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Automobile mit manipuliertem Tachostand

Ratgeber: Tachobetrug erkennen

Gesundes Misstrauen hilft

Dienstag, 16. Jan. 2018

Tachobetrug ist für den Laien meist schwer zu erkennen. Trotzdem gibt es einige Anhaltspunkte auf die ein Gebrauchtwagenkäufer achten sollte.

Gefahr durch fehlende Wartungsintervalle

Einen Gebrauchtwagen mit manipuliertem Kilometerstand zu kaufen ist nicht nur ärgerlich, weil man einen zu hohen Kaufpreis bezahlt hat. Sondern auch, weil nach regulärem Kilometerstand längst fällige Wartungen nicht erledigt werden und so beispielsweise der Motor ernsthafte Schäden davontragen kann.

Wer ein gebrauchtes Auto kaufen will, sollte ein gesundes Misstrauen bei der Begutachtung des Wagens an den Tag legen
Wer ein gebrauchtes Auto kaufen will, sollte ein gesundes Misstrauen bei der Begutachtung des Wagens an den Tag legenFoto: SP-X

Für Betrüger ist es einfacher als man annehmen könnte, bei einem Gebrauchtwagen den Tacho zurück zu drehen: An die OBD2-Schnittstelle, über die die Werkstatt sonst die Pkw-Daten ausliest, wird ein kleines Gerät angeschlossen. In wenigen Sekunden ist der Tachostand manipuliert. Schützen kann man sich davor nur, wenn man genau aufpasst, wie die Kfz-Experten in der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ empfehlen.

Indikator Serviceheft

Zunächst gilt es, die Dokumentation mit dem Kilometerstand abzugleichen: Ein fehlendes Serviceheft (Scheckheft) ist ein Grund, das Auto nicht zu kaufen. Aber Vorsicht, auch das Heft kann gefälscht sein; ist zum Beispiel die Stempelfarbe in allen Jahren exakt gleich, kann das ein Hinweis darauf sein, dass alle gleichzeitig gestempelt wurden – Stempelfarbe ändert sich über die Zeit. Auch auf Rechnungen für Inspektionen oder Ölwechsel wird der Kilometerstand erfasst, sie sollte man mit dem aktuellen Stand abgleichen. Wurde in einer Periode auffallend wenig gefahren oder sind die Zeit- und Kilometerabstände plausibel?

Abnutzung auf Pausibilität prüfen

Ein gesundes Misstrauen sollte man auch bei der Begutachtung des Wagens an den Tag legen. Passt der Verschleiß des Innenraums – abgegriffenes Lenkrad, verkratzte Ledersitze, abgenutzte Pedale – zum Tachostand? Auch das Bauchgefühl darf mitentscheiden: Wirkt der Verkäufer seriös? Gibt es Unstimmigkeiten oder kann er alle Fragen beantworten?

Fazit

Einen gut gemachten Tachobetrug kann ein Laie aber kaum erkennen. Da hilft es nur, bei einem seriösen Kfz-Betrieb oder Autohändler zu kaufen. Die Experten empfehlen, im Kaufvertrag auf einer verbindlichen Zusicherung des Kilometerstandes bestehen: „entspricht der tatsächlichen Laufleistung“ anstatt „soweit bekannt“ oder „laut Vorbesitzer“. Viele Autohändler zieren sich hier, weil sie die genaue Vorgeschichte des Pkw nicht kennen.

Hanne Schweitzer/SP-X