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Kia Picanto - Smartes Tigerchen

Mittwoch, 30. Dez. 2015

Kleinstwagen sollten smart sein. Aber nicht zwingend so genannt werden. Schließlich sind ja auch noch ein paar andere Hersteller in diesem Winzigwagen-Segment unterwegs. Kia beispielsweise mit dem Picanto. Nahezu baugleich mit dem Hyundai i10, dem Konzernbruder aus Südkorea. Der uns bereits im Sommer 2014 zu Beifallsstürmen hinreißen ließ. Gleiches sollte also auch beim Picanto passieren.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur  Dietmar Stanka

Form und Funktion

Motor vorne, Gepäckraum hinten. Klassisch die Aufteilung der Gegebenheiten und praktisch der Nutzen des von uns gefahrenen Fünftürers. Ja, auch den Kia Picanto gibt es in einer dreitürigen Version, für schlappe 500 Euro weniger. Was uns gleich zum Preisgefüge des sympathischen Fahrzeugs führt, das bei 8.990 Euro beginnt und bei 13.540 ohne Sonderausstattung endet. Dazu später mehr.

Foto: D. Stanka

Die Schnauze des Kia Picanto soll mit seinem Kühlergrill an eine Tigernase erinnern. So zumindest die Designsprache bei Kia, die mit diesem Beatmungsorgan den Wiedererkennungseffekt quer durch alle Baureihen erhöhen will. Unterhalb des Grills ist bei unserem Flitzer eine rote Spange angebracht. Eines der äußeren Merkmale des 390 Euro teuren Sportpakets, das zudem mit dynamisch aufgeplusterten Stoßfängern vorne und hinten, Doppelrohrauspuff sowie hinteren Parksensoren aufwartet.

Innen ist der Kleine ganz schön groß. Zumindest gefühlt. Die vorderen beiden Plätze bieten angenehm viel Schulter- und auch Kopffreiheit und selbst hinten lässt es zumindest auf nicht allzu langen Strecken angenehm reisen. Anders als bei einigen anderen Mitbewerbern die Materialanmutung des Picanto. Durchwegs hochwertig und sauber aufeinander abgestimmt, liefert dieser Kia auch auf diesem Parkett eine gute Figur ab.

Fahrverhalten

Wir waren auf unserer Testtour durch die westlichen Ausläufer des Odenwaldes mit dem 1,2-Liter-Vierzylinder unterwegs. 63 kW (85 PS) stark, spurtet dieser Picanto in 11,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Dies qualifiziert dieses Modell sogar als Langstreckenfahrzeug.

Foto: D. Stanka

Den Anstieg auf die südlich von Darmstadt gelegene Burg Frankenstein bewältigte der Picanto mit lässiger Lockerheit. Die Fahrt dorthin und wieder zurück nach Darmstadt führte uns über Autobahnen und Landstraßen sowie durch urbane Gebiete mit vielen roten Ampeln. Dort war die Start-Stopp-Automatik von Nutzen, die den Motor des Kia Picanto kurzfristig lahmlegte.

Aber halt. Start-Stopp ist nur im Komfortpaket erhältlich und das ist wiederum ausschließlich für die teuerste Ausstattungsvariante Spirit zu bestellen. Der Rest der Picanto-Meute muss auf diese Spritsparfunktion leider komplett verzichten.

Ein klein bisschen Ausgleich für diese Ausstattungslücke ist unserer Ansicht das dynamisch ausgelegte Fahrwerk und die direkte Lenkung des Kia Picanto. Mit einem Radstand von etwas mehr als 2,38 m ist bei einer Außenlänge von knapp 3,60 m viel Raum zwischen den Achsen. Dieser ist nicht nur für relativ viel Innenraum, sondern auch für ein ausgewogenes Fahrverhalten verantwortlich.

Foto: D. Stanka

Ausstattung

Start, Attract, Edition 7 Spirit und im Moment noch die Dream-Team Edition buhlen um die Gunst der Kleinstwagen-Käufer. Der 1-Liter-Dreizylinder mit 66 PS fühlt sich, ebenso wie die gleichermaßen motorisierte Autogas-Variante 1.0 LPG mit einem PS mehr, in einem städtischen Umfeld am wohlsten.

Unser Testwagen mit 85 PS kostet als Spirit immerhin schon schlappe 13.540 Euro. Sage und schreibe 4.100 Euro mehr als das schwächere Einstiegsmodell Start. Dafür sind aber eine Fülle an Details mit an Bord, die das Autofahrerleben um ein Vielfaches erleichtern.

Dazu zählen Klimaanlage, Kia CD-Radio und sechs Lautsprechern, Bluetooth-Freisprech-einrichtung, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Multifunktions-Lederlenkrad, Türgriffe in Chromoptik innen und außen, Kühlergrill mit Chromrahmen, 15 Zoll große Leichtmetallfelgen Nebelscheinwerfern sowie LED-Tagfahrlicht und Rückleuchten im LED-Design.

Foto: D. Stanka

Das bereits erwähnte Komfort-Paket für weitere 850 Euro hält zusätzlich eine Klimaautomatik, Sitzheizung vorn, beheizbares Lenkrad, Außentemperaturanzeige, elektrisch anklappbare Außenspiegel mit integrierten LED-Blinkleuchten sowie EcoDynamics inkl. Start-Stopp-System und Energie-Regenerationssystem bereit.

Unser Kleiner glänzte dann noch in Titaniumsilber Metallic, das mit weiteren 460 Euro zu Buche schlägt. In der Summe 15.240 teuer könnte man sich dann noch das fest eingebaute Navigationssystem für 690 Euro gönnen, das nicht nur den richtigen Weg weist, sondern auch eine Rückfahrkamera beinhaltet.

Fazit

Der Kia Picanto ist ein smarter Kleinstwagen mit hübscher Tigernase. Mit der umfangreichsten Version Spirit + Sport- und Komfortpaket zwar über 15.000 Euro teuer, dafür aber bestens ausgestattet. Da muss für andere smarte Kleinstwagen der Geldbeutel noch ein bisschen weiter geöffnet werden. Zudem wartet der Picanto mit dem Autogas-Antrieb (LPG) auf. Für urbane Vielfahrer wie Liefer- oder Pflegedienste eine überlegenswerte Alternative. Und die Moral von der Geschichte? Ganz klar. Applaus gibt es auch für den Kia Picanto.

Technische Daten: Kia Picanto 1.2 CVVT Spirit

Motor: 3-Zylinder-Benziner Getriebe: Fünfgang-Schaltung Hubraum: 1.248 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 63 kW (85 PS)/6.000 Max. Drehmoment: 120 Nm bei 4.000 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 3.595/1.595/1.480 in mm Radstand: 2.385 in mm Leergewicht: 940 kg Zul. Gesamtgewicht: 1.430 kg Kofferrauminhalt: 200 – 870 l Bereifung: 175/50 R 15 Felgen: 5,5 x 15″ Leichtmetall Beschleunigung: 11,9 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h Tankinhalt: 40 l Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 4,6 l auf 100 km Preis: 13.540 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München