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Knapp bei Kasse und trotzdem ein Neuwagen?

Montag, 9. Okt. 2017

Jeder Neuwagen, und sei er noch so dürftig ausgestattet, ist teuer. Und je mehr Extras von der Sonder- in die Normalausstattungsliste wandern, desto weiter steigen die Preise. Doch es gibt Wege, dennoch mit knapper Kasse an einen Neuwagen zu kommen.

Ein Neuwagen ist schon was Feines. Aber wer trotz Portemonnaie-Ebbe einen haben will, benötigt vor allem Disziplin

Foto: pixabay.com © StockSnap

3,4 Millionen PKW wurden 2016 neu zugelassen. Und obwohl es keine genauen Zahlen gibt, schätzen Experten, dass weniger als zehn Prozent davon „aus der Gesäßtasche“ bezahlt wurden, also nicht per Finanzierung. Abstottern ist also eher Regel denn Ausnahme in der Fahrzeugrepublik Deutschland. Doch was müsste man tun, um sich selbst dann einen Neuwagen zu leisten, wenn man knapp bei Kasse ist?

 

Schritt 1: Vorbereitung

Es ist klar, dass ein Neuwagen für jemanden, bei dem Ebbe herrscht, durch monatliche Abtragungen eine hohe zusätzliche Belastung darstellen wird. Selbst das Basismodell eines verhältnismäßig günstigen Mazda-2 schlägt mit immerhin 12890 Euro zu Buche. Der erste Schritt sollte so viele Monate wie möglich vor dem eigentlichen Kauf beginnen. Er zielt darauf ab, sich daran zu gewöhnen, künftig noch weniger Geld zur Verfügung zu haben.

Das bedeutet: Man beherzigt erstmal sämtliche Regeln eines sparsamen Lebens, also

  • Verträge mit Versorgern (Heizung, Wasser, Strom etc.) optimieren

  • Überflüssige Versicherungen kündigen

  • Keine Markenwaren mehr kaufen, bzw. generell weniger kaufen

  • Überflüssige Stücke veräußern

  • Ausschließlich zuhause kochen

  • Eigenes Gemüse anbauen

Wer dann noch Tabak und Alkohol streicht, kann durchaus zusätzliches Geld lockermachen. Vor allem aber lernt man dadurch in einer Art Simulator mit dem reduzierten Geld auszukommen, das man nach dem Neuwagenkauf haben wird.

Foto: pixabay.com © Pexels

Nach wie vor ist die Motorleistung das preisbestimmende Zünglein an der Neuwagen-Waage

 

Schritt 2: Aussuchen

Im nächsten Schritt wird das Auto schon akuter. Denn es geht darum, den richtigen Wagen zu finden. Natürlich gilt hier die Grundregel „so klein wie möglich“. Doch wer sich ein bestimmtes Modell oder eine Fahrzeugklasse in den Kopf gesetzt hat, sollte wenigstens darauf achten, dass er:

Natürlich gehört auch viel Realismus dazu: Mit einem Nettogehalt von 1000 Euro kann man sich schlicht und ergreifend nicht die Unterhaltskosten für einen 5er BMW oder eine Mercedes E-Klasse leisten. Das ist einfach nicht drin.

Doch was auch bedacht werden muss, ist die Art der Motorisierung und die sich daraus ergebenden weiteren Kosten. Diesel verbrauchen zwar weniger und der Kraftstoff ist günstiger, dafür zahlt man aber bei der Steuer drauf, wodurch sich das Ganze erst nach einigen Jahren wirklich rentiert. Umgekehrt könnte es bei vielen Kurzstrecken-Pendlern Sinn machen, sich ein Elektrofahrzeug anzuschaffen. Das ist zwar in der Anschaffung teurer, profitiert aber nicht nur von einer auf zehn Jahre ausgesetzten Steuerbelastung, sondern auch davon, dass die Bundesregierung jedes E-Auto bis Ende 2017 mit 4000 Euro (danach 3000) fördert – allerdings nur, wenn man sich ein Basismodell anschafft.

 

Schritt 3: Finanzieren

Für die meisten Privatleute, die das Auto nicht vollständig aus der eigenen Tasche bezahlen können, ist ein Ratenkredit das Mittel der Wahl, um sich ihren Traum vom Neuwagen zu erfüllen. Doch für Menschen mit geringeren finanziellen Mitteln hat das einen Haken: Die monatlichen Abtragungsraten sind bei regulären Krediten ziemlich hoch und es können versteckte Kosten wie Kontoführungsgebühren hinzukommen.

Wer weniger hat, wird also nicht ums Leasen herumkommen. Damit kann man zwar nicht die Vorteile für Unternehmer einheimsen, die darin bestehen, dass man die Raten von der Steuer absetzen kann. Aber zum Leasen für Privatleute gehört, dass die monatlichen Raten erheblich niedriger sind als bei Autokrediten. Und: Mit etwas Glück kann der Händler einem sogar eine Leasingübernahme vermitteln. Damit übernimmt man den Leasingvertrag eines Dritten. Dann ist das Auto zwar nicht mehr brandneu, aber hier steckt eben weiteres Einsparpotenzial. Allerdings muss man sich damit abfinden, dass man das Auto nur gemietet hat – Besitzer ist man nicht.

Wenn nichts mehr geht, muss der Motor auch ohne Start-Stop-Automatik ausgehen. Das spart erheblich Sprit.

Foto: pixabay.com © ulleo

Schritt 4: Fahren

Wer ein neues Auto besitzt, der will seinen Schatz bewegen und ihn natürlich im Bekanntenkreis vorführen. Wenn man jedoch knapp bei Kasse ist, sollte man sich solcherlei Imponiergehabe verkneifen. Denn es ist eben nicht nur der Sprit, der dafür verbraucht wird, sondern auch die Tatsache, dass Reifen und Bremsen abgenutzt werden und die Wechselintervalle ein Stück näher rücken – und die meisten Leasingverträge schreiben eine regelmäßige Wartung vor. Zudem gelten bei diesen Verträgen auch Laufleistungsbeschränkungen. Wer sie überschreitet, zahlt am Ende mächtig drauf. Unterschreitungen werden jedoch prämiert.

Das bedeutet, man sollte also nur absolut notwendige Strecken mit dem Neuerwerb erledigen – auch wenn es noch so schwerfällt. Doch man kann sich damit trösten, dass auf diese Weise der Spaß am Neuerwerb wesentlich länger hält. Einfach aus dem Grund, weil man nicht so viel damit fährt, dass eine schnelle Gewöhnung eintreten könnte.

Und wenn man sich ans Steuer setzt, sollte man natürlich auch die guten Regeln spritsparenden Fahrens beherzigen. Das bedeutet:

  • Gemächlich beschleunigen

  • Vorausschauend fahren, damit man wenig bremsen muss

  • Auf der Autobahn nicht schneller als 130 fahren

  • Immer im höchstmöglichen Gang fahren

  • Reifendruck etwas (0,5 Bar) erhöhen

  • Keine unnötigen Lasten (Reservekanister) spazieren fahren

Das alles ist zwar weit entfernt von echtem Fahrspaß, aber wer mit wenig Geld einen Neuwagen fahren möchte, muss eben zwangsweise Abstriche machen.

 

Fazit

Es ist durchaus möglich, auch mit einem geringen Einkommen einen Neuwagen zu fahren. Allerdings wird man nicht umhin kommen, sich je nach Auto in seinem restlichen Leben teilweise stark einschränken zu müssen – Finanzierungskosten können eine deutliche Belastung darstellen, dazu will auch die Versicherung abgedeckt sein. Ist doch ein Neuwagen ein Gut, das es rundum abzusichern gilt, da sonst bei einem Unfall, der tatsächlich einfach jedem passieren kann, ein erheblicher Wertverlust droht. Wer sich dessen im Klaren ist, die Einschränkungen hinnehmen möchte und das alles hinter seine automobile Leidenschaft stellen kann, der sollte es tun. Denn: Es fühlt sich eben kein Auto so gut an, wie eines, das man gerade brandneu in Empfang genommen hat.

Bildquellen: 1) pixabay.com © StockSnap, 2) pixabay.com © Pexels, 3) pixabay.com © ulleo