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Fahrberichte

Wie beim Flugzeug: Daimler zeigt LKW mit Autopilot

Dienstag, 6. Okt. 2015

Daimler zeigt zum ersten mal einen Serien-LKW, der mit einem Highway-Pilot ausgestattet ist. Einmal aktiviert steuert der Actros wie von Geisterhand gesteuert selbstständig über die Autobahn. Markteinführung soll bis 2020 erfolgen.

Ein Mercedes-Benz Actros der neuesten Generation. Eigentlich kein seltener Anblick auf deutschen Autobahnen, aber wenn man bei diesem LKW ins Führerhaus schaut stellt man fest: irgendetwas stimmt hier nicht. Oder etwa doch? Denn dieser Mercedes-Benz Actros ist der erste autonom fahrende Serien-LKW der Welt. Und wo könnte man solch ein Fahrzeug besser der Öffentlichkeit vorstellen als an einer Autobahnraststätte?

Bei einer so revolutionären Entwicklung lässt es sich der Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann nicht nehmen, selbst die technische Entwicklung zu begutachten.

O-Ton Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg

„Bei so einer Pionierfahrt dabei zu sein ist einfach etwas ganz besonderes. Solche Aufbrüche in eine neue Zukunft erlebt man ja nicht alle Tage. Es war natürlich ganz entspannt und man hat nach kurzem Fahren irgendwie den Eindruck es ist eigentlich ganz normal.“

Bislang ist das autonome fahren im Actros nur mit einer Zulassung als Erprobungsfahrzeug auf der Autobahn möglich. Und ganz ohne Fahrer geht es auch hier nicht.

O-Ton Wolfgang Bernhard, Vorstand Daimler Trucks & Buses

„Das System wird in der Lage sein die langen Fahrten, die der LKW-Fahrer zurücklegt, dass er dort die Funktion übernimmt des Lenkens, des Bremsens und Gas gebens. Das heißt der Fahrer wird von diesen Themen entlastet. Er bleibt nach wie vor in der Verantwortung. Er sitzt auf seinem Sitz und beobachtet natürlich im System. Ähnlich wie heute ein Pilot im Flugzeug lenkt und steuert wird auch der Fahrer zurückgelehnt aber immer noch in Verantwortung den LKW überwachen.“

Mit Radarsensoren und Kameras erfasst der Actros die Umgebung. So kann er stets hochkonzentriert beschleunigen, lenken und bremsen ohne müde zu werden. Das erhöht die Sicherheit auf der Autobahn und hat noch weitere positive Nebeneffekte.

O-Ton Wolfgang Bernhard, Vorstand Daimler Trucks & Buses

„Wir glauben, dass der Verkehrsfluss, speziell dann wenn er verlinkt ist mit dem Internet, wenn dann das ganze stetiger läuft, dass eigentlich dann der Verkehr flüssiger laufen wird und diese Klumpenbildungen die wir heute immer wieder haben in Form von Staus eher abnehmen. Das wirkt positiv. Zweites Thema ist Effizienz. Der LKW übernimmt das Gas geben und das Bremsen. Wir können das vorausschauender machen. Das führt dazu, dass wir noch effizienter und auf den Punkt Gas geben und Bremsen. Bis zu 5% erhoffen wir uns dadurch nochmal. Und letzter Punkt, wenn man da drin sitzt und dann entspannt und etwas gelassener das Verkehrsgeschehen beobachten kann und nicht mehr selber lenken muss dann ist das auch für die Fahrer eine wirkliche Entlastung und eine Attraktivierung.“

Mercedes-Benz plant den Flotteneinsatz der neuen Technik bis 2020.