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Mächtiger denn je

Kia Sorento 2.2 CRDi AWD

Donnerstag, 12. Mai. 2016

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Der Kia Sorento ist in Europa der mächtigste Vertreter der südkoreanischen Marke. In den USA herrscht über diesem Modell nur noch der Mini-Van Sedona. In der dritten Generation zeigt sich der große SUV souveräner und selbstbewusster denn je. Mit der ersten Generation des Sorento aus dem Jahr 2002 hat die dritte und aktuelle nichts mehr gemein. Zu stark die Einflüsse von Peter Schreyer, dem Chefdesigner und heutigen Mitglied der Geschäftsleitung, der der Marke Kia ein insgesamt homogeneres Design verpasst hat.

Foto: D. Stanka

Form und Funktion

Der Kühlergrill beweist Stärke und Kraft. Diamanten ähnlich sind die Elemente angeordnet, die den Lufteinlass aufgliedern. Daneben die schmal ausgeführten Hauptscheinwerfer, die in den beiden oberen Ausstattungslinien Spirit und Platinum mit Bi-Xenon-Leuchten ausgestattet sind.

Die gegenüber dem Vorgänger um 15 mm geschrumpfte Dachlinie lässt die deutlich länger gewordene Karosse (4,78 m) reichlich mächtig erscheinen. Im Gegensatz zu den nach hinten nahezu schon Coupé-haft geschnittenen Fenstern, fällt das Dach nicht ab. Das und die relativ steil stehende Heckklappe schaffen reichlich Raum. Entweder für das Gepäck oder/und für eine optionale dritte Sitzreihe, die für 900 Euro ausschließlich für Spirit und Platinum verfügbar ist.

Foto: D. Stanka

Das gesamte Innenleben strahlt eine hohe Qualität gepaart mit sinnvoll ausgewählten Materialien aus. Die Verarbeitung passt in einem Maße, das durchaus mit teureren Automobilen dieses Segments mithalten kann. Doch auch bei Kia sind die Preise mit den Ansprüchen gestiegen. Der von uns getestete Sorento kostet in der Platinum-Version 51.190 Euro.

Leder und Sitzheizung vorne und auch hinten auf den beiden äußeren Plätzen sind dann aber schon vorhanden. Die Bestuhlung schafft im Übrigen die Spreizung zwischen hohem Komfort, notwendigem Seitenhalt und vernünftiger Beinauflage.

Genügend Raum ist auch für zu transportierente Güter vorhanden. 660 Liter sind es im Fünf-Sitzer-Modus, bis 1.732 in flacher Position. Zudem ist die Rückbank in der Länge verstellbar, was mehr Platz für die Beine der Passagier im Fond verschafft. Zusätzlichen Nutzen, beispielsweise für den Transport von Skiern, verspricht die Rücksitzteilung 40/20/40.

Foto: D. Stanka

Fahrverhalten

Ein Motor muss für Europa genügen, sagt sich Kia. Der 2,2-Liter-Diesel mit 147 kW (200 PS) leistet sich mit Turboaufladung ein Drehmoment von 441 Nm. Entweder per manueller Sechsgang-Schaltung oder, wie bei unserem Testwagen mit einem ebenfalls sechs Gänge umfassenden Automatik geschaltet. Selbst einen reinen Fronttriebler bietet Kia an, der in der Edition 7 Variante gerade einmal 34.990 Euro kostet.

Ein ordentliche Maschine, die in drei verschiedenen Modi gefahren werden kann. Normal, Eco und Sport. Wobei sich Eco und Normal nur marginal unterschiedlich anfühlen. Im Sport-Modus werden dagegen sämtliche Pferdchen und Newtonmeter freigesetzt. Das treibt den in der Allrad-Platinum deutlich über 2 Tonnen schweren SUV in 8,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Eingebremst wird der Sorento bei 200 km/h, wobei wir diese Marke auf einer freien Autobahn leicht überschritten haben.

Da solche Geschwindigkeiten nur selten erzielt wurden und sich ein Großteil unserer gefahrenen Testkilometer auf Landstraßen und meist gut fließenden Stadtverkehr verteilten, erhofften wir uns einen geringen Spritverbrauch. Oder auch Werte, die sich an den von Kia angegebenen Durchschnitt von 6,7 Litern orientierten. Trotz vorausschauender Fahrweise und wenig Kickdowns lagen wir im Schnitt nur knapp unter 9 Litern.

Foto: D. Stanka

Äußerst angenehm empfanden wir dagegen das halbautomatisierte Fahren auf der Autobahn A96 von München in Richtung Lindau. Die bis hinter Landsberg sehr kurvenreiche ist fast durchgehend mit Tempolimits versehen. Eine Aufgabe für die adaptive Geschwindigkeitsregelung, mit der wir uns ganz einfach dem fließenden Verkehr angeschlossen haben.

Egal ob 80, 100 oder 120 km/h. Egal ob der Vorderwagen abbremst. Unser Sorento folgte brav und beschleunigte oder ging vom Gas. Entspanntes Fahren also, das zusätzlich vom Spurhalteassistenten sowie dem Tote-Winkel-Warner unterstützt wurde.

Foto: D. Stanka

Ausstattung

Platinum sagt bereits alles. Wir können somit das Pferd von hinten aufzäumen und über die noch möglichen aufpreispflichtigen Sonderausstattungen zu plaudern. 580 Euro sind beispielsweise für eine Metallic-Lackierung wie bei unserem Testwagen zu berappen. Jeweils 490 Euro für Leder entweder in Hellgrau/Schwarz bzw. Braun.

850 Euro für eine Anhängerkupplung, 849 Euro für Sport-Endschalldämpfer oder 1.469 Euro für eine Kombination der beiden genannten Optionen. Bleibt noch die Standheizung für 1.955 Euro und die bereits erwähnte dritte Sitzreihe für 900 Euro.

Ein kurzer Querschnitt soll die üppige Serienausstattung des Kia Sorento erläutern. In der Platinum-Variante rollt der SUV auf 19 Zoll großen Leichtmetallfelgen mit 235er Bereifung. Der Style ist eine Nummer kleiner auf 18 Zoll unterwegs, die beiden anderen Versionen namens Edition 7 und Vision begnügen sich mit 17 Zoll.

Foto: D. Stanka

Bei der Sicherheitsausstattung wie ABS, ESC, Airbags sowie praktischen Details wie die Berganfahrhilfe sowie den Bremsassistenten sind sämtliche Varianten wieder gleich auf.

Gleiches gilt für Bluetooth, der Ausstattung mit sechs Lautsprechern und auch für den höhenverstellbaren Fahrersitz.

Fazit

Kia schreitet mit Siebenmeilen-Stiefeln voran. Die südkoreanische Marke hat neben dem extrem verbesserten optischen Auftritt zudem die Qualität verfeinert. Bleibt noch das Thema Antrieb, dass es definitiv zu optimieren gilt. Die Motoren könnten sparsamer und gleichzeitig kräftiger werden. Wobei der im Sorento verbaute 2,2-Liter-Diesel das Attribut kräftig durchaus bereits erreicht hat. Aber noch ist nicht aller Tage Abend und die Entwickler in Rüsselsheim sind für die künftigen Generationen kräftig am Werkeln.

Technische Daten: Kia Sorento 2.2 CRDi AWD Platinum

Motor 4-Zylinder-Diesel
Getriebe Sechsgang-Automatik
Hubraum 2.199 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 147 kW (200 PS)/3.800
Max. Drehmoment 441 Nm bei 1.750 – 2.750 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.780/1.890/1.685 in mm
Radstand 2.780 in mm
Leergewicht 2.066 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.510 kg
Kofferrauminhalt 660 – 1.732 l
Bereifung 235/55 R19
Felgen 7,5 x 19″ Leichtmetall
Beschleunigung 9,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Tankinhalt 71 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr 6,7 l auf 100 km
Preis 51.190 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München