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Erhaltung des Neuwagenwerts

Dienstag, 15. Aug. 2017

- Wie am ersten Tag: Den Neuwagenwert lange erhalten -   In der Sekunde, in der ein Neuwagenbesitzer Schlüssel und Papiere übernimmt, beginnt eine unbarmherzige Uhr zu ticken. Die des Wertverlustes. Mit jeder Minute, die ein Auto altert, verliert es an Wert. Ganz vermeiden kann man es niemals, aber man kann entscheidend darauf einwirken, wie schnell und wie hoch der Wertverlust vonstattengeht. Der folgende Artikel zeigt, wie es geht.

Wie am ersten Tag: Den Neuwagenwert lange erhalten

In der Sekunde, in der ein Neuwagenbesitzer Schlüssel und Papiere übernimmt, beginnt eine unbarmherzige Uhr zu ticken. Die des Wertverlustes. Mit jeder Minute, die ein Auto altert, verliert es an Wert. Ganz vermeiden kann man es niemals, aber man kann entscheidend darauf einwirken, wie schnell und wie hoch der Wertverlust vonstattengeht. Der folgende Artikel zeigt, wie es geht.

Foto: fotolia.com © industrieblick

1. Das richtige Auto

Markenname, Modell, damit verbundene echte oder gefühlte Wertigkeit. Das sind alles die Top-Faktoren, die über den Wertverlust eines Autos bestimmen. Denn: zwei Autos können am gleichen Tag gekauft werden, können die gleiche Laufleistung auf dem Tacho haben und trotzdem nach einem Jahr prozentual total unterschiedlich an Wert verloren haben. Ein Porsche Macan mit Dieselmotor ist in diesem Reigen eine recht stabile Wertanlage, denn ihm wird prognostiziert, 2021 noch 60,5% seines Neuwagenwerts zu haben. Gleiches gilt für den Mitsubishi Outlander.

Doch wie findet man heraus, welches Auto hier brilliert? Dazu hilft ein Blick in die Schwacke-Liste. Denn darin werden aus einer Unmenge an Kriterien, etwa Ausstattung und auch Angebotsmenge an Fahrzeugen, Werte ermittelt. Das ermöglicht nicht nur das genaue Taxieren des Restwerts eines einzelnen Fahrzeugs, sondern eben auch seiner gesamten Baureihe. Vor dem Kauf sollte also nach Möglichkeit ein Blick in diese Liste geworfen und zielgerichtet danach gekauft werden, denn Schwacke gilt nicht nur als größter, sondern auch seriösester Anbieter in diesem Segment.

2. Die richtige Ausstattung

Marke und Modell sind ein wichtiges Kriterium für den Werterhalt, aber eben nur eines von vielen. Denn was letztlich auch preisbestimmend wirkt, ist die Anzahl der verbauten Extras. „Viel hilf viel“ ist zwar ein guter Ansatz, aber: Einfach nur möglichst viele Ausstatungs-Kreuzchen machen, führt nicht zwangsläufig zum Erfolg, denn es müssen die richtigen Extras sein:

  • Klimaautomatik

  • Park-Assistenzsysteme

  • Bluetooth-Konnektivität

    Foto: fotolia.com © Sven Krautwald

  • Sitzheizung

  • Alufelgen

sind Klassen-übergreifend beliebt und lassen den Wert langsamer sinken, als bei einem ansonsten gleichen Auto „ohne“. Zu spezifische Extras, die beispielsweise nur innerhalb einer Marke vorhanden oder nur per Abonnement zu betreiben sind (wie manche Navi-Systeme) sorgen jedoch fürs Gegenteil.

3. Der Kilometerstand

Das Recht geht in Deutschland davon aus, dass ein Auto eine Lebens-Laufleistung von rund 150000 Kilometern erreichen muss. Tatsächlich sieht es aber heute so aus, dass die meisten Fahrzeuge, ungeachtet ihrer Antriebsform, auf Laufleistungen (weit) jenseits der 200000 Kilometer kommen.

Wer heute einen Neuwagen kauft, kann davon ausgehen – so das Triebwerk regelmäßig gewartet wird – dass im Motor gut und gerne 300000 Kilometer stecken. Es gilt dabei, dass niedrige Drehzahlen, hohe Zylinderzahlen und große Hubräume den möglichen Laufleistungen eher förderlich sind. Beispielsweise würde ein turbo-aufgeladener, 1,0 Liter Dreizylinder-Benziner wegen der höheren Drehzahlen und Drücke stärker belastet, als ein Achtzylinder-Diesel mit vier Litern Hubraum.

Dennoch ist die Laufleistung immer ein entscheidendes Kriterium. Generell gilt, „weniger ist mehr“. Verkaufsargumente wie „Immer Langstrecke“ haben zwar tatsächlich eine lebensverlängernde Wirkung, weil der Motor dann länger im optimal warmen Betriebsbereich lief, sind aber praktisch unmöglich zu beweisen. Je mehr „Leben“ noch im Auto steckt, desto besser. Wer den Wert also hoch halten will, fährt nur die notwendigsten Strecken.

4. Der Wartungszustand

In vielen Verkaufsanzeigen steht das Wort ganz oben: „Scheckheftgepflegt“. Und tatsächlich ist dies eines der nachhaltigsten Werterhaltungs-Kriterien, die es überhaupt gibt – und gleichzeitig auch eine rechtlich bindende Formulierung:

Wo scheckheftgepflegt draufsteht, muss auch ein lückenloser Nachweis drinstecken.

Foto: fotolia.com © bluedesign

Ein Auto als Gesamtkonstrukt mag für Laufleistungen jenseits der 200000 Kilometer gut sein. Allerdings gilt das nicht für die Verschleißteile. Und dazu gehören eben nicht nur Bremsbeläge, sondern auch Elemente, die entscheidend zur Funktion des Fahrzeugs beitragen. Namentlich Zündkerzen, Zahnriemen bzw. Steuerketten, Öle und Kühlflüssigkeiten. All diese Elemente sind je nach Hersteller nur für eine bestimmte Laufleistung (alternativ Lebensdauer in Jahren) zugelassen.

Hier kommt das Scheckheft ins Spiel: Es ist der gedruckte Nachweis darüber, dass der Besitzer diese Vorgaben beherzigte und Verschleißteile regelmäßig im Rahmen einer Inspektion hat austauschen lassen. Es ist kein Wartungsstau zu befürchten und auch nicht, dass ein lebenswichtiges Bauteil kurz nach dem Kauf den Dienst versagt (und somit u.U. zum Totalschaden führt) weil es nicht rechtzeitig getauscht wurde.

Die regelmäßigen Kosten für Inspektionen sind also eine gelebte Form der finanziellen Investition – nicht nur in die Fahrbarkeit des Autos als solche, sondern auch in den Werterhalt.

5. Der Erhaltungszustand

Ein Auto kann mit den richtigen Extras ausgestattet sein, kann ein lückenloses Scheckheft nachweisen und einen geringen Kilometerstand haben – und trotzdem rasend schnell an Wert verlieren. Dann nämlich, wenn es innen und außen buchstäblich „wie Hund“ aussieht.

  • Steinschläge auf der Motorhaube

  • Verblichener, verkratzter Lack

  • Verwohnter Innenraum

    Foto: fotolia.com © mitifoto

  • Schmutz

  • Schlechte Gerüche (Rauchen)

Das sind alles untrügliche Spuren dafür, dass der Besitzer sein Auto nur technisch auf einem akzeptablen Erhaltungszustand behielt, sich ansonsten aber wenig darum kümmerte. Das drückt den Preis ganz mächtig nach unten. Denn auch wenn es sich um einen Gebrauchtwagen handelt, soll man dies ja im Idealfall nicht unbedingt auf einen Blick erkennen.

Und das große Problem daran ist, dass die meisten dieser Spuren sehr langfristig ins Fahrzeug „einsickern“. Das bedeutet, man kann den Wagen nicht sein ganzes Leben lang vernachlässigen und dann darauf setzen, ihn im Verkaufsfall selbst oder durch eine Firma aufbereiten zu lassen. Selbst Profis können keine Wunder vollbringen.

Wer den Wert erhalten will, muss also permanent dafür sorgen, dass die Optik des Fahrzeugs gepflegt bleibt. Dazu gehört:

  • Regelmäßiges Waschen, am besten per Hand

  • Überdachtes Parken im Schatten, um den Lack zu schonen

  • Regelmäßiges Überprüfen auf Steinschläge und sofortige, professionelle Behebung

    Foto: fotolia.com © joyfotoliakid

  • Kein Rauchen, auch nicht bei geöffneten Fenstern und erst recht keine Benutzung des Aschenbechers bzw. Zigarettenanzünders (letzterer lässt sich schon nach einer Benutzung unmöglich reinigen)

  • Kein Transport von haarenden oder kratzenden Tieren, die Haare sind extrem schwer aus dem Nadelfilz zu entfernen und Kratzer in Kunststoffverkleidungen ebenfalls

  • Verwenden von Fußmatten und Sitzschonern

  • Monatliches Aussaugen des Wagens, darüber hinaus eine gründliche Innenreinigung vor und nach dem Winterhalbjahr.

  • Sofortiges Entfernen von Getränkeflecken und Ähnlichem

Vor allem an der Regelmäßigkeit scheitert es häufig, denn für viele Besitzer wird ein Auto, wenn der „Neu-Faktor“ nach einigen Monaten abgenutzt ist, zum Alltagsgegenstand – der längst nicht so häufig gereinigt wird, wie man es tun sollte. Das aber führt dazu, dass sich Verschmutzungen, Gerüche und Flecken regelrecht festsetzen und sich kaum noch entfernen lassen. Übrigens: Auf das Verwenden von Duftbäumen und Ähnlichem sollte man generell verzichten, weil diese Aromen buchstäblich Geschmackssache sind und auch dann noch in Sitzen und Teppichen hängen können, lange nachdem der ursprüngliche Duftspender aus dem Auto verbannt wurde.

Es klingt vielleicht rabiat, aber der beste Weg, über den Erhaltungszustand den Fahrzeugwert zu steuern, ist es, jegliche Spuren, dass das Fahrzeug benutzt wurde, regelmäßig zu beseitigen.

Foto: fotolia.com © Hoda Bogdan

Fazit

Der Wert eines Neuwagens wird immer sinken – von Tag eins an und ohne dass man etwas dagegen tun könnte. Jedoch kann man durchaus steuern, wie schnell und wie stark er sinkt. Vieles ist natürlich durch das Modell und die Marke vorgegeben, alles andere liegt jedoch voll unter der Regie des Besitzers. Und das bedeutet, dass man, um Wert zu erhalten, auch Werte in die Hand nehmen und für die pflegliche Behandlung des Vehikels bezahlen muss.

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