Sonstige

Bentley Werk in Crewe

Mittwoch, 29. Nov. 2017

Inmitten der malerischen Landschaft Nordenglands, etwa eine Stunde von Liverpool entfernt liegt das Werk von Bentley. Hier werden neben dem Bentayga auch Luxuslimousinen wie der Flying Spur und der Mulsanne sowie das Coupe und Cabrio Continental gebaut. Jedoch nicht, wie woanders von Robotern, sondern von Menschen.

Außerdem gibt es hier Holz. Viel Holz.

Denn: Jedes Stück ist anders – und ist eine Sorte aufgebraucht, kann sie nicht ersetzt werden. Das gesamte Holzfurnier in einem Fahrzeug ist aus einem Stück geschnitten. Für größere Flächen werden mehrere Furnierbögen gespiegelt aneinander geleimt. Ein Laser schneidet die benötigten Formen aus, bevor sie - wieder von Hand - auf eine Unterkonstruktion geklebt und anschließend unter hohem Druck verleimt werden.

Dann heißt es schleifen, schleifen und noch mehr schleifen. Jede noch so feine Unebenheit muss beseitigt werden, bevor die Zierelemente lackiert und anschließend poliert werden.

Aber nicht nur viel Holz wird gebraucht. In einem Bentayga wird Leder von sieben Rindern verarbeitet – vorzugsweise aus Gebirgslagen, denn da gibt es keine Zäune und keine Mücken.

Mit geschultem Blick werden kleine Verletzungen in der Tierhaut markiert. Anschließend folgt auch hier wieder ein Computer - gestützter Zuschnitt. Alle benötigten Teile werden entsprechend der Markierungen automatisch platziert, um möglichst wenig Abfall zu produzieren. Die Weiterverarbeitung erfolgt auch hier wieder klassisch von Hand. Bis alle Sitze für ein Fahrzeug fertig sind, vergehen etliche Stunden.

Auch in der Montage sind Roboter allerhöchstens für Hilfsarbeiten zu finden. Wie zum Beispiel bei der Einbaustation für das Armaturenbrett. Grundsätzlich dauert fast alles, was in einem anderen Werk in Sekunden passiert, hier wegen des hohen Qualitätsanspruches mehrere Minuten. Jede Schraube, jede Verkleidung und jede Leitung wird von Hand montiert. Auch bei der wichtigen „Hochzeit von Chassis und Karosserie.