NISSAN INTERSTAR
Genau wie der leichtere Primastar ist auch der Interstar ein Produkt der Nissan-/Renault-Allianz und der Kooperation mit Opel. Im wachsenden, aber stark umkämpften europäischen Markt der schweren Transporter von 2,8 bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gesellt sich der Interstar zum Renault Master und Opel Movano.
Mit der jüngsten Produktaufwertung peilt Nissan eine deutliche Steigerung der Verkäufe an: Drei Prozent Marktanteil im Jahr 2009 lautet das Ziel.
Besonders beliebt ist der Interstar im Handwerk, im Bauhaupt- und Nebengewerbe, bei Dienstleistern und im professionellen Paketdienst. Besonders schätzen die Kunden sein Design, das Platzangebot und den günstige Preis. Darüber hinaus profitiert der Interstar von einer ungewöhnlich hohen Markenloyalität: Mehr als die Hälfte der Kunden kauften den Interstar auf Grund ihrer guten Erfahrungen mit diesem Transporter oder einem anderen Fahrzeug aus der Nissan-Palette. Gebaut wird der Interstar im französischen Renault-Werk Batilly.
Die Neuheiten im Detail
Die wohl wichtigste Änderung ist die neue Motorenpalette des Interstar. Sie basiert nun ausschließlich auf dem 2,5-Liter-dCI, der auch als Spitzenmotorisierung im Primastar angeboten wird. Im Interstar wird der 2,5 dCi in den drei Leistungsstufen erhältlich sein.
Der neue Motor baut auf der früheren Version des 2,5 dCi auf. Sämtliche Varianten erfüllen selbstverständlich die Euro-4-Grenzwerte: Neugestaltete Brennräume in den Kolben, eine Hochdruck-Common-Rail-Einspritzung mit 1.600 bar und die gekühlte Abgas-Rückführung (AGR) kennzeichnen alle drei Varianten. Die Spitzenmotorisierung mit 110 kW/150 PS ersetzt den bisherigen 3,0-Liter-dCi und verfügt serienmäßig über einen Dieselpartikelfilter (DPF), der sich in regelmäßigen Abständen und ohne den Zusatz von Additiven selbst regeneriert. Sein maximales Drehmoment von 320 Nm erreicht der Motor dank seines Turboladers mit variabler Geometrie (VTG-Lader) bereits bei 1.500 Umdrehungen.
Leistung und Drehmoment der Einstiegsversion bleiben bei 74 kW/100 PS und 260 Nm. Bei der 120-PS-Version (88 kW) stieg das Drehmoment um 10 Nm auf 300 Nm. Das höchste Drehmoment liegt auch bei diesen beiden, von einem Turbolader mit fixer Geometrie und einem Waste-Gate beatmeten Varianten bei 1.500 Umdrehungen an. Ein Dieselpartikelfilter wird hier nach Markteinführung optional erhältlich sein.
Neue Getriebe
Alternativ zu den manuellen Sechsgang-Getrieben bietet Nissan auch die automatisierte Variante dieses Getriebes an. Es erlaubt automatische oder manuelle Gangwechsel ohne Kupplungsarbeit.
Wie schon beim Primastar setzte Nissan auch bei der Überarbeitung des Interstar Meinungen und Wünsche der Kunden unmittelbar um. Heraus kamen neue, teils serienmäßige, zum Teil auf Wunsch erhältliche Ausstattungsmerkmale, die den Vergleich mit der heute im Pkw üblichen Ausstattung nicht zu scheuen brauchen. Als Beispiele seien hier der adaptive Scheibenwischer mit Regensensor, das automatische Fahrlicht und die praktische „Friendly lighting“-Funktion genannt. Dabei bleiben nach dem Abschließen des Transporters die Scheinwerfer für etwa 30 Sekunden eingeschaltet und beleuchten so praktischerweise den Weg zur Haustür.
Damit mehrere Mitarbeiter – beispielsweise bei kleinen Flotten – ein und dasselbe Fahrzeug nutzen können, ist der Interstar auf Wunsch mit drei Schlüssel-Sätzen erhältlich. Die Drei-Tasten-Zentralverriegelung erlaubt darüber hinaus das getrennte Verriegeln von Laderaum und Fahrerkabine. Die automatische Türverriegelung verschließt unmittelbar nach dem Anfahren (ab 8 km/h) selbsttätig alle Türen – auch dies ist ein weiteres Sicherheits-Ausstattungsmerkmal. Zur leichteren Ladungssicherung gibt es bis zu 20 DIN-konforme Zurrpunkte im Laderaumboden. Zahlreiche neu gestaltete Ablagen im Fahrerhaus helfen Ordnung halten.
Mehr Sicherheit
Mit der neuen Modellgeneration ist ab sofort das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) für den Interstar verfügbar. ESP ist stark mit den Funktionen des ABS vernetzt und nutzt dessen Sensorik, etwa um Schlupf an den einzelnen Rädern zu messen. Instabile Fahrzustände werden so blitzschnell erkannt und durch gezielte Bremseingriffe auf die einzelnen Räder gebannt. Das System greift aber auch auf die Motorsteuerung zu und kann mittels Gaswegnahme – beispielsweise bei untersteuernden Reaktionen - stabilisierend wirken.
Der Nutzen von ESP im Nutzfahrzeug ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Gerade der Transporter unterliegt im Arbeitsalltag stark wechselnden Gesamtgewichten, Achslasten und Ladungsschwerpunkten. Für das adaptive ESP neuester Generation ist das kein Problem: Es vermag sogar Ladungszustände und Ladungsschwerpunkte zu erkennen und bezieht diese Größen in seine Regelalgorithmen mit ein.
Für Traktionssicherheit sorgt zusätzlich die Anti-Schlupf-Regeln (ASR). Der Bremsassistent (EBA) erkennt automatisch Notbremsungen und steuert zur optimalen Verkürzung des Bremsweges selbständig die maximale Bremskraft ein.
Neu sind auch die vorn in der Bugschürze integrierten, optionalen Nebelscheinwerfer und das Tagfahrlicht, das ja in manchen Ländern schon zur Pflichtausrüstung gehört (in Deutschland nicht verfügbar).
Unverändert blieb das ausgesprochen wankstabile und dennoch in allen Beladungszuständen komfortable Fahrwerk des Interstar: Vorne verfügt es über Einzelradaufhängung an Dreieckslenkern (Mc Pehrson), hinten wurde die bewährte Starrachse mit Parabelfedern vom Vorgänger übernommen.
Neben dem neu gestalteten Frontstoßfänger beschränken sich die sichtbaren Neuerungen auf neue Lackfarben und eine qualitativ höherwertige Verarbeitung.
Variantenvielfalt
Den Interstar gibt es nach wie vor in den drei Radständen 3,08 Meter, 3,58 Meter und 4,08 Meter und in drei Dachhöhen (2,23 Meter, 2,49 Meter und 2,72 Meter.) Die entsprechenden Außenlängen beim Kastenwagen betragen 4,89 Meter, 5,40 Meter und 5,89 Meter. Vielfältig sind auch die Aufbauvarianten: Der Kastenwagen bietet Ladevolumina zwischen acht und 14 Kubikmetern und Ladelängen von 2,71 Meter, 3,21 Meter und 3,71 Meter. Weitere Bauformen sind ein Plattform-Fahrgestell, ein Pritschenwagen, ein Kombi mit sechs oder neun Sitzen und ein Minibus mit neun oder 16 Sitzen.
Besonders das Plattform-Fahrgestell und der Kombi sind die Favoriten der Aufbauhersteller. Der Kombi wird zudem gerne als Basis für Ambulanzfahrzeuge genutzt.
Ein der größten Stärken des Interstar bleibt seine Wirtschaftlichkeit. Die langen Serviceintervalle von 30.000 bzw. 40.000 Kilometern, die Dreijahresgarantie und sechs Jahre Garantie auf Lack und Korrosionsschutz minimieren die Betriebskosten. Wer im professionellen Einsatz Transport-Lösungen im mit aktuellen Design, hoher Alltagstauglichkeit, Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit sucht, findet im Interstar das passende Fahrzeug.
Auf einen Blick
• Neue Euro-4-Motoren
• Drei Dieselmotoren zur Wahl
• Sechsgang-Getriebe, optional in automatisierter Version
• Zusätzliche Komfortmerkmale
• Selektive Zentralverriegelung
• Noch praxisgerechter, noch flexibler
• ESP als Sonderausstattung
• Gebaut in Frankreich
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