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Mercedes-Maybach G 650 Landaulet

Freitag, 17. Feb. 2017

Der König von Afrika Da können Defender und Land Cruiser einpacken: Als Landaulet wird die Mercedes G-Klasse zum ultimativen Safari-Shuttle. Gewöhnliche Touristen werden den Wagen aber wohl nie besteigen. Denn mit dem Maybach-Logo an der C-Säule klettert der Preis ins Unermessliche.

Der Preis dürfte jenseit der halben Million Euro liegen
Der Preis dürfte jenseit der halben Million Euro liegenFoto: Daimler

Der Preis dürfte jenseit der halben Million Euro liegen | Foto: Daimler

Der König von Afrika

Da können Defender und Land Cruiser einpacken: Als Landaulet wird die Mercedes G-Klasse zum ultimativen Safari-Shuttle. Gewöhnliche Touristen werden den Wagen aber wohl nie besteigen. Denn mit dem Maybach-Logo an der C-Säule klettert der Preis ins Unermessliche.

Mit den „Big Five“ kennt Luke sich aus. Schließlich arbeitet er schon seit Jahren als Wildhüter im Madikwe Game Reserve und wenn einer die großen Fünf findet, die man bei jeder Safari sehen muss, dann ist es der junge Südafrikaner. Doch in diesen Tagen tobt neben Löwen, Elefanten, Büffeln, Nashörnern und Leoparden noch ein weiteres Großkaliber durchs Unterholz des Naturparks an der Grenze zu Botswana. Denn kurz vor der Weltpremiere auf dem Genfer Salon inszeniert Mercedes hier die Jungfernfahrt des Maybach G 650 Landaulet. „Das wird der luxuriöseste Geländewagen und zugleich das exklusivste Cabrio der Welt“, sagt Gunnar Güthenke, der die Geschicke der G-Klasse verantwortet und die Auslieferung des neuen Luxusmodells für diesen Oktober verspricht. „Und es wird vermutlich auch der teuerste Mercedes, den wir aktuell in der Preisliste haben“, räumt er ein. Den genauen Tarif will er zwar erst in Genf verraten. Doch für die 357.000 Euro für die offene Maybach S-Klasse hat Güthenke nur ein Lächeln übrig und man kann wohl froh sein, wenn die erste der sechs Ziffern auf der Rechnung noch eine Fünf ist.

Ganz nebenbei bekommt die jetzt fast 5,50 Meter lange G-Klasse damit eine derart imposante Silhouette, dass Elefanten wie Kuscheltiere wirken und der Löwe abdanken kann
Ganz nebenbei bekommt die jetzt fast 5,50 Meter lange G-Klasse damit eine derart imposante Silhouette, dass Elefanten wie Kuscheltiere wirken und der Löwe abdanken kannFoto: Daimler

Ganz nebenbei bekommt die jetzt fast 5,50 Meter lange G-Klasse damit eine derart imposante Silhouette, dass Elefanten wie Kuscheltiere wirken und der Löwe abdanken kann | Foto: Daimler

Genau wie der 4x4 zum Quadrat nutzt der G 650 die Portalachsen von Unimog & Co
Foto: Daimler

Das Fahrgefühl im Fond ist tatsächlich königlich: Entweder räkelt man sich bequem auf der Sonnenliege, nippt am Champagner aus dem Silberkelch und lässt draußen die wilde Tierwelt Afrikas an sich vorbeiziehen. Oder man steht in der riesigen Luke, reckt das Haupt durchs offene Dach und kann sich nur mit Mühe ein königliches Grinsen oder ein päpstliches Winken verkneifen. Bei einer Parade mag das ja angebracht sein. Aber den anderen Big Five ist es herzlich egal was das Frischfleisch da auf dem Rücken von Nummer Sechs für einen Zauber veranstaltet. Die interessiert es nur, wenn man aussteigt und damit zur Beute wird. Aber warum sollte man aus einem Auto wie diesen tatsächlich aus- oder besser herabsteigen in die Niederungen der wirklichen Welt? Im diesem Königreich auf Rädern ist man der Welt so weit entrückt, dass man sich nicht einmal für den Motor interessiert und den Job am Lenkrad bereitwillig einem dienstbaren Geist überlässt. Dabei lockt das Landaulet auch unter der Haube mit dem Besten, was sie bei Benz aktuell an Antrieb zu bieten haben. Schließlich säuselt unter der Haube der sechs Liter große V12 aus dem G 65, der bei 630 PS und 1000 Nm selbst mit den 3,3 Tonnen dieses Dickschiffs keine Mühe hat. So, wie auch die Nashörner und Elefanten hier im Madikwe Game Ressort überraschend schnell Reißaus nehmen, wenn Wildhüter Luke mit seinem Land Cruiser mal wieder zu schnell um die Ecke kommt, so ist auch das Landaulet ein verkappter Sprinter. Von 0 auf 100 in weniger als sechs Sekundenden und bei Vollgas immerhin 180 km/h: Mit einem Giganten wie den G ist das ein buchstäblich atemberaubendes Erlebnis – erst recht, wenn man dabei auf einer Lederliege unter freiem Himmel lümmelt.

Der Landaulet ist ein perfektes Safari-Shuttle
Der Landaulet ist ein perfektes Safari-ShuttleFoto: Daimler

Der Landaulet ist ein perfektes Safari-Shuttle | Foto: Daimler

Entstanden ist der offene Viersitzer aus purem Übermut. Denn 38 Jahre nach ihrem Start ist die G-Klasse mittlerweile ein absoluter Selbstläufer und klettert von Rekord zu Rekord. „Nach dem Bestwert von 2015 haben auch im letzten Jahr noch einmal zugelegt und mit 20.000 Verkäufen ein weiteres All-Time-High erzielt“, sagt Güthenke und summiert den Gesamtabsatz des G-Modells auf mittlerweile deutlich mehr als 200.000 Exemplare. Weil darunter auch über 150 Exemplare des urgewaltigen 6x6 sowie bald 1.000 Einheiten des nicht minder spektakulären 4x4 zum Quadrat sind, haben Güthenke und sein Team bereits vor zwei Jahren zusammengesessen und über die nächste Sonderserie beraten. Und weil offenbar jemand kurz vor der entscheidenden Sitzung auf Safari war, ist es am Ende der ultimative Jagdwagen geworden. Zwar sieht G-Chef Güthenke, der selbst eine Zeit in Südafrika gelebt hat, in dem Landaulet den perfekten Safari-Shuttle und angeblich gibt es nicht nur in den Emiraten, in Russland und in Mitteleuropa, sondern tatsächlich auch in Südafrika großes Interesse an dem offenen Luxusliner. Doch die Chancen, dass der G 650 im Madikwe Game Reserve Wildhüter Luke noch öfter durch die Parade fährt, sind denkbar gering. Denn mehr als 99 Landaulets will Güthenke nicht bauen. Dagegen sind selbst die Big Five ein Massenphänomen.

Der neue König von Afrika hat keine Mähne, sondern ein Maybach-Logo
Der neue König von Afrika hat keine Mähne, sondern ein Maybach-LogoFoto: Daimler

Der neue König von Afrika hat keine Mähne, sondern ein Maybach-Logo | Foto: Daimler

Mercedes-Maybach G 650 Landaulet – Technische Daten:

Viersitziges SUV-Cabrio, Länge: 5,35 Meter, Breite: 2,19 Meter, Höhe: 2,24 Meter, Radstand: 3,45 Meter, Kofferraumvolumen: k.A. 6,0-Liter-V12-Benziner, 463 kW/630 PS, maximales Drehmoment: 1000 Nm bei 2.300-4.300 U/min, 0-100 km/h: 500.000 Euro --------------------------------------

Benjamin Bessinger/SP-X