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Take me higher

Infiniti QX30 Crossover

Montag, 1. Aug. 2016

  Infiniti ist in Europa und endlich auch in Deutschland auf einem guten Weg. Die ersten Meilensteine für einen Erfolg der japanischen Marke mit Sitz in Hongkong - Infiniti ist Teil der Renault-Nissan-Allianz - wurden im vergangenen Jahr mit dem kompakten Q30 gelegt und nun mit dem zügigen Ausbau des Händlernetzes optimiert. Der jüngste Spross der Q30-Familie wurde Ende Juli 2016 in Bonn vorgestellt. Der QX30 will höher hinaus und wächst mit seinem Crossover-Design gegenüber dem Q30 um 30 mm.

Ein Fahrbericht von unserem Automobilredakteur Dietmar Stanka

Infiniti ist in Europa und endlich auch in Deutschland auf einem guten Weg. Die ersten Meilensteine für einen Erfolg der japanischen Marke mit Sitz in Hongkong - Infiniti ist Teil der Renault-Nissan-Allianz - wurden im vergangenen Jahr mit dem kompakten Q30 gelegt und nun mit dem zügigen Ausbau des Händlernetzes optimiert. Der jüngste Spross der Q30-Familie wurde Ende Juli 2016 in Bonn vorgestellt. Der QX30 will höher hinaus und wächst mit seinem Crossover-Design gegenüber dem Q30 um 30 mm.

Foto: MARTIN MEINERS PHOTOGRAPHY

Form und Funktion

Die Karosse des QX30 wurde nahezu eins zu eins vom Q30 übernommen. Die Unterscheidungsmerkmale zeigen sich mittels der Kunststoffbeplankungen an den Radhäusern und den Schwellern sowie an Front und Heck mit Alumatt ausgefertigten Details des Stoßfängers bzw. Diffusors.

Das außergewöhnliche Design des Infiniti fasziniert ohne groß zu polarisieren. Fließende Linien harmonieren mit einer langen Motorhaube über ein niedriges angesetztes und Coupé-haft nach hinten gestrecktes Dach. Durchaus mal die Schattenseite eines Automobils, überzeugt das Heck des Infiniti QX30 mit einer ausgeprägten Eleganz.

Automobile von Infiniti erfüllten schon früh hohe Ansprüche an Qualität und Materialwahl. Premium musste es von Anfang an sein. Schließlich stellte man sich beim Verkaufsstart des Unternehmens 1989 in den USA und Kanada Mitbewerbern wie Audi, BMW, Cadillac, Mercedes und der nahezu gleichzeitigen startenden Marke Lexus.

Im C-Segment, der Fahrzeugkategorie in die unter anderem ein Audi A3, ein BMW 1er, eine Mercedes A-Klasse und auch deren SUV-Ableger wie der GLA fallen, ist der Kuchen eigentlich verteilt. Könnte man zumindest annehmen, da sich dort ja zudem die Großserienfahrzeuge Astra, Focus und Golf tummeln.

Foto: D. Stanka

Der Q30 und in unserem Fahrbericht nun auch der QX30 scheinen allerdings den Nerv der Verbraucher getroffen zu haben. Das andersartige Design, die hochwertige Verarbeitung vor allem das relativ günstige Preisgefüge verleihen der vielgepriesenen Individualität Flügel, ohne sich in X-tausend Farbspielereien zu verlieren.

Preisen wir also weiter und wenden uns dem in hoher Perfektion ausgeführten Interieur des QX30 zu. Die fließenden Linien werden weich im Innenraum fortgesetzt, das Cockpit ist ergonomisch ausgeführt und die Platzverhältnisse sind vorne wie hinten ausladend.

Fahrverhalten

Der QX30 ist gegenüber seinen Familienangehörigen mit großer Auswahl an Antriebsvarianten ausschließlich mit dem 2,2-Liter-Diesel mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb zu bekommen. 125 kW (170 PS) leistend, erreicht der QX30 mit einem Drehmoment von 350 Nm eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h und beschleunigt aus dem Stand in 8,5 Sekunden von 100 km/h.

Ordentliche Werte für einen Crossover, der im Regelfall gar nicht sportlich bewegt wird. Es aber mit seinem gut abgestimmten Fahrwerk sogar könnte. Bei unseren ersten Testfahrten rund um Bonn, das Siebengebirge und die Voreifel, bewies der Infiniti QX30 eine gute Performance bei einem Verbrauch von etwas weniger als 6 Litern.

Foto: Infiniti Europe

Das typische Nageln des von Mercedes-Benz stammenden Selbstzünders konnten die Ingenieure von Infiniti nicht abstellen. Ja, die Basis der Q30-Familie stammt zu großen Teil aus dem Schwabenland. Die Eingriffe von Infiniti gehen aber weit in die Tiefe und hinein in so viele Details, dass der Q30 und in unserem Falle der QX30 sich nicht einmal ansatzweise vor der Stuttgarter Konkurrenz fürchten müssen.

Ganz im Gegenteil. Optisch wie in einer Fülle von Verarbeitungsmerkmalen und auch durchaus im Fahrverhalten, zeigt Infiniti den Daimlers die lange Nase. Dass ein Q30 oder auch QX30 gegenüber der A-Klasse bzw. dem GLA deutlich günstiger ist, schlägt dem Fass dann ganz und gar den Boden aus.

Ausstattung

Solchermaßen komplett ausgestattet wünschten wir uns so manchen Vertreter aus dem direkten Mitbewerberfeld des Infiniti QX30. Aufzuzählen, was nicht an Bord ist, ein Cabrio-Verdeck beispielsweise, wäre fast einfacher. So ist es an uns, eine kleine Auswahl der Vielfalt zu treffen, die für den Kaufpreis von 38.600 Euro im Infiniti QX30 Premium serienmäßig verbaut sind.

Allrad ist klar, Parksensoren hinten na gut, Ultraschall-Alarmanlage, was Besonderes und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sind nicht an jedes Auto dieser Preisklasse geschraubt. Dazu kommen eine Zweizonen-Klimaautomatik, Navigationssystem inklusive Bluetooth, DAB+ und Verkehrszeichenerkennung.

Foto: Infiniti Europe

Durchaus empfehlenswert ist ein Blick auf die Ausstattungsvariante Premium Tech. 43.170 Euro teuer, bringt diese Version mit LED- Hauptscheinwerfern Licht ins Dunkle. Der Dachhimmel ist in Dinamica, einer Art Alcantara ausgeschlagen und die Fußleisten aus Aluminium gefertigt.

Mit dem Technikpaket für den QX30 Premium (1.170 Euro) liefert Infiniti einen automatischen Parkassistenten mit Rundumsicht-Monitor sowie schlüssellosen Zugang. Das Sicherheitspaket für den QX30 Premium Tech beinhaltet für 2.050 Euro zudem einen Tote-Winkel-Warner und eine adaptive Geschwindigkeitsregelung.

Last but not least kann noch am Sound gebastelt, sich auf Nappalederbezügen geräkelt, von oben Licht hereingelassen werden. Halt, eine Metallic-Lackierung und hinten abgedunkelte Scheiben können auch noch gewählt werden.

Fazit

Die Q30-Familie ist nun vollständig. Dem Verlangen der Kunden nachspürend ist der QX30 das bisschen höher gelegt, was zu vermeintlich mehr Übersicht und möglicherweise auch mehr Sicherheit verhilft. Dem Absatz der Marke wird dieses neue Modell zuträglich sein. Genau wie sein Äußeres dem oftmals schnöden und eintönigen Designbrei einiger Fahrzeuge aufpeppen wird.

Foto: MARTIN MEINERS PHOTOGRAPHY

Ein wesentliches Manko von Infiniti, das nahezu nicht vorhandene Händlernetz in Deutschland, löst sich mehr und mehr in Wohlgefallen auf. Per Ende Juli ist das Netz auf neun Verkaufsstellen und 18 Service-Partner angewachsen. Weitere Betriebe kommen in den nächsten Monaten dazu, sodass die weißen Flecken auf der Landkarte immer kleiner werden. Somit kein Grund mehr, von dieser Marke fernzubleiben.

Technische Daten: Infiniti QX30

Motor 4-Zylinder-Diesel
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Hubraum 2.143 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 125 kW (170 PS)/3.400 – 4.000
Max. Drehmoment 350 Nm bei 1.400 – 3.400 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.425/1.815/1.515 in mm
Radstand 2.700 in mm
Leergewicht 1.610 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.075 kg
Kofferrauminhalt 430 – 1.510 l
Bereifung 235/45 R18
Felgen 8 x 18″ Leichtmetall
Beschleunigung 8,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 215 km/h
Tankinhalt 56 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr 4,9 l auf 100 km
Preis 38.600 Euro inkl. MwSt.

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Fotos: © MARTIN MEINERS PHOTOGRAPHY (2 Fahraufnahmen) /

© Infiniti Europe ( 2 Innenaufnahmen) / © D. Stanka (1 Standbild)

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München