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Sonstige

Senorita Maria —

ein Autohaus von Frauen

Samstag, 7. Mär. 2015

Ein Autohaus in Berlin. Auf den ersten Blick sieht es aus wie eben ein Autohaus aussieht. Doch es gibt eine Besonderheit: in der Seat-Vertretung von Señorita Maria arbeiten ausschließlich Frauen.

„Wir saßen in der Runde zusammen und haben uns mal überlegt, was wir anders machen können, als es bisher ist, um einfach ja mal ein bisschen aus der Gesamtheit herauszustechen. Dann haben wir uns überlegt ein Autohaus zu machen, wo ausschließlich Frauen arbeiten, oder beziehungsweise bevorzugt Frauen arbeiten, weil es einfach ja viele auch gibt in der Branche, die halt Angst haben ins Autohaus zu gehen, weil sie vielleicht schief angeguckt werden oder Angst haben dumme Fragen zu stellen. Und wir haben uns halt überlegt, dass wir gerade für Frauen vielleicht die Möglichkeit schaffen, dass es halt ja ein bisschen angenehmer und freundlicher wird, als es bisher ist.“

Das SEAT- Autohaus „Señorita Maria“ hebt sich bewusst von der männlichen Autobranche ab. Früher haben Männer Autos für Männer gebaut und Männer haben Autos für Frauen gekauft. Aber der Bedarf ist heute ein anderer.

Franziska Schiebe / Kundin (deutsch):

„Also ich als Kundin finde das persönlich sehr gut muss ich sagen, weil es ist ja dennoch ein sehr Männer-dominanter Beruf einfach mal, Autos, Autohäuser, Schrauben und so weiter. Also ich muss sagen, ich finde es echt klasse.“

Jaqueline Pötsch / Auszubildende als Autoverkäuferin

„Ja, die Ausbildung im Frauenautohaus ist eigentlich sehr schön und informativ. Besonders mit vielen Frauen so in so ner Männerdomäne. Man diskutiert natürlich sehr viel, diskutiert viel aus, das ist eine schöne Sache, man weiß immer Bescheid. Ist manchmal auch ein bisschen zu viel. Aber ich denke, es ist sehr lehrreich.“

Es folgt:…ein Kunde! Denn das Autohaus Señorita Maria möchte zwar den speziellen Bedürfnissen der weiblichen Kundschaft gerecht werden, freut sich aber durchaus auch über die männliche.

Auch in der Werkstatt arbeiten nur Frauen. Für die technikbegeisterte Sarah Hübner ist die Arbeit in einer Männerdomäne völlig normal.

„Ich bin zur Kfz-Mechatronikerin gekommen, weil ich einfach nicht mit Puppen gespielt habe, sondern habe eher mit Autos gespielt, mit Domino-Steinen oder so. Kommt halt von Papa. Papa schraubt freizeitmäßig auch und ich bin dazu einfach gekommen und habs auch übernommen.“

Der Kunde Mario Müller möchte wissen, warum Teile des Fahrzeuginfotainment-Systems nicht funktionieren.

Sarah Hübner klärt ihn auf: Nichts ist kaputt, alles ist in Ordnung. Der Fehler ist in diesem Fall an anderer Stelle zu suchen.

„Vielleicht ist es manchmal peinlich wenn die Kundenberaterin einen darauf hinweist, ja hätten sie sich mal die Bedienungsanleitung durchgelesen, da steht alles drin. Aber ansonsten ist es schon in Ordnung.“

Der Besuch im Autohaus und in der Werkstatt als ein wirklich angenehmes Erlebnis – ja, das wissen auch immer mehr männliche Kunden zu schätzen.