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Hatten wir Cabrio-Wetter im Winter 2015/2016?

Chevrolet Corvette Stingray Cabriolet

Freitag, 18. Mär. 2016

  Na ja. Schnee und Eis gab es nicht viel. Dennoch war nur selten  Genau deshalb schießen wir nun einen Fahrbericht von einem der wohl faszinierendsten Offenbarungen mit unwahrscheinlich viel Power in den Äther. Genau das richtige Automobil, wenn die Tage wieder länger und die Nächte lauer werden. Das Chevrolet Corvette Stingray Cabriolet. Die siebte Ausbaustufe namens C7 des legendären US-Sportwagens.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Hatten wir einen Winter 2015/2016? Na ja. Schnee und Eis gab es nicht viel. Dennoch war nur selten Cabrio-Wetter. Genau deshalb schießen wir nun einen Fahrbericht von einem der wohl faszinierendsten Offenbarungen mit unwahrscheinlich viel Power in den Äther. Genau das richtige Automobil, wenn die Tage wieder länger und die Nächte lauer werden. Das Chevrolet Corvette Stingray Cabriolet. Die siebte Ausbaustufe namens C7 des legendären US-Sportwagens.

Foto: D. Stanka

Form und Funktion

Das Weiche ist fast komplett verschwunden. Die Rundungen, die eine C6 noch vorzuweisen hatte, sind harten Kanten gewichen. Geblieben sind die lange Motorhaube und ein von einem Spoiler verziertes Heck. Unter diesem sind vier runde Rohre eingebettet, die den blubberigen Sound des 6,2-Liter-V8 in die Welt pusten. Die Seitenlinie wird von herrlich gewölbten vorderen Kotflügeln betont.

Foto: D. Stanka

Auf diesen zeigen sich zudem der Stingray und Lüftungsschlitze für Bremsanlage. Die Front ist von weit nach außen und nach oben gezogenen Scheinwerfern mit einer sichelförmigen Signatur des LED-Tagfahrlichts geprägt. Dazwischen eine Motorhaube, die mit ihrem Hubbel Platz für den Small Block liefert. Offen oder geschlossen ist diese Corvette definitiv eine Augenweide. Apropos öffnen oder schließen. Ins Auto gelangt man mit einem Griff in die Mulden in den Türen. Doch aufgepasst. Lange Nägel könnten sich verhaken und daher empfiehlt es sich, als Gentleman zu agieren und der weiblichen Begleitung die Tür zu öffnen.

Das Dach lässt sich per Knopfdruck elektrohydraulisch bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h in rund 21 Sekunden öffnen oder schließen. Ist es einmal geöffnet, schrumpft der Kofferraum von 243 auf 171 Liter. Wem das zu wenig ist, sollte auf das Coupé zurückgreifen, dessen Laderaum für einen Sportwagen dieser Couleurs ein unglaubliches Volumen von 593 Litern bereitstellt.

Foto: D. Stanka

Früher, als alles noch anders, nur meist nicht besser war, waren US-amerikanische reichlich schlampig verarbeitet. Wird zumindest an deutschen Stammtischen gerne behauptet. Die heutige Corvette C7 entspricht diesem angeblichen Makel allerdings in keiner Weise. Verwendete Materialien, Leder, Mikrofaser-Veloursleder, Aluminium und Karbonfaser sind herausragend in Handarbeit veredelt.

Foto: D. Stanka

Fahrverhalten

Small Block. Hört sich so lächerlich an. Dabei ist ein Hubraum von 6,2 Litern alles andere als lächerlich. Doch da war ja noch der Big Block. Mit bis zu 9,4 Litern an Hubraum mächtig heftig. Aber es ging bei dieser Unterscheidung nicht immer nur um die Motorengröße. Das aber nur nebenbei, damit wir keine Schelte von V8-Experten bekommen. Unter der Haube der C7 arbeiten acht Zylinder in klassischer V-Form angeordnet und verrichten dabei ein angenehmes Werk wunderbarer Blubberei. Um gleich mal allen Stammtischparolen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Eine Corvette ist kein Spritsäufer. Ganz und gar nicht. Es ist eines der wenigen Autos auf diesem Planeten, das den vom Werk angegebenen Durchschnittsverbrauch von 12,3 Litern problemlos unterbietet. Jawohl, unterbietet. Und zwar je nach Fahrweise sehr deutlich. 10 – 11 Liter sind das Maß der Dinge. Noch weniger geht, wenn lockeres Cruisen angesagt ist und die Zylinderabschaltung den V8 einen Vierzylinder verwandelt. Natürlich geht auch mehr. Wenn der Corvette die Sporen gegeben werden, der Spurt von 0 auf 100 km/h in 4,2 Sekunden zurückgelegt wird und sich die Tachonadel in Richtung 300 km/h bewegt. Dann wird auch die Corvette durstig, übertreibt es dennoch niemals wirklich. Mit einem Handstreich wischen wir nun ebenfalls die Ammenmärchen beiseite, die einem US-amerikanischen Sportwagen eine schlechte Performance bezüglich des Fahrverhaltens unterstellen. Die Magnetic Selective Ride Control von General Motors ist das Zauberwort für eine Bodenhaftung bester Eltern. In Sekundenbruchteilen werten Sensoren im Fahrwerk die Beschaffenheit der Fahrbahn aus und bügeln jede Unebenheit glatt. Die bayrische Voralpenlandschaft mutiert daher mit kurvigen Straßen zur perfekten Spielwiese für die C7. Da wird sich so mancher Lenker von Fahrzeugen aus Maranello und Zuffenhausen wundern, wenn er (wieder einmal) von einer Corvette ganz locker geschnupft wird. Mit Active Rev Matching haben sich die Ingenieure aus Detroit für die Corvette ein feines Spielzeug einfallen lassen. Zwischengas bei Gangwechseln Was bei Automatik- oder Doppelkupplungsgetrieben eine einfache Sache ist, ist bei einem manuellen Schaltwerk eine coole technische Raffinesse, die eine Corvette bestens beherrscht.

Ausstattung

Die beiden Ausstattungslinien nennen sich 2LT und 3LT. Dazu steht noch die Wahl zwischen Coupé und Cabriolet sowie Siebengang manuell und Achtgang automatisch an. Das Coupé startet mit manuellem Getriebe als 2LT bei 79.500 Euro, die Spitze wird vom 3LT Cabrio und Achtgang-Automatik bei 90.950 Euro markiert.

Foto: D. Stanka

Kein Ammenmärchen ist die umfangreiche Serienausstattung der Corvette. Details, die bei den meisten anderen Herstellern dieser Kategorie teuer erkauft werden müssen, sind in der Corvette bereits an Bord. Unter anderem das 3-D-Navigationsgerät, das auf einem 8 Zoll großen Touchscreen visualisiert wird.

Foto: D. Stanka

Zudem sind Dualkameras im vorderen Kotflügel verbaut, die eine Ansicht der Fahrzeugspitze aus der Vogelperspektive auf dem Monitor zeigen, um kratzerfrei einzuparken. Der Sound kommt bei der Corvette nicht nur aus den vier Auspuffrohren, sondern auch aus einer Bose HiFi-Anlage, die 8 Lautsprecher und zwei Subwoofer enthält. Sämtliche für Europa gebauten Chevrolet Corvette werden zudem mit dem Z51 Performance-Paket ausgeliefert. Dieses beinhaltet unter anderem die Brembo-Bremsanlage, ein Trockensumpf-Schmiersystem, ein Achskühl- und Getriebeölkühlsystem, eine elektronische Differenzialsperre, Michelin Pilot Super-Sport ZP Runflat-Reifen sowie das Performance Traction Management zur Justierung der fünf Fahrmodi.

Fazit

Wer einmal die Vorzüge einer Corvette genießen konnte, ist infiziert. Mit einem Virus, der durch Mark und Bein geht und die gute Laune bis ins Unermessliche treibt. Die brachiale Leistung ist mit einer traumhaften Optik gepaart, die schwärmen lässt. Fahrwerk und Motor sind absolut auf europäischem Sportwagen-Niveau. Dagegen ist das Preisgefüge mehr als nur in Ordnung. Oder anders, so günstig funktioniert Sportwagen fahren nirgends. So entstehen Frühlingsgefühle auch an kühlen Tagen.

Technische Daten: Chevrolet Corvette Stingray Cabriolet

Motor V8-Benziner
Getriebe Siebengang-Schaltung mit Active Rev Matching
Hubraum 6.162 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min 343 kW (466 PS)/6.000

Max. Drehmoment 630 Nm bei 4.600 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.492/1.872/1.243 in mm

Radstand 2.711 in mm
Leergewicht 1.667 kg

Zul. Gesamtgewicht 1.840 kg

Kofferraumvolumen 243 l, bei geöffnetem Dach 171 Liter

Bereifung 245/35 R 19 vorne, 285/30 R 20 hinten

Felgen 8,5 x 19″ vorne, 10 x 20″ hinten, Leichtmetall

Beschleunigung 4,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 290 km/h
Tankinhalt 70 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr 12,3 l auf 100 km

Preis 84.500 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München