aus dem Produktvergleich hervorgeht, überzeugt das Sprühwachs mit einer besonders einfachen Anwendung und einem sehr guten Glanzeffekt. Preis-Leistungs-Sieger wurde das Sonax HighSpeedWax.

Perfekter Lack
Perfekter LackFoto: pixabay.com (Hans, sasint, Scozzy)

Alternativ zum Wachsen, das mehrmals jährlich wiederholt werden sollte, gibt es verschiedene Arten von Versiegelungen. Einige auf Polymer-Basis, andere mit Teflon. Für perfekte Ergebnisse ist der Gang zum Profi ratsam. Lackexperten tragen die Versiegelung gekonnt auf und gewährleisten dauerhafte Qualität. Herausragende Effekte verspricht die Nanotechnologie. Mit Nanopartikeln soll die Oberflächenstruktur nachgebildet werden, die von der natürlichen Lotusblüte bekannt ist. „Bei einer PKW-Nanoversiegelung werden Silizium-Nanopartikel auf den Oberflächen des Fahrzeugs aufgetragen, sodass eine dünne, unsichtbare Schutzschicht entsteht. Damit werden etwa mikroskopische Unebenheiten auf Lack, Scheiben oder Felgen ausgeglichen“, erklärt ein Werkstattmeister unter autohaus-weigl.de zum Thema. Eine Nanoversiegelung hat den Vorteil, dass selbst kleinste Schmutzpartikel zu groß sind, um sich auf der Oberfläche abzusetzen. Die Kontaktfläche wird auf ein Minimum reduziert. Wasser und Schmutz rutschen beziehungsweise perlen einfach ab. Hochwertige Nano-Versiegelungen vom Fachmann halten mehrere Jahre, kosten im Vergleich zu handelsüblichem Autowachs aber wesentlich mehr.

Ein gut konservierter Lack ist daran erkennbar, dass sich bei Regen auf der Lackoberfläche feinste Tröpfen bilden.

Youtube-Video zur Lackpflege

Bilderquelle 1-3 unter pixabay.com (Hans, sasint, Scozzy)