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Mitsubishi Pajero – Über kurz oder lang …

Samstag, 5. Dez. 2015

… führt auf der Suche nach einem leistbaren Geländewagen kein Weg am Urgestein Mitsubishi Pajero vorbei. Über kurz oder lang muss noch entschieden werden, denn der Pajero ist mit zwei Radständen bzw. drei und fünf Türen erhältlich. Wir haben beide unter die Lupe genommen und stehen deshalb nicht vor der Qual der Wahl, welches Derivat nun das sinnvollere ist. Unser Fahrbericht wird aber aufzeigen, welcher Pajero für wen geeignet ist.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Form und Funktion

Ganz schön lang oder auch nicht, aber immer gleich hoch. Aus dem Mitsubishi Pajero blickt man hinunter. Selbst auf die Fahrer von vielen SUV. Dieses Gefühl der Erhabenheit hat aber nichts mit einer herablassenden Art zu tun. Das Gegenteil ist es. Der Mitsubishi Pajero lädt zum cruisen ein und mit seinem riesigen Platzangebot, vor allem im 5-Türer, ist er das Automobil für Freizeit, Hobby und Familie.

Foto: D. Stanka

Doch der 3-Türer überzeugt ebenfalls. Klar ist er mit seiner kürzeren Bauart nicht so schluckfreudig. Dafür ist er im urbanen Verkehr, aber auch in unwegsamen Gelände wendiger und das bisschen agiler als sein langer Bruder. Mit der Modellpflege änderte sich übrigens nicht nur die komplette Kühlermaske, sondern auch die gesamte Optik des 3-Türers. Dieser erhält nämlich die gleichen Kotflügelverbreiterungen wie der 5-Türer und sieht damit etwas properer aus.

Das Interieur des Mitsubishi Pajero zeigt sich auf der einen Seite robust genug für den Einsatz im Geländer, auf der anderen Seite verströmt es genau das richtige Quantum an Eleganz und qualitativ hochwertigen Materialien. Auf der seitlich nach rechts aufschwenkenden Hecktür ist das Reserverad nach alter Väter Sitte montiert. Macht ja auch Sinn. Denn wer will schon bei Wind und Wetter und womöglich im Schlamm versunken, am Unterboden nach einem Ersatzrad suchen?

Immer an Bord, allerdings versenkt montiert, sind die beiden hinteren Sitzgelegenheiten der dritten Reihe im 5-Türer. Umgeben von scharfen Kanten an den Kunststoffabdeckungen sollte man bei der Aktivierung der Sitze auf seine Hände achten. Wird das komplette hintere Mobiliar flachgelegt, passt in die lange Version ein Fahrrad. Oder auch zwei. Vielleicht auch drei. Und zwar einfach so. Ohne Demontage auch nur irgendeines Teiles. Und wo ein Rad reinpasst, ist ansonsten auch viel Platz für andere Dinge des täglichen Lebens.

Foto: D. Stanka

Fahrverhalten

Morgens schüttelt sich der Pajero mit seinem kräftigen 3,2-Liter-Diesel nach dem Anlassen erst einmal wach. Der Vierzylinder-Turbo ist ein Vertreter der alten Schule. Hörbar ein Selbstzünder, aber nie unangenehm aufdringlich in seiner Klangfärbung. 147 kW (200 PS) leistend und dabei ein Drehmoment von 441 Nm ab einer Drehzahl von 2.000 Umdrehungen in Richtung Antriebsachsen schickend.

Wobei nicht beide Achsen gleichzeitig befeuert werden müssen. In unserer Testwagenphase in November 2015 war eher Frühling als Spätherbst angesagt, sodass wir bis auf wenige Ausnahmen faktisch nur mit dem Hinterradantrieb unterwegs waren. Die Wahl eines der anderen vier Fahrmodi erfolgt über einen Wählhebel neben der Gangschaltung in der Mittelkonsole. Verfügbar sind mit dem Super Select 4WD (SS4-II) genannten System der klassische Allradantrieb und zwei Untersetzungen für die schwierigen Verhältnisse in unwegsamen Gebieten. Ab der Ausstattung Plus kommt der Pajero zudem mit einem sperrbaren Hinterachsdifferenzial.

Für die echten Freaks seien noch die wesentlichen Kennzahlen genannt, die einen echten Geländewagen auszeichnen. Die technisch mögliche Wattiefe beträgt 700 mm, der Böschungswinkel vorne 34,6 bzw. 34,5 Grad (3- bzw. 5-Türer), der Böschungswinkel hinten 34,3 bzw. 24,5 Grad. Beim Neigungswinkel liegen beide Varianten gleichauf bei 45 Grad, ebenso bei der Steigfähigkeit von 70 Prozent. Unterschiedlich sind wieder die Rampenwinkel, die 24,1 bzw. 22,2 Grad betragen

Foto: D. Stanka

Geschaltet wird die Top-Ausstattung des Mitsubishi Pajero immer mit einer fünfstufigen Automatik. Diese ist für die Linie Plus für einen Aufpreis von 1.900 Euro ebenfalls erhältlich. Für flottere Gangarten steht ein S-Modus oder der individuelle Eingriff in das Schaltwerk zur Verfügung. Die Verbrauchswerte des Pajero, egal ob kurz oder lang, orientieren sich im Allgemeinen an den von Mitsubishi angegebenen Zahlen, die innerorts gelten. Gut 10 - 11 Liter sind es meistens, wenn der Pajero einigermaßen zügig bewegt wird.

Ausstattung

Den Mitsubishi Pajero gibt es in beiden Karosserievarianten in der Basisausstattung ohne Beinamen sowie als Plus und als Top. Unsere beiden Testkandidaten rollten jeweils in der Top-Ausstattung in Richtung Oberbayern. Der Kurze zu einem Preis von 44.990 Euro, der Lange für 49.990 Euro. Wer mit der Basis zufrieden ist, muss für den 3-Türer gerade einmal 32.990 Euro ausgeben, der 5-Türer kostet 4.000 Euro mehr.

Der Einstieg in die Welt der Pajeros beginnt mit einer umfangreichen Sicherheitsausstattung, die unter anderem ABS, die elektronische Stabilitätskontrolle und Traktionskontrolle (MASC/MATC) sowie die elektronische Bergabfahrhilfe (EBAC) umfasst. Des Weiteren sind eine Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, USB-Schnittstelle, Radio-CD, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel sowie sechs Lautsprecher an Bord.

Foto: D. Stanka

Plus und Top sind zwar deutlich teurer (Plus Handschalter als 3-Türer 38.990, bzw. als 5-Türer 43.990, 5-Türer wie bereits oben erwähnt), sind dafür aber wesentlich umfangreicher ausgestattet. Beiden Varianten sind beispielsweise 18 Zoll, statt 17 große Leichtmetallräder gemein. Die Sitzheizung vorne ist ebenso obligatorisch wie Xenon-Scheinwerfer mit Fernlichtassistenten, Bluetooth, Licht- und Regensensor sowie ein Multifunktionslenkrad.

Top legt, Nomen est Omen, mit dem Navigationssystem inklusive zweier SD-Kartenschächte (bis 32 GB), Lederausstattung, Dachreling und dem Mitsubishi Power Sound System mit acht Lautsprechern noch einiges an Details drauf.

Fazit

Ob kurz oder lang ist beim Mitsubishi Pajero eine Frage der eigenen Bedürfnisse. Gleiches gilt für die Wahl der Ausstattungslinien. Wer in erster Linie einen zugkräftigen Kumpel sein Eigen nennen möchte, dem wird die Basisausstattung genügen. Mehr Luxus offerieren die gehobenen Varianten, auch weil dann die Automatik optional oder sogar serienmäßig verbaut ist. So ist es schwer, an dem Mitsubishi Pajero vorbeizukommen. Vor allem, weil er sich in seinem Segment durch ein hervorragendes Preis- Leistungsverhältnis auszeichnet.

Technische Daten: Mitsubishi Pajero 3.2 DI-D Top 5-Türer

Motor 4-Zylinder-Benziner
Getriebe Sechsgang-Schaltung
Hubraum 3.200 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 147 kW (200 PS)/3.800
Max. Drehmoment 441 Nm bei 2.000 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.900/1.875/1.890 in mm
Radstand 2.780 in mm
Leergewicht 2.385 kg
Zul. Gesamtgewicht 3.030 kg
Kofferrauminhalt 215 – 1.789 l
Bereifung 265/60 R18
Felgen 7,5 x 18″ Leichtmetall
Beschleunigung 11,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Tankinhalt 88 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr 8,5l auf 100 km
Preis 49.990 inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München