Facebook Pixel

Abgasuntersuchung ab 2017 wieder per Sonde

Mittwoch, 23. Nov. 2016

Bei der AU soll knftig wieder eine Sonde am Auspuff zum Einsatz kommen
Bei der AU soll knftig wieder eine Sonde am Auspuff zum Einsatz kommenFoto: Daimler

Bei der AU soll künftig wieder eine Sonde am Auspuff zum Einsatz kommen | Foto: Daimler

Entscheidend ist, was hinten rauskommt

Die Betrügereien rund um die Abgas-Emissionen von Pkw könnten nun zu einer Reform der Abgasuntersuchung führen. Künftig sollen Abgase bei der HU offenbar wieder mit der guten alten Sonde kontrolliert werden.

Bei der AU soll künftig wieder eine Sonde am Auspuff zum Einsatz kommen
Bei der AU soll künftig wieder eine Sonde am Auspuff zum Einsatz kommenFoto: Daimler

Die Abgasuntersuchung von Pkw soll künftig wieder strenger werden. Das Bundesverkehrsministerium plant für Mitte 2017 die Wiedereinführung der generellen Endrohrmessung, wie das Fachmagazin „kfz-betrieb“ unter Berufung auf den Vizepräsident des Bundesverbandes der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen (ASA), Harald Hahn, berichtet. Demnach muss das Abgas im Rahmen der Hauptuntersuchung wieder mit einer Sonde direkt am Auspuffendrohr kontrolliert werden. Aktuell wird bei allen nach dem 1. Januar 2016 zugelassenen Pkw lediglich der elektronische Fehlerspeicher des On-Board-Diagnose-Systems (OBD) ausgelesen, auf die Endrohrmessung wird in der Regel verzichtet. Grund für die Wiedereinführung sind offenbar auch die Erfahrungen aus den aktuellen Abgas-Skandalen, die die Grenzen der elektronischen Kontrolle aufgezeigt haben. Mit einer NOx-Messung am Endrohr im Rahmen der AU ist jedoch laut Hahn vorerst nicht zu rechnen. Stickoxide entstehen in Motoren vor allem unter Volllast; auf dem HU-Prüfstand ist das nur schwer zu simulieren. Die Wiedereinführung der Endrohrmessung wird auf EU-Ebene seit ihrer Abschaffung für neuere Autos Mitte 2006 immer wieder diskutiert. Zu den Befürwortern zählen neben Werkstattausrüstern auch die Prüforganisationen. Gegner wie der ADAC werfen ihnen Geldmacherei vor, Autofahrern drohten Mehrkosten von 207 Millionen Euro. Sollte der Gesetzgeber den OBD-Systemen nicht trauen, müssten diese im Rahmen des Typgenehmigungsverfahrens geprüft werden, schlägt der Automobilclub stattdessen vor.

-----------------------------------------------------

Holger Holzer/SP-X