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Technikberichte

Seat Spritsparer

Dienstag, 19. Okt. 2010

Warum ich einen Putzeimer in der Hand habe? Um meine Wettschuld einzulösen. Möglicherweise muss ich Auto putzen. Denn Hans-Joachim Stuck hat eine Wette laufen. Er glaubt nicht, dass es sein Freund Gerhard Plattner schafft von Spanien bis nach Deutschland zu fahren – ohne nachzutanken.

„Warum ich einen Putzeimer in der Hand habe? Um meine Wettschuld einzulösen. Möglicherweise muss ich Auto putzen.“

Denn Hans-Joachim Stuck hat eine Wette laufen. Er glaubt nicht, dass es sein Freund Gerhard Plattner schafft von Spanien bis nach Deutschland zu fahren – ohne nachzutanken.

„Bei einer verrückten Wette muss auch der Wetteinsatz entsprechend verrückt sein. Der Verlierer muss dem anderen das Auto mit der Hand blitze blank waschen.“

Damit der Sparfuchs nicht doch einfach nachtanken kann, wird der Seat hochoffiziell verplombt.

Auf dem Weg vom spanischen Martorell nach Deutschland will Plattner natürlich kein Gramm zuviel an Bord haben.

„100 kg mehr Gewicht bedeutet 0,7 l mehr Verbrauch. Auf dieser Fahrt nur das Necessaire. Das genügt und ab geht’s.“

Jetzt muss der Österreicher Strecke machen, Weniger als 3 Liter pro Hundert Kilometer sind das Ziel und das auf ganz normalen Straßen mit Steigungen, Gefälle und natürlich gutem oder auch schlechtem Wetter. Regenwasser legt sich zum Beispiel wie ein Keil vor die Reifen und das erhöht den Verbrauch. Zwar regnet es auf der Fahrt zwischendurch heftig, aber Gott sei Dank nur kurz.

Bei jeder Pause kontrolliert Plattner den Zustand seiner Reifen.

„3,1 passt Haargenau“

Noch liegen mehr als 1.300 Kilometer vor Plattner.

„Jetzt geht die Route über Perpignan, Lyon dann weiter über Freiburg , Frankfurt und ich hoffe, dass in Göttingen der Stritzel Stuck denn das Auto waschen wird.“

Für Rekordfahrer gilt:

Wer konzentriert bleiben will, muss fit sein. Plattner schwört auf leichte Dehnübungen.

Bei seinem Verbrauchsrekord muss er einen Durchschnitt von etwa 80 km/h erreichen. Sonst dauert die Fahrt zu lange und wird zu anstrengend.

Kurz nach Lyon die erste größere Pause.

„Wenn man 1500 km fahren will, dann muss man auch mal kurz schlafen. Nicht länger wie 1,5 Stunden. Damit der Motor nicht kalt wird. Weil kalter Motor muss warm gefahren werden, das kostet Sprit. Gute Nacht.

Auf der langen Fahrt durch die Nacht sind Mautstationen die einzige Abwechslung für den Mann mit dem sensiblen Gasfuß.

... (Bon soir“)

Über Frankreich und den deutschen Südwesten kommt Plattner gut voran. Der Langstreckenprofi nutzt routiniert jedes Gefälle auf der Strecke aus. Entweder rollt er im Leerlauf, denn dann verbraucht der Motor nur 0,7 Liter pro Stunde. Oder er nutzt die Schubabschaltung, wenn es stark genug bergab geht, dann verbraucht das Auto gar nichts. So kommt er leicht an Kassel vorbei und schafft es bis nach Göttingen.

„So Gerhard , Mensch gratuliere, wie viel km waren das jetzt?“

„1562“

„1562 km mit einer Tankfüllung.“

„Mit 45 Liter“

Und das ergibt einen Durchschnittsverbrauch von:

„....Juhuu 2,91 Liter. Super, gell. Wahnsinn.“

„Das Wesentliche ist kontinuierlich fahren. Ein Auto muss gleichmäßig rollen, dann verbraucht es am wenigsten Sprit“

Sein sensibler Umgang mit dem Gaspedal ist das Geheimnis von Gerhard Plattner.

Dadurch gewinnt er die Wette und Verlierer Stuck muss unter dem wachsamen Auge des Gewinners das Auto per Hand waschen bis es blitzeblank ist.

Ich kann den Stritzel nur als Wettpaten empfehlen. Er hat sich absolut an die Abmachung gehalten. Das Auto ist absolut sauber geworden. Er ist ein fairer Verlierer.

Damit steht der nächsten Wette nichts mehr im Wege.