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Sicher in den Urlaub

Auto richtig beladen

Ungesicherte Ladung als lebensgefährliches Geschoss

Donnerstag, 26. Apr. 2018

Die richtige Beladung des Autos, einer Dachbox oder eines Anhängers ist nicht nur wichtig, um sämtliches Gepäck für den anstehenden Urlaub platzsparend unterzubringen, sondern in erster Linie handelt es sich dabei um einen Sicherheitsaspekt.

Ungesicherte Ladung kann bei einem Unfall zum lebensgefährlichen Geschoss werden oder eine falsch verteilte Last bringt das Auto zum Schleudern. Worauf also ist bei der Beladung sowie Gepäcksicherung im Auto zu achten, damit die Fahrt in den Urlaub sicher stattfinden kann?

Damit der Urlaub auch sicher beginnen kann, sollte bei der Beladung auf eine korrekte Gepäcksicherung geachtet werden.
Damit der Urlaub auch sicher beginnen kann, sollte bei der Beladung auf eine korrekte Gepäcksicherung geachtet werden.Foto: fotolia.com / © magdal3na / #199590662

Sicherheit muss auch auf dem Weg in den Urlaub gewährleistet sein

Laut einer forsa-Umfrage fahren rund zwei Drittel der Deutschen mit dem Auto in den Urlaub. Durchschnittlich 885 Kilometer legten die Autofahrer im Jahr 2017 auf dem Weg in den Sommer- oder Winterurlaub zurück, vor allem nach Österreich, Frankreich, Italien oder in die Niederlande. Rund 32 Prozent der Deutschen sind dabei mit einem Wagen unterwegs, welcher sieben oder mehr Jahre alt ist. Immerhin mehr als 80 Prozent gaben an, vor dem Losfahren zumindest einen groben Check an ihrem PKW vorzunehmen. Allerdings handelt es sich dabei vor allem um die Prüfung des Reifendrucks, das Nachfüllen von Scheibenwischwasser oder die Kontrolle des Ölstands, nicht allerdings um die richtige Beladung sowie Gepäcksicherung. Experten warnen: Sicherheit sollte vor allem auf einer Langstrecke wie der Fahrt in den Urlaub an oberster Stelle stehen. Wer die nötigen finanziellen Mittel hat, greift auf einen Neuwagen zurück und prüft die Beladung vor der Abfahrt.

Risiko Nr. 1: Geschosse durch unzureichende Gepäcksicherung

Selbst kleine und vergleichsweise leichte Gegenstände können bei einem Unfall gefährlich werden. Viele Menschen machen den Fehler, kleine Utensilien in die verbleibenden Lücken zu stopfen, ohne dabei auf den Sicherheitsaspekt zu achten. Oder sie möchten bei der Fahrt an heißen Sommertagen die Trinkflasche griffbereit haben und positionieren diese auf der Laderaumabdeckung. Dabei unterschätzen sie die Fliehkräfte, welche sogar bei einem Unfall mit geringer Geschwindigkeit entstehen. Die Wasserflasche wird nach vorne geschleudert und trifft den Hinterkopf des auf der Rückbank sitzenden Kindes oder der zwischen den Koffern verstaute Handspiegel zertrennt mit der Kante die Halswirbelsäule und führt zu schweren Lähmungen. Horrorszenarien, die in dieser Form bereits mehr als einmal geschehen sind und keine Angst machen, aber das Bewusstsein um die Gepäcksicherung erhöhen sollen.

Bei zu geringer Sicht durch den Rückspiegel empfiehlt sich die Anbringung eines zusätzlichen Außenspiegels.
Bei zu geringer Sicht durch den Rückspiegel empfiehlt sich die Anbringung eines zusätzlichen Außenspiegels.Foto: fotolia.com / Ralf Geithe / 158360552

Risiko Nr. 2: Eingeschränkte Sicht über den Rückspiegel

Ein weiterer häufiger, aber ebenso gefährlicher, Fehler bei der Autobeladung ist die Einschränkung der Sicht. Dies passiert in der Regel über den Rückspiegel, wenn entsprechend viel Gepäck im Kofferraum oder auf der Rückbank gestapelt ist. Wer einen Anhänger oder einen Wohnwagen mit sich führt, muss zudem unter Umständen Zusatzaußenspiegel anbringen. Es ist daher bei der Beladung eines Autos stets darauf zu achten, dass die Sicht des Fahrers in keine erdenkliche Richtung eingeschränkt ist.

Risiko Nr. 3: Schleudergefahr durch Überladung oder falsche Gewichtsverteilung

Je nach Eigengewicht des PKW gibt es Beladungsgrenzen. Eine Überladung kann den Wagen in Kurven schnell ins Schleudern bringen und dadurch die Unfallgefahr drastisch erhöhen. Ebenso verhält es sich bei einer grob ungleichen Gewichtsverteilung innerhalb des Fahrzeugs. Worauf also ist beim Beladen zu achten?

Grundregeln und Tipps für die Beladung und Gepäcksicherung

Wer mit dem Auto in den Urlaub fahren möchte, hat prinzipiell drei verschiedene Möglichkeiten: Das Gepäck kann entweder im PKW selbst untergebracht werden oder es ist die Verwendung einer Dachbox oder eines Anhängers möglich. Bei der Verwendung eines Anhängers muss jedoch erst einmal das richtige Modell hinsichtlich Zweck, Größe, Gewicht, Bremstechnik ausgewählt und hierbei einige Grundregeln beachtet werden:

  • Sämtliche Gepäckstücke sollten vor einem eventuellen Verrutschen geschützt werden. Hierbei können spezielle Gummimatten für den Kofferraum nützlich sein.
  • Gegenstände im Kofferraum sollten durch eine Laderaumabdeckung gesichert sein, damit diese nicht in den Passagierraum vordringen können.
  • Auf dieser Laderaumabdeckung dürfen keinerlei Gegenstände platziert werden, um die Sicht durch den Rückspiegel nicht zu beeinträchtigen und bei einem Unfall nicht zum Geschoss zu werden.
  • Alternativ können Spanngurte oder spezielle Gepäcknetze dabei helfen, die Passagiere bei einem Aufprall vor der Ladung aus dem Kofferraum zu schützen.
  • Schwere Gegenstände gehören nach unten und leichte nach oben. Das dient einer optimalen Gewichtsverteilung und verhindert die gegenseitige Beschädigung von Gepäckstücken.
  • Zudem sollte das Gewicht rechts, mittig und links einigermaßen gleichmäßig verteilt sein, um die Kurvenlage des Autos nicht zu verändern und dadurch ein Schleudern zu riskieren.
  • Im Fahrgastraum sollten so wenige Gegenstände wie möglich liegen und wenn, dann in den vorgesehenen Halterungen in den Türen, im Handschuhfach oder an den Vordersitzlehnen.
  • Der Verbandskasten sowie die Notfallausrüstung müssen trotz voller Beladung stets zugänglich bleiben.
  • Bei Verwendung einer Dachbox muss diese richtig befestigt und gesichert werden.
  • Die Ladung sollte auch im Dachcontainer nicht lose liegen, um bei einem Aufprall nicht zum Geschoss zu werden. Leerräume können mit Decken ausgestopft werden.
  • Weiterhin ist darauf zu achten, dass die Beladung der Dachbox zum Eigengewicht des PKW passt. Auch hier kann eine Überladung zum Schleudern oder schlimmstenfalls zum Aufbrechen der Kunststoffwand führen.
  • In einem Dachcontainer sollte die schwerste Ladung stets in der Mitte liegen und die leichteste an den Enden.
  • Ein häufiger Fehler ist hier die Überladung. Es sind daher unbedingt sowohl das Höchstladegewicht des Anhängers als auch die für das Fahrzeug zulässige Anhängelast zu berücksichtigen.
  • Auch im Anhänger ist die schwere Ladung mittig und möglichst gleichmäßig auf der Ladefläche anzubringen. Ansonsten gerät er in den Kurven schnell ins Schleudern und mit ihm unter Umständen auch das Fahrzeug.
  • Handelt es sich um ein offenes Modell, ist die Ladung unbedingt mit einem Netz, mit Spanngurten oder einer Plane zu sichern, da sie sonst durch den Fahrtwind gelöst und auf die Straße gelangen könnte.

Nun steht einer sicheren Fahrt in den Urlaub nichts mehr im Weg.

Bildquellen:

Titelbild        fotolia.com / © magdal3na / #199590662 
2. Bild fotolia.com / Ralf Geithe / 158360552