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Ford Focus ST – Zügige Ford-Bewegung

Montag, 16. Mär. 2015

ST. Eines von zwei Kürzeln bei Ford, die schnellen Vortrieb garantieren. Das andere lautet RS, aber das prangt (noch) auf keinem Focus. Also rein ins Vergnügen mit dem ST, der knackige 184 kW (250 PS) auf die Vorderachse leitet und mit diesem Triebwerk für ein herrliches Fahrvergnügen sorgt. Um auch den schnellen Familienvater ins Boot zu holen, bietet Ford den ST auch als Turnier an und stellt damit den einzigen Sport-Kombi in dieser Klasse zur Verfügung.

Ford Focus ST – Zügige Ford-BewegungEin Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

ST. Eines von zwei Kürzeln bei Ford, die schnellen Vortrieb garantieren. Das andere lautet RS, aber das prangt (noch) auf keinem Focus.

Also rein ins Vergnügen mit dem ST, der knackige 184 kW (250 PS) auf die Vorderachse leitet und mit diesem Triebwerk für ein herrliches Fahrvergnügen sorgt. Um auch den schnellen Familienvater ins Boot zu holen, bietet Ford den ST auch als Turnier an und stellt damit den einzigen Sport-Kombi in dieser Klasse zur Verfügung.

Form und Funktion

Die geduckt und gleichzeitig gestreckt wirkende Karosse passt gut zu dem sportlichen Charakter des Focus ST. Herausragende Merkmale gegenüber seiner weniger stark motorisierten Kollegen sind bewusst zurückhaltend. Die 18-Zöller im ST-Design füllen die Radhäuser gut aus, Schnauze und Heck sind mit dezentem Spoiler bzw. Diffusor mit dem mittig integrierten Auspuff neben dem Dachspoiler äußerlich die einzig auffallenden Erkennungszeichen. Im Innenraum ist das ST-Design dagegen auffälliger. Die einem Maßanzug ähnelnden Recaro-Sitze, die entsprechend der Ausstattung auch in Bi-Color passend zu Außenfarbe zu ordern sind, bieten hervorragenden Halt in schnell gefahrenen Kurven. Die Bedienung sämtlicher Funktionen ist etwas gewöhnungsbedürftig, da zumindest die Mittelkonsole von Schaltern schier überfrachtet ist. Eng geschneidert wirkt der Fahrgastraum. Mag es an der niedrigen Karosse liegen, die dennoch genügend Kopffreiheit lässt? Oder ist es der recht schmal geschnittene Innenraum des Focus? In jedem Fall sind die Passagiere in einem Ford Focus gut eingebettet, was ein gewisses Maß an höherer Sicherheit suggeriert. Das auch mit 5 Sternen beim EURO-NCAP-Test sowie mit dem ebenfalls von EURO NCAP ausgezeichnetem Fahrer-Assistenz-Paket II bewiesen wird. Dieses 1.200 Euro kostende Paket beinhaltet den Active City Stop, elektrisch anklappbare Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung sowie Toter-Winkel-Assistent, den Fahrspur-Assistenten inkl. Müdigkeitswarner und Fernlicht-Assistent, die Verkehrsschilder-Erkennung und beheizbare Frontscheibe sowie Scheibenwaschdüsen. In der Summe betrachtet nahezu ein Schnäppchen. Es dient der Verkehrssicherheit dient und lässt entspanntes Reisen zu.

Foto: D. Stanka

Foto: D. Stanka  

Fahrverhalten

Nix gegen einen 2-Liter-Turbo-Benziner. Einen Motor, der in seiner Grundkonfiguration praktisch bei allen Herstellern zu finden ist. Vermisst haben wir den Fünfzylinder aus dem Vorgänger-ST sowie dem RS und dem RS 500 dennoch. Das heisere Röcheln, das brutale Anschieben und die unverkennbaren Motorsportgene mussten vielen neuen Ansprüchen weichen. Das sind zum einen die Vorschriften der EU-Abgasnormen und zum anderen die Vorschriften bezüglich Lärmentfaltung. So hört sich der Vierzylinder fast schon brav an. Einzig beim Beschleunigen dringt so etwas wie ein cooler Sound ins Fahrzeuginnere. Schade eigentlich. Dafür ist der Ford Focus in seiner im Moment schnellsten Ausgabe auch ein dienliches Fahrzeug für die Langstrecke. Da nervt kein martialischer Klang und die mitfahrende Familie kann sich entspannt unterhalten. Der von Ford im Durchschnitt angegebene Verbrauch von 7,2 Litern ist nur mit viel Zurückhaltung zu erreichen. Bei unseren Testfahrten zeigte der Bordcomputer meist über 10 Liter an, wobei anzumerken ist, dass wir meist recht flott unterwegs waren, kühle Temperaturen vorherrschten und Winterreifen montiert waren. Fast schon gewohnt perfekt sind die Fahreigenschaften des ST. Wie auch bei all den anderen Focus-Modellen ist das Fahrwerk mit einem Mix aus Sportlichkeit und Komfort so abgestimmt, das keine Schläge die Bandscheibe schädigen und dennoch die flotte Kurvenhatz mit Bravour erledigt wird. Beim ST ist die sportliche Abstimmung den Ticken straffer und wird mit der elektrischen Servolenkung EPAS, dem dreistufigen ESP sowie der elektronischen Differenzialsperre und dem CUSC-System harmonisch unterstützt. Die elektronische Servolenkung ist so kalibriert, dass sie Drehmomenteinflüsse noch feinfühliger erkennt und so zum Beispiel bei einfacher Geradeausfahrt besonders leichtgängig wirkt und bei sportlich gefahrenen Kurven extrem direkt mit entsprechend spürbarem Widerstand agiert. Durchaus schon sportlich ausgelegt ist die normale Stufe des ESP, die im Gegensatz zu den anderen Focus-Modellen deutlich später eingreift. Die Aufhebung der Traktionskontrolle im nächsten Schritt lässt schon leichte Drifts zu und greift erst dann wieder ein, wenn Hilfe dringend geboten ist. Ganz aus geht auch, sollte aber nur von erfahrenen Piloten und möglichst ausschließlich auf Rennstrecken genutzt werden.

Foto: D. Stanka

Gegensätzliche Wirkungen zeigend und dennoch aufeinander abgestimmt sind TVC und CUSC. Die elektronische Differenzialsperre TVC (Torque Vectoring Control) bremst in schnell angefahrenen Kurven das innere Rad gezielt ab, um die typische Untersteuertendenz eines Fronttrieblers zu mindern. Den entgegengesetzten Weg schlägt CUSC (Cornering Under Steer Control) ein. Durch eine gezielte Drehmomentzugabe wird, noch bevor das ESP einsetzt, die Gierwinkel-Sensibilität beeinflusst und das ganz gleich, ob der Fahrer gerade beschleunigt oder nicht. Die hebt den ST in Sphären, die von anderen Herstellern im Regelfall nur mit adaptiven Fahrwerken gelingt.

Fazit

Der Einstiegspreis des Ford Focus ST liegt bei 27.950 Euro. Gerade einmal 950 Euro mehr müssen für den Turnier bezahlt werden, was den sportlich orientierten Familienvater begeistern wird. Der ST mit Leder-Sport-Paket mit Zweizonen-Klimaautomatik und Leder-Stoff-Polsterung ist 1.000 Euro teurer und für 31.450 Euro leuchten Bi-Xenon-Scheinwerfer den Weg aus. Die dann mit Windsor-Leder bezogenen Sitze sind vorne 8fach elektrisch verstellbar und mit Popo-Heizung versehen. Das und die sowieso schon umfangreiche Serienausstattung gestalten den Ford Focus ST zu dem Kompaktsportler überhaupt. Denn die Mitbewerber sind entweder teurer oder nur als Coupé zu bekommen. Und da sind die Mankos des geringen Platzangebots beim Focus ST auf der Rückbank und die fummeligen Bedienungselemente plötzlich einerlei.

Foto: D. Stanka

Technische Daten: Ford Focus ST

Motor: 4-Zylinder-Benziner Getriebe: Sechsgang-Schaltung Hubraum: 2.000 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 184 kW (250 PS)/5.500 Max. Drehmoment: 360 Nm bei 2.000 bis 4.500 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.362/1.823/1.484 in mm Radstand: 2.648 in mm Leergewicht: 1.362 kg Zul. Gesamtgewicht: 2.050 kg Kofferrauminhalt: 363 – 1.148 l Bereifung: 235/40 R 18 Felgen: 8,5 x 18″ Leichtmetall Beschleunigung: 6,5 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 248 km/h Tankinhalt: 60 l Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 7,2 l auf 100 km Preis: 27.950 Euro inkl. MwSt.

 

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München