Facebook Pixel

Das Pony galoppiert nun auch in Europa

Ford Mustang - Fastback und Cabriolet

Samstag, 18. Jul. 2015

  Es ist ein Schlag ins Gesicht eingefleischter Ponycar-Fans. Der neue Ford Mustang wird in Europa mit einem Vierzylinder ausgeliefert. Ja, geht's noch? Viele Jahre war das untere Maß eines Mustang-Triebwerks der Sechszylinder. Na ja, immerhin. Aber vier und noch dazu mit einem Turbo aufgeladen? Wie gut, dass es für die Hartgesottenen unter uns noch den Achtzylinder gibt. Mit 5 Litern Hubraum und Brabbelpotential bis zum geht nicht mehr. Aber halt! Wir sind sie ja beide gefahren. Und bei aller Liebe zum V8. Der aufgeladenen Vierzylinder hat richtig viel Potential und verbreitet ebenfalls gute Laune.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Form und Funktion

51 Jahre alt ist der Mustang in diesem Jahr. Schön, dass die aktuelle Generation dies mit einem echt coolen Auftritt würdigt. Es gab ja schon Zeiten in der Geschichte dieses Ponycars, über die besser der Mantel des Schweigens gelegt werden sollte. Die Proportionen des neuen Ford Mustang sind der anbetungswürdigen Urform nachempfunden. Mit viel Liebe zum Detail ist nun auch das Interieur auf nahezu europäischem Wertempfinden angekommen.

Ford Mustang  Cabriolet
Ford Mustang CabrioletFoto: D. Stanka

Fastback und Cabriolet werden gleichzeitig auf den Markt geschoben. Zu Preisen, die unglaublich niedrig scheinen. Bei 35.000 fängt es mit dem Vierzylinder als Fastback an. 4.000 Euro mehr hingelegt und schwupps, öffnet sich das Dach. Der Mustang GT, so wird der Achtzylinder genannt, liegt geschlossen bei 40.000 Euro, im zu öffnenden Zustand bei 44.000 Euro. Logo gibt es für einen echten Ami auch eine sechsstufige Automatik, die für einen Aufpreis von 2.000 Euro für alle genannten Typen zu bekommen ist.

Ford Mustang Fastback
Ford Mustang FastbackFoto: D. Stanka

Fahrverhalten

Es ist später Frühling in Bayern. Die Sonne spitzt ein bisschen hinter den Wolken vor und wir lassen es brabbeln. Na ja, brabbeln? Die erste Fahrt absolvieren wir nämlich offen im Mustang Cabriolet. Und der war "nur" als Vierzylinder verfügbar. Das Dach manuell entriegelt und dann per Knopfdruck elektrohydraulisch geöffnet. Ein noch kühler Wind weht uns um die Nase, als wir den Starterknopf drücken.

Ford Mustang Cabriolet Faltdach
Ford Mustang Cabriolet FaltdachFoto: D. Stanka

Positiv überrascht nehmen wir den angenehm sonoren und in tiefen Basstönen angesetzten Motorsound wahr. Hoppla. Klingt ja richtig gut, wenn die Motorenentwickler zusammen mit den Soundingenieuren aus einem Vierzylinder-Turbo begeisternde Klänge zaubern.

Ford Mustang Cabriolet Cockpit
Ford Mustang Cabriolet CockpitFoto: D. Stanka

Der 2.3-Liter ist 231 kW (314 PS) stark und geht richtig gut ab. Der Durchschnittsverbrauch liegt laut Ford bei gerade einmal 8 Litern auf 100 km für den handgeschalteten Fastback, das Cabrio will 0,2 Liter mehr.

Nach einer Runde durch die Hallertau kehrten wir zurück, um uns den V8 unter dem Po zu klemmen. Der Fastback ist im Verhältnis zum Fahrzeugpreis im sündteuren California-Gelb lackiert. 1.300 Euro will Ford für diese Farbe, Metallic kostet dagegen nur 700 Euro. Dafür leuchtet der Mustang schön und passt perfekt unter den ab und an weiß-blau getünchten Himmel.

Ford Mustang Cabriolet Kofferraum
Ford Mustang Cabriolet KofferraumFoto: D. Stanka

Freilich geht der V8 grummeliger und bösartiger vom Schlosshof in Hohenkammer. Auf der Landstraße ist er ebenfalls wesentlich aggressiver unterwegs, den 308 kW (418 PS) sei Dank.

Ford Mustang Fastback
Ford Mustang FastbackFoto: D. Stanka

Einzelradaufhängung, mechanische Sperre und vier elektronisch justierbare Fahrmodi (Normal, Sport, Gelände und Schnee/Nässe) sind ein gutes Gesamtpaket um den neuen Mustang fliegen zu lassen. Das Arscherl kommt kontrolliert, es sei denn das ESP wird eliminiert. Ist aber auf öffentlichen Straßen nicht anzuraten, Donuts zu drehen und innerhalb weniger Sekunden die teuren Pneus wegzuradieren.

Ford Mustang Cabriolet
Ford Mustang CabrioletFoto: D. Stanka

Ausstattung

Fully loaded würde der Amerikaner sagen. Der Mustang kommt in einem nahezu kompletten Ausstattungszustand nach Europa. Dazu zählen unter anderem das Audiosystem inkl. sprachgesteuertem Ford Sync2, schlüsselfreier Zugang, Rückfahrkamera, Lederausstattung und elektrisch verstellbare Sportsitze vorne sowie Xenon-Scheinwerfer.

Das Premium-Paket, für beide Motorenvarianten 2.500 Euro teuer, enthält zusätzlich ein Navigationssystem, 12 Lautsprecher, höherwertigeres Leder, beheiz- und kühlbare Vordersitze, Einparkhilfe hinten, 19 Zoll große Leichtmetallräder im 10-Speichen-Y-Design, sowie ein mit Leder überzogenes Armaturenbrett. Nicht kühlbar und mit einem Aufpreis von 1.800 Euro versehen, sind für den Fastback zudem Recaro-Leder-Sportsitze bestellbar.

Fazit

Schön, dass es Dich gibt. Der Mustang ist eines der wenigen Automobile mit eigenem Charakter. Nicht weichgespült, sondern seinem Ursprung gerecht werdend. Dabei doch modern genug, um sich den Gegebenheiten des Marktes anzupassen. Dazu preislich sowas von unschlagbar, dass es eine wahre Freude ist. Mal sehen, ob aus dem ersten Hype eine stetige Nachfrage entsteht. Es wäre eine Freude, viele Ponys durch Europa galoppieren zu sehen. Auch als Vierzylinder.

Technische Daten: Ford Mustang GT Fastback

Motor V8-Zylinder-Benziner
Getriebe Sechsgang-Automatik
Hubraum 4.951 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 310 kW (421 PS)/7.500

Max. Drehmoment 524 Nm bei 4.250 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe 4.784/1.916/1.381 in mm

Radstand 2.720 in mm
Leergewicht 1.732 kg

Zul. Gesamtgewicht n.n.
Kofferrauminhalt 408 l
Bereifung 255/40 R 19 vorne, 275/40 R 19 hinten

Felgen 9 x 19″ vorne, 9,5 x 19″ hinten Alu-Schmiederäder
Beschleunigung 4,8 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit 250 km/h

Tankinhalt 61 l

Kraftstoffverbrauch kombiniert 12,8 Liter auf 100 km
Preis 42.000 Euro inkl. MwSt.