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Erste Mitfahrt im Ford Focus RS - Gib Gummi

Samstag, 7. Nov. 2015

Der neue Ford Focus lässt die Muskeln spielen  Als RS mit 350 PS schlägt der neue Ford Focus VW Golf R und Astra OPC nicht nur auf dem Datenblatt. Schon bei der ersten Mitfahrt stürmt er auch in der Spaßwertung an die Spitze. Jürgen Gagstatter ist ein Schwarzmaler und auch noch stolz darauf: Der Ford-Ingenieur leitet die Entwicklung des neuen Focus RS und jedes Mal, wenn er auf dem Testgelände in Lommel unterwegs ist, brennt er mit einer fast kindlichen Freude breite, schwarze Striche auf den Asphalt und gibt so lange Gas, bis die 235er Walzen auf den 19-Zoll-Rädern nur so qualmen.

Ford Focus RS
Ford Focus RSFoto: Ford

Der Ford Focus RS| Foto: Ford

Der Ford Focus lässt die Muskeln spielen
Der Ford Focus lässt die Muskeln spielenFoto: Ford

Der neue Ford Focus lässt die Muskeln spielen

Als RS mit 350 PS schlägt der neue Ford Focus VW Golf R und Astra OPC nicht nur auf dem Datenblatt. Schon bei der ersten Mitfahrt stürmt er auch in der Spaßwertung an die Spitze. Jürgen Gagstatter ist ein Schwarzmaler und auch noch stolz darauf: Der Ford-Ingenieur leitet die Entwicklung des neuen Focus RS und jedes Mal, wenn er auf dem Testgelände in Lommel unterwegs ist, brennt er mit einer fast kindlichen Freude breite, schwarze Striche auf den Asphalt und gibt so lange Gas, bis die 235er Walzen auf den 19-Zoll-Rädern nur so qualmen.

Eigentlich hat Gagstatter alles getan, um genau das zu vermeiden. Denn nachdem der letzte RS mit seinem Frontantrieb und zuletzt über 300 PS verdammt nah an die Haftgrenze gekommen ist, haben die Kölner ihrem Kraftmeier jetzt zum ersten Mal einen Allradantrieb spendiert. „Bei 350 PS und 440 Nm schien uns das angeraten“, sagt Gagstatter mit einem süffisanten Lächeln. Aber potente Kompaktklässler mit Allradantrieb gab es ihm schon zu viele, als dass er es dabei hätte belassen wollen. „Da hätten wir unsere Alleinstellung eingebüßt.“ Deshalb hat der Focus RS nicht nur eine Haldex-Kupplung zwischen dem 2,3 Liter großen Turbo und der Hinterachse, sondern links und rechts davon auch noch je eine Trennkupplung, mit der er die Kraft völlig flexibel und mit bis zu 100 Prozent zwischen den Hinterrädern verteilen kann. Gesteuert wird sie mit einem eher unscheinbaren und ein bisschen lustlos inszenierten Schalter neben dem um zwei Zentimeter verkürzten Schaltknauf, mit dem sich Gagstatter bei der Testfahrt durch insgesamt vier Fahrmodi klickt. Im normalen Einsatz fühlt sich der Focus damit noch an wie ein übermotorisierter Kompakter, der ein bisschen strammer gefedert ist und ein bisschen später mit dem Untersteuern beginnt. Doch kaum wechselt der Projektleiter in den Sportmodus, strafft sich der Focus, man fühlt sich der Straße im Guten wie im Schlechten enger verbunden, die Klappen im Auspuff öffnen sich für ein paar wütende Fanfahren, bei schnellen Lastwechseln knallen die Fehlzündungen und der RS wird zu einem Quertreiber, der am Kurveneingang plötzlich übersteuert wie eine Heckschleuder, nur um sich von Gagstetter am Scheitelpunkt mit einer winzigen Lenkkorrektur wieder einfangen zu lassen: „Mit diesem Modus verschiebt sich der Grenzbereich extrem weit nach außen“, sagt Gagstatter, während er dem Beifahrer die Strecke voraus aus dem Seitenfenster zeigt. Wie schmal der Grenzbereich dabei allerdings wird, kann man im Track-Modus erleben: Dann hält sich die Stabilitätskontrolle vornehm zurück oder lässt sich ganz ausschalten und der Chefingenieur kratzt auf dem Handlingkurs in jeder Runde knapper am Kiesbett und damit am Feuerabendbier für die ganze Mannschaft vorbei. Doch all das ist nichts gegen den vierten Modus, den Gagstatter seinem PR-Paten und Entwicklungspartner Ken Bloch zu verdanken hat: Weil der König der kontrollierten Querfahrt es in seinen Videos immer ordentlich qualmen lässt, hat der Chefingenieur dem RS zum ersten Mal bei einem Serienauto einen Drift-Mode programmiert, mit dem man den kompakten Boliden zum Brummkreisel machen und wunderbare Donuts auf den Asphalt malen kann. Rund um Runde dreht such der Projektleiter deshalb mit dem Kraftmeier im Kreis und während die Welt da draußen so langsam im beißenden Qualm verschwindet, wird das Strahlen in seinen Augen immer heller und sein Grinsen immer breiter. Obwohl er schon viele RS-Modelle verantwortet hat, ist der neue Focus für den Chefingenieur deshalb nicht nur das Projekt mit dem höchsten Spaßfaktor. Er hat noch einen zweiten Superlativ parat: „Noch nie haben wir bei der Fahrzeugentwicklung so viele Reifen verheizt, wie bei diesem Auto.“

Im normalen Einsatz fühlt sich der Focus  an wie ein übermotorisierter Kompakter
Im normalen Einsatz fühlt sich der Focus an wie ein übermotorisierter KompakterFoto: Ford

Ford Focus RS | Foto: Ford

Benjamin Bessinger/SP-X