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Lexus Markenausblick 2017

Donnerstag, 11. Mai. 2017

Deutschland bleibt schwierig

Weltweit verkauft Lexus mehr Autos als Jaguar Land Rover. Doch in Deutschland führt Toyotas Premium-Tochter eher ein Nischendasein. Das hat seinen Grund.

Der deutsche Markt bleibt für Lexus (hier der LS) weiterhin schwierig.
Der deutsche Markt bleibt für Lexus (hier der LS) weiterhin schwierig.Foto: Lexus

Die Amerikaner scheinen Lexus zu lieben. In der Kundenzufriedenheitsstatistik von JD-Power führt die japanische Premiummarke seit Jahren die Rangliste an. 330.000 Fahrzeuge konnte Lexus im vorigen Jahr in den USA Absetzen. Weltweit waren es über 677.000 Einheiten. Damit ist Lexus größer als Jaguar Land Rover. Deutsche Kunden müssen den Lexus-Strategen dagegen vorkommen wie ein schwer erziehbares Problemkind. Der Absatz liegt auf homöopathischem Niveau. Toyotas Edeltochter findet in der Heimat von Mercedes, BMW, Audi und Porsche wenig Zuspruch. Kein Modell von Lexus taucht beispielsweise in den Top 50 der Neuzulassungen auf. 2016 waren es lediglich 2.456 Fahrzeuge, die das KBA in Flensburg registrierte. Blickt man auf 2006 zurück, lag die Zahl mehr als doppelt so hoch. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Es gibt mehr Konkurrenz. Lexus ist nicht mit Flottenkunden im Geschäft. Lexus bietet keinen Kombi an. Lexus hat keinen Dieselmotor im Programm. Und, das Design von Lexus wirkt auf viele Menschen sehr polarisierend.

Lexus-Käufer sind mehrheitlich Individualisten, die in ihrer Straße nicht das sechste Auto mit Stern oder den vier Ringen im Grill haben möchten. Sie wollen sich bewusst vom Mainstream absetzen. Diesen Schritt vollzieht man im Business-Segment entweder mit einem Jaguar, einem Infiniti, einem Volvo oder eben mit einem Lexus. Ein zusätzliches Schmankerl, sich vom Wettbewerb auch technisch abzugrenzen, bildet dabei der Hybridantrieb. „Über 90 Prozent unserer Kunden entscheiden sich für ihn“, sagt Heiko Twellmann, seit wenigen Monaten neuer General Manager Lexus Deutschland. Besser läuft das Geschäft in Europa (inklusive Russland). Hier konnte Lexus 2016 über 74.000 Fahrzeuge ausliefern, ein Bestwert in der fast 30-jährigen Geschichte der Marke. „2020 wollen wir die 100.000 schaffen“, so Twellmann. Dazu braucht es allerdings mehr Modelle, vor allem ein SUV im boomenden Kompaktsegment unterhalb des NX. Dort geben bislang BMW mit dem X1, Audi mit dem Q2/Q3 und Mercedes mit dem GLA den Ton an. Doch voraussichtlich ab 2019 will Lexus mit von der Partie sein, muss dann aber gegen die nächsten Generationen von GLA und Q3 antreten. Die optische Richtung gaben die Japaner bereits mit der Studie UX Concept vor. Sie debütierte vorigen Herbst in Paris.

Der deutsche Markt bleibt für Lexus (hier der LS) weiterhin schwierig.
Der deutsche Markt bleibt für Lexus (hier der LS) weiterhin schwierig.Foto: Lexus

Für diesen Sommer steht die Markteinführung für den schnittigen Coupés LC auf dem Programm. Das Grand Touring Coupé positioniert Lexus gegen das Sechser BMW Coupé und den Maserati Grand Turismo. Aus Japan sickerte durch, dass es in zwei Jahren eine offene Version des LC geben soll, gedacht hauptsächlich für die Klientel in Kalifornien. Im Oktober erhalten das Kompaktmodell CT (der Nachfolger kommt Ende 2019) und der Crossover NX ihr jeweiliges Facelift. Größter Aufschlag für Lexus dieses Jahr aber wird im Dezember der LS 500 sein. Die Luxus-Limousine steht symbolisch für die Marke. Mit dem LS 400 begann Lexus 1990 seinen Eintritt in den europäischen Markt. Schon damals wollte man es der etablierten Konkurrenz, vor allem Mercedes und BMW zeigen, was japanische Ingenieure können. Sie machten den LS zur leisesten Limousine der Welt.

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Michael Specht/SP-X