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Skoda Superb Combi - So viel Platz

Dienstag, 29. Sep. 2015

1.000 Euro trennen die Superb Limousine vom Combi. Skoda ist mit diesem Preisniveau ganz klar das preiswerteste Angebot im Segment. Wobei Wert der entscheidende Faktor in dieser Betrachtung ist. Das gilt für das Design ebenso wie die Materialien und die Verarbeitung. Ende Juni waren wir mit dem Combi am Tegernsee unterwegs, der nochmals mehr Platz bietet als die eh schon riesige Limousine. Gelungen auch das Heck mit seinem Coupé-haften Anschnitt. Wieder einmal Lob für Josef Kaban und sein Team, die mit dem neuen Superb ein zeitlos klassisches Automobil geschaffen haben.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Form und Funktion

Was eine Öffnung! Einem Schlund mit unglaublichen Schluckvermögen gleich, öffnet sich die weit aufschwingende Heckklappe des Superb Combi. 660 Liter an Volumen, damit noch einmal 40 Liter mehr als in der Limousine. Werden die per Knopfdruck entriegelbaren Rücksitze nach unten geklappt, sind es 1.950 Liter.

Foto: Skoda

Ein Mountainbike soll verladen werden? Bitteschön. Der Platz ist vorhanden und zwar ohne Demontage des Vorderrades. Verankert mit den Kunststoffwinkeln, die per Klett am Teppich halten und schon geht’s ab in die Berge.

Der Tegernsee war im Sommer der Schauplatz der Presseveranstaltung, die der Motor-Journaille den neuen Skoda Superb Combi näherbringen sollte. Sieht man einmal von der prägnanten Form eines typischen Kombis ab, gleichen sich die beiden Karosserieformen wie ein Ei dem anderen. Gleiches gilt natürlich für das ergonomisch gestaltete Cockpit.

War der Vorgänger-Superb schon ein Raumwunder, hat der neue noch einmal kräftig zugelegt. 39 mm sind es für Fahrer und Beifahrer in der Ellenbogenbreite und der Kopffreiheit. Die 157 mm Kniefreiheit erinnert mehr an eine gestreckte Version einer Luxus-Limousine, als an ein Fahrzeug der Mittelklasse.

Foto: D. Stanka

Fahrverhalten

Die traumhafte Gegend rund um den Tegernsee und weiter hinein in die Berge in Richtung Tirol und lädt auf durchwegs gut ausgebauten Landstraßen zum cruisen ein. Wir haben uns für die Ausfahrt mit dem Superb Combi den starken Diesel mit 140 kW (190 PS), zwei Liter Hubraum, Allradantrieb sowie dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe geschnappt.

An Traktion hätte es uns auch nicht mit dem Frontantrieb gemangelt, schließlich stand der Sommer in seiner Blüte und die Straßen waren so trocken wie die Sandkörner in der Sahara. Im engen Schulterschluss mit der adaptiven Fahrwerksregelung Dynamic Chassis Control (DCC), die für die Ausstattungsvarianten Ambition und Style jeweils 910 Euro kostet, hätte die Reise mit dem Skoda Superb Combi auch weiter über den Brenner bis tief nach Italien führen können.

Mit einer Tieferlegung von 10 mm gegenüber dem normalen Fahrwerk sowie der Fahrprofilauswahl Normal, Comfort, Eco, Sport und Individual lässt sich mit DCC entweder mehr Komfort oder mehr Dynamik programmieren.

Foto: D. Stanka

Kurze Stopps an Ampeln oder Bahnübergängen quittiert der Skoda Superb übrigens immer mit gnadenloser Stille. Schließlich ist die Start-Stopp-Automatik an Bord, die den Verbrauch vor allem in urbanen Gebieten senken soll.

Da Verbrauchswerte vor allem im Moment ein sehr hoch aufgehängtes Thema sind, ein paar Worte zu unserer Testfahrt mit dem Skoda Superb Combi 2,0 TDI SCR DSG.

Der von Skoda angegebene kombinierte Wert von 4,6 Litern auf 100 km ist eher im Reich der Utopie angesiedelt. Kennt man aber die Ermittlung dieser Zahl, die auf einen Rollenprüfstand ohne äußere Einflüsse sowie auch ohne zugeschaltete Verbraucher stattfindet, kann sich jeder vorstellen, dass die Realität anders aussieht.

Nichts destotrotz haben wir mit einigen Rangieren beim Fotoshooting sowie laufender Klimaautomatik und laut aufgedrehter Audio-Anlage laut Bordcomputer deutlich weniger als 6 Liter pro 100 km aus dem Tank gesaugt. Betrachtet man die Verhältnismäßigkeit eines über 1,8 Tonnen schweren und mit Allrad angetriebenen Kombis, sind wir mit diesem Konsum durchaus zufrieden.

Foto: D. Stanka

Ausstattung

Auf der IAA im September stellte Skoda für den Superb zudem die SportLine vor. Diese unterscheidet sich unter anderem mit schwarzen Design-Elementen, 18- oder 19-Zoll-Aluräder, Heckspoiler, Sportsitze, Leder-Sportlenkrad mit Schaltpaddel für das

DSG sowie einem um 15 mm tiefer gelegten Fahrwerks inklusive der elektronischen Differenzialsperre XDS+.

Auf der Seite der Antriebseinheiten geht es mit dem 1,4 TSI mit 92 kW (125) los und endet in der Spitze beim 2,0 TSI mit 206 kW (280 PS), den es nur mit Allradantrieb und DSG gibt.

Foto: Skoda

Je nach Motorisierung stehen entweder optional oder serienmäßig neben der obligatorischen manuellen Sechsgang-Schaltung Sechs- oder Siebengang-DSG-Getriebe zur Wahl. Die Preisspanne bewegt sich zwischen 25.590 und 44.750 Euro.

Fazit

Wer im Skoda Superb Combi über Platzprobleme klagt, dem ist nicht zu helfen. Mit dem auf der IAA 2015 vorgestellten Raumwunder hat sich Skoda mal wieder selbst übertrumpft. Ist die Limousine – unser heimlicher Liebling – das Meisterstück, so ist der Combi in Bezug auf den praktischen Mehrwert die Eins mit Stern.

Seit dem 26. September 2015 ist er nun auch bei den Händlern zu erfahren und wer auf viel Platz steht, dem sollte kein Weg zu weit sein.

Technische Daten: Skoda Superb Combi 2,0 l TDI SCR DSG 4X4 Style (Referenzmodell)

Motor 4-Zylinder-Diesel
Getriebe Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe DSG
Hubraum 1.968 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 140 kW (190 PS)/3.500 – 4.000
Max. Drehmoment 400 Nm von 1.750 – 3.250 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.856/1.864/1.477 in mm
Radstand 2.841 in mm
Leergewicht 1.835 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.275 kg
Kofferrauminhalt 660 – 1.950 l
Bereifung 215/55 R17
Felgen 7 x 17″ Leichtmetall
Beschleunigung 7,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 228 km/h
Tankinhalt 66 l
Kraftstoffverbrauch kombiniert 4,6 Liter auf 100 km
Preis 40.050 Euro inkl. MwSt.

Fotos: © Skoda ( 2 ) / D. Stanka ( 4 )

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München