Fahrberichte

Volkswagen Golf TSI BlueMotion

Samstag, 20. Jun. 2015

Amsterdam, 15.06.2015: VW erweitert mit dem TSI BlueMotion seine Golf-Familie um einen neuen sparsamen Motor. Der Motor hat drei Zylinder und schöpft aus einem Liter Hubraum 85 kW. Beim Verbrauch gibt VW nur 4,3 Liter Benzin auf 100 Kilometer an.

„VW erweitert die Golf Familie um einen neuen sparsamen Motor. BlueMotion, das Lable kennen wir schon von Diesel und Erdgasvariante. Jetzt kommt eine Benzin-Variante mit einem 1-Liter Motor dazu. Was der kann und wie sich mit ihm der Bogen zum Ur-GTI schließt, das finden wir heute heraus.“

Zunächst werfen wir einen Blick unter die Motorhaube. Völlig neu ist der Motor nicht. Es gibt ihn schon im Polo und im Caddy. Der Motor hat drei Zylinder und schöpft aus einem Liter Hubraum 85 kW.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem 1,2 Liter TSI, ist das neue Aggregat rund 10 Kilogramm leichter geworden. Vor allem beim Verbrauch soll der TSI BlueMotion neue Maßstäbe setzen. 4,3 Liter Benzin gibt VW auf 100 Kilometer an. Das entspricht einem CO2-Wert von 99 Gramm pro Kilometer.

Ines Petri, Autotesterin

„Beim Anfahren merkt man schon ein bisschen, dass man mit einem kleinen Motor unterwegs ist. Da braucht man zunächst so ein bisschen den Gasfuß, um in Schwung zu kommen. Aber bei 2000 Umdrehungen steht dann das maximale Drehmoment von 200 Newtonmetern zur Verfügung und auf der Autobahn schafft der TSI Golf Blue Motion 204 km/h Spitze. Und für den Zwischenspurt beim Überholen hat man ausreichend Power und dann ist er auch wirklich flink.“

Wolfgang Demmelbauer-Ebner, Volkswagen

„Das besondere an dem Motor, da gibt es nicht das besondere, da gibt es viele Dinge. Hier zum Beispiel der Zylinderkopf, der hat einen integrierten Abgaskrümmer. Da geht das Abgas direkt auf den Turbolader. Das heißt wir vereinen die Abgasströme hier schon im Zylinderkopf. Das Abgas wird schon heruntergekühlt bevor es am Turbolader ankommt.

Der Vorteil dieser Bauweise liegt im Thermo-Management. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Reibung innerhalb des Motors aus, sondern verkürzt auch dessen Warmlaufphase. Gerade auf kurzen Strecken lässt sich so ein reduzierter Verbrauch erzielen.

Doch jetzt zum Ur-GTI. Als dieser 1976 auf den Markt kam, war er in der Golf Familie das Non plus Ultra in Sachen Sportlichkeit. Umso erstaunlicher, dass knapp 40 Jahre später der Sparfuchs unter den Golfs seine Werte schlagen kann. Schließlich schöpfte der erste GTI seine Kraft damals aus einem 1,6 Liter Vierzylinder.

Wolfgang Demmelbauer-Ebner, Volkswagen

„Der Ur-GTI das war so in meiner Jugend das Traumauto, der Flitzer schlechthin und mit diesem Aggregat sind wir Performance-mäßig besser unterwegs als der UR-GTI und das bei einem sensationellen Verbrauch. Da gibt es allein von dem Motor zu seinem Vorgänger gibt es jede Menge mehr Features und der zum Vorgänger wieder und wieder und wieder. Das ist ein langer evolutionärer Prozess, um dann von unserem damals sensationellen Ur-GTI_Motor zu dem zu kommen.“

Ines Petri, Autotesterin

„Standardmäßig kommt der Wagen mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe. In unserem Testwagen ist das 7-Gang-DSG verbaut. Das kostet in Deutschland 1.875 Euro extra. Aber die Investition, die lohnt sich. Denn dann hat man die Wahl, ob man den Wagen im normalen Modus spritsparend bewegen möchte, oder ob man in den Sportmodus schaltet. Dann dreht er die Gänge höher und man kann ihn richtig sportlich bewegen.“

Auch wenn der TSI BlueMotion auf den ersten Blick wie ein normaler Golf aussieht, unterscheiden ihn doch technische Details, wie der obere Kühlergrill, der fast komplett geschlossen ist. Hinter dem unteren Lufteinlass befinden sich variable Lamellen, die Aerodynamik und Temperatur optimal steuern.

Der Bremsenkühlkanal ist komplett verschlossen und leitet die Luft besser um das Fahrzeug herum. Beim Spritsparen helfen außerdem die super-rollwiderstandsoptimierten Reifen und ein um 15 Millimeter tiefer gelegtes Fahrwerk.

Ines Petri, Autotesterin

„Ob man nun die 4,3 Liter im Alltag schafft, das hängt natürlich maßgeblich auch vom Fahrverhalten des Fahrers ab. Mit dem neuen Motor zeigt VW aber welches Potential noch in klassischen Motoren steckt und hat schon angekündigt, dass von dem neuen Aggregat noch einiges zu erwarten ist.“