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Fahrberichte

City-SUV: Der neue Skoda Kamiq

Montag, 23. Dez. 2019

City-SUV boomen. Im Volkswagen Konzern stehen die höhergelegten Kleinwagen auf der MQB-A0 Plattform und heißen: VW T-Cross, oder Seat Arona. Von der dritten Konzernmarke Skoda, gab es bisher im Segment der kleinen City-SUV noch nichts.

Das ändern die Tschechen aber jetzt mit dem Kamiq.

Jan Becher, Autotester:

„Stellt sich die Frage: Gleiches Segment, gleicher Konzern, gleiche Plattform, kennt man den Kamiq nicht schon bevor man ihn überhaupt gefahren ist? Oder was macht er anders, oder vielleicht sogar besser als seine beiden Konzern- und Plattformbrüder?“

Zunehmend macht Skoda SUV zu einem seiner Marken-Pfeiler. Nach den erfolgreichen Kodiaq und Karoq folgt jetzt die Abrundung nach unten mit dem Kamiq. Die vielen K´s und Q´s machen das Auseinanderhalten schon mal schwierig, aber die Tschechen stehen zu ihrem Faible für die Kultur der nordkanadischen Inuit. Alle drei SUV-Namen kommen aus dem arktischen Eis. Der Begriff „Kamiq“ bedeutet dabei in etwa „zweite Haut“. Alles nur Markting-Geblubber, oder kann der Kamiq seinem Namen gerecht werden?

„Einmal losgefahren fällt auf wie viel Platz hier in so einem Kamiq eigentlich ist; erwartet man von einem Kleinwagen ja jetzt nicht unbedingt. Das haben seine beiden Brüder zwar auch schon ganz gut gemacht, aber der Kamiq, der legt echt noch einmal eine Schippe drauf. Das heißt, vier etwas größer gewachsene Personen, die sollten hier locker ganz entspannt reisen können, ohne sich eingeengt zu fühlen.“

Der Grund für das üppige Platzangebot: Skoda reizt die Möglichkeiten der Kleinwagenplattform komplett aus und gönnt dem Kamiq gegenüber seinen beiden Brüdern etwas mehr Radstand. Mit 4,24 Metern Gesamtlänge übertrifft er damit sogar deutlich teurere Fahrzeuge aus der Kompaktwagenklasse. Zwar mag manch einer die aus dem T-Cross bekannte verschiebbare Rücksitzbank vermissen, dafür fasst der Kofferraum bis zu 1400 Liter bei umgelegter Rückbank und damit rund 100 mehr als beim Bruder aus Wolfsburg. Skoda typisch fehlt es dem Kamiq dabei nicht an cleveren Lösungen wie der bekannten, magnetischen Taschenlampe oder einem Eiskratzer in der Tankklappe. Neu ist der automatisch ausfahrende Türkantenschutz, der den Kamiq besonders in der Stadt vor unschönen Kratzern bewahren soll.

Zum Markstart stehen drei Benziner und ein Diesel zwischen 70 bis 110 kW zur Wahl. Wir testen den mittleren Benziner mit 1 Liter-Dreizylinder-Motor und 85 kW. So beschleunigt der kleine Tscheche mit Frontantrieb in akzeptablen 9,9 Sekunden auf Tempo 100 km/h. Aufgrund der Kleinwagenplattform gibt es den Kamiq und die beiden VW- und Seat-Brüder nicht mit Allradantrieb.

Das Cockpit ist dabei in weiten Teilen identisch zum Schwestermodell Scala, der Hatchback Version des Kamiq. Serienmäßig kommt der Tscheche immer mit einem 6,5 Zoll großen Touchscreen. Die beiden größeren 8 oder 9,2 Zoll großen Displays, wie auch ein volldigitales Virtual Cockpit, kosten zusätzlich.

„Preislich positioniert Skoda den Kamiq mit 17.950 Euro in der Basis genau zwischen seinen beiden Brüdern ein. Damit ist er rund 1.000 Euro teurer als der Arona, aber gut 700 Euro günstiger als der T-Cross. Beim Platzangebot, da hat er klar die Nase vorne und auch im Innenraum, bei der Verarbeitung und den verwendeten Materialien ist er der Hochwertigste, wirkt dabei aber auf manch einen von außen vielleicht etwas emotionslos. Wer sich da mehr Sportlichkeit wünscht, der wird wahrscheinlich eher zum Arona greifen. Wer mehr Variabilität im Laderaum braucht, der greift zum T-Cross mit seiner verschiebbaren Rücksitzbank. Alle anderen, die finden beim Kamiq das wahrscheinlich beste Preis-Leistungs-Verhältnis der drei.“