Mazda 6
Eine 2004 von Mazda in den fünf größten Märkten Europas durchgeführte repräsentative Umfrage unter Mazda6-Kunden ergab: Sein Design gilt als primäres Kaufmotiv. Die Änderungen an der kaum gealterten Außenhaut beschränkten sich daher auf eher subtile Modifikationen. Dazu zählen ein tiefer ausgeschnittener und flacher stehender Kühlergrill mit Waben- statt Rauten-artigem Gittermuster, dunkel getönte Scheinwerfergehäuse und Rückleuchtengläser sowie modifizierte Front- und Heckschürzen. Hinzu kommen neu gestylte Leichtmetallfelgen in den Größen 16-, 17- und (optional für den 2,3-Liter-Benziner) 18-Zoll. Insgesamt wirkt der Mazda6 so noch dynamischer.
Die Modifikationen im Innenraum fallen im Vergleich dazu augenfälliger aus. Neue Oberflächenmaterialien und üppiger gepolsterte Armauflagen in den Türen sorgen zusammen mit der neu geordneten Mittelkonsole für einen gehobenen Qualitätseindruck. Die mit einer Oberfläche in „Dunkel- Titan“ (ab Ausstattungslinie Exclusive) statt „Silber-Metallic“ versehene Konsole und das neue, mit Klavier-Lack überzogene Radio-Bedienteil unterstreichen die elegante Grundnote des Cockpits. Vor allem funktionale Kriterien erfüllen die vertikalen Haltegriffe auf der Beifahrerseite und in den hinteren Türen: Sie erleichtern den Ein- und Ausstieg und geben den Mitfahrern besseren Halt bei schneller Kurvenfahrt.
Als Mazda6-typische Stärke erhalten bleibt das geniale Karakuri-Prinzip zum Umklappen der geteilten Rücksitzbank (bei den Modellen Mazda6Sport und Sport Kombi). Nach dem Vorbild japanischer Faltpuppen reicht das Ziehen eines Hebels in jeder der beiden Kofferraumseitenwände, um die Lehnen der Rücksitze ohne vorherige Demontage der Kopfstützen in einem Zug umzuklappen.
Fünf überarbeitete Motoren – zwei Ableger des 2,0-Liter-Common-Rail-Diesels mit Diesel-Partikelfilter sowie drei 16-Ventil-Benziner mit 1,8-, 2,0- und 2,3-Liter Hubraum – bilden das umfangreiche Motorenportfolio. Alle bieten entweder gleich viel oder sogar mehr Leistung und Drehmoment als die Vorgänger-Aggregate – bei niedrigeren Durchschnittsverbräuchen.
Der modifizierte Zweiliter-Turbodiesel erfüllt die Euro 4-Abgasnorm und kommt schon ab Werk mit einem Diesel-Partikelfilter. Der laufruhige Vierzylinder wird von Mazda in zwei Leistungsstufen angeboten. Die Basisversion leistet 89 kW/121 PS bei 3.500/min und entwickelt ein maximales Drehmoment von 320 Nm bei 2.000 Umdrehungen. Der Verbrauch geht nicht über 6,0 Liter/100 Kilometer hinaus. Die „High Power“-Variante für sportlichere Fahrernaturen bringt es auf 105 kW/143 PS bei 3.500/min und erreicht einen Drehmoment-Gipfel von 360 Nm. Mit ebenfalls 6,0 Litern/100 Kilometer konsumiert der mit bis zu neun Einspritzungen pro Verbrennungstakt arbeitende Top-Diesel rund einen halben Liter Kraftstoff weniger als das Vorgänger-Aggregat – bei mehr Leistung und höherem Drehmoment.
2,0-Liter-Benziner stärker und noch effizienter
Drei Otto-Motoren ergänzen das Triebwerksspektrum: Während der 1,8-Liter-Basismotor bis auf eine elektronische Drosselklappe (E-Gas) unverändert antritt, nahmen die Ingenieure am 2,0-Liter-Aggregat größere Änderungen vor. Es leistet 108 kW/147 PS bei 6.500/min und mobilisiert ein maximales Drehmoment von 184 Nm bei 4.000/min. Eine variable Ansauganlage und eine gleichfalls variable Steuerung der Einlassventile sorgen dafür, dass über den gesamten Drehzahlbereich genügend Durchzugskraft bereit steht. E-Gas und ein zweiflutiger Endschalldämpfer wirken sich zusätzlich positiv auf die Leistungsentfaltung aus.
Als Top-Motorisierung bleibt der 2,3-Liter große Vierzylinder mit 122 kW/166 PS bei 6.500/min und 207 Nm bei 4.000/min im Angebot. Mit diesem temperamentvollen und dank zweier Ausgleichswellen schwingungsarmen Aggregat schafft der Mazda6 eine Spitze von 214 km/h bei einem Verbrauch von 8,7 Liter/100 km. Die beiden schwächeren Vertreter seiner Gattung entpuppen sich als ähnlich sparsam.
Zusammen mit den verbesserten Motoren halten zwei neu entwickelte Getriebe Einzug in den Mazda6. Manuelle Sechsganggetriebe sind Standard für alle Modelle; nur der 1,8-Liter-Ottomotor erhält serienmäßig eine Fünfstufen-Box. Alternativ steht für die Varianten mit 2,0- und 2,3-Liter-Ottomotor eine Fünfstufen-Automatik zur Wahl. Sie ersetzt den früheren Selbstschalter mit nur vier Stufen.
Durch die Einführung neuer Rad-/Reifenkombinationen, den Einsatz geräuschdämmender Materialien an 18 Stellen und zusätzlichen Karosserieverstärkungen konnte Mazda das Geräuschniveau an Bord des Mazda6 weiter senken.
Umfangreiches Standard-Ausstattungspaket
Schon bei Modellen mit 1,8-Liter-Benziner und 2,0-Liter-Common-Rail-Diesel mit 89 kW/121 PS zählen eine manuelle Klimaanlage, eine axial und vertikal einstellbare Lenksäule, elektrische Fensterheber an allen vier Türen, eine Radio/CD-Einheit mit vier Lautsprechern, Zentralverriegelung samt Fernbedienung sowie sechs Airbags zur Grundausstattung. Ein Stabilitätssystem (DSC) samt elektronischer Traktionskontrolle und Bremsassistent sind ebenfalls Standard.
Ab der mittleren Ausstattungslinie Exclusive sind eine Klimaautomatik, Bordcomputer, Lederbezug für Lenkrad und Schaltknauf sowie eine Geschwindigkeits-Regelanlage („Tempomat“) serienmäßig. In der Ausstattungsvariante Top sind ein BOSE-Soundsystem mit sieben Lautsprechern und sechsfach CD-Wechsler, Sitzheizung, Fahrlichtautomatik und Regensensor mit automatischem Wischersystem, Nebelscheinwerfer und Xenon-Scheinwerfer sowie stärker konturierte Vordersitze, die noch mehr Halt für Beine und Rücken bieten, Standard. Zusätzlich erhältlich sind 18-Zoll-Leichtmetall-Felgen, Lederausstattung mit elektrisch einstellbarem Fahrersitz inklusive Memory-Funktion, ein elektrisches Glas-Schiebedach, ein DVD-gestütztes Navigationssystem mit TMC-Funktion und ein Professional-Paket mit Alarmanlage und dem schlüssellosen Zugangs- und Startsystem „LogIn“.
Mazda6 ist das weltweit meistverkaufte Modell der Marke
In Europa trug die 6er-Reihe Mazda auf eine vorher nie für möglich gehaltene Erfolgswelle. Lagen die Zulassungszahlen von Mazda 2001 noch bei 163.000 Einheiten, stiegen sie bis 2004 auf mehr als 265.000. Den Löwenanteil am Zuwachs steuerte der Mazda6 bei, von dem das Unternehmen im ersten vollen Verkaufsjahr (2003) fast 100.000 Exemplare verkaufte – ein Anteil von 43 Prozent am Gesamtvolumen. 2004 hat die Popularität kaum nachgelassen: Der Mazda6 blieb bestverkauftes Modell und eroberte bei fast identischen Absatzzahlen einen Anteil von 5,7 Prozent in seinem Segment.
Bis Ende Mai 2005 hat das Unternehmen aus Hiroshima global insgesamt 790.000 Fahrzeuge der „ersten Generation“ des Mazda6 produziert – damit avancierte die im japanischen Werk Hofu II produzierte Mittelklasse-Baureihe auch weltweit zur Nummer 1 im Produkt-Portfolio von Mazda. Auch beim automobilen Fachpublikum traf sie auf eine große Resonanz. Beleg: In 59 Ländern (inklusive Europa) hat der Mazda6 (oder in Japan: Atenza) mittlerweile über 100 Automobil-Preise eingestrichen.
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