Kia Rio – Veni, Vidi, Vici

Mittwoch, 18. Mär. 2015

Kommen, sehen, siegen. Die Prämisse der Südkoreaner, die weltweiten Automärkte zu erobern, wird so manchen europäischen Automanagern sauer aufstoßen. Hyundai und Kia haben sich still und heimlich in die Herzen der Kunden geschlichen. Mit immer besseren Produkten, gefällig gezeichnet, gut verarbeitet und den ökologischen Ansprüchen gerecht werdend. Nun steht ein neuer Kia Rio kurz vor der Markteinführung und will den deutschen Platzhirschen Corsa, Fiesta und Polo gehörig den Marsch blasen.

Kia Rio – Veni, Vidi, ViciFahrbericht von Dietmar Stanka

Kommen, sehen, siegen. Die Prämisse der Südkoreaner, die weltweiten Automärkte zu erobern, wird so manchen europäischen Automanagern sauer aufstoßen. Hyundai und Kia haben sich still und heimlich in die Herzen der Kunden geschlichen. Mit immer besseren Produkten, gefällig gezeichnet, gut verarbeitet und den ökologischen Ansprüchen gerecht werdend. Nun steht ein neuer Kia Rio kurz vor der Markteinführung und will den deutschen Platzhirschen Corsa, Fiesta und Polo gehörig den Marsch blasen.

Elementares

Wir konnten den neuen Kia Rio Ende August ausführlich an der portugiesischen Atlantikküste fahren. Stadtverkehr, Autobahnen und kurvenreichen Landstraßen wechseln sich in dieser Gegend wunderbar ab, sodass wir viele und durchwegs positive Fahreindrücke mitgenommen haben. Dass Kia mit dem seit einigen Jahren verantwortlichen Chef-Designer Peter Schreyer einen guten Griff machte, war schon bei den ersten von ihm gezeichneten Modellen ersichtlich. Mit dem Kia Rio ging Schreyer noch einen Schritt weiter in mehr Progressivität und hin zu einem eigenständigen Auftritt in diesem Segment. Das von praktisch allen Herstellern trotz niedriger Margen stark umkämpft ist. Dort tummeln sich neben den bereits genannten deutschen Modellen auch Fahrzeuge von Seat, Skoda, Fiat, Peugeot und vielen weiteren Autobauern, deren Aufzählung müßig wäre. Wie soll sich also ein Kia Marktanteile erobern, wenn nicht über den Preis und die gebotene Qualität? Genau deswegen spielt neben einem gefälligen Äußeren das Innenleben die wohl größte Rolle. Tür auf und hineinschlupfen. Überzeugend, was die Kia dem Rio so alles spendiert hat. Gut ausgesuchte und hochwertig wirkende Kunststoffe, die die viel zitierte Haptik positiv hervorheben. Die Instrumente und die Bedieneinheiten sind sinnvoll platziert und strotzen vor Ergonomie. Auch die Rundumsicht ist befriedigend, ebenso wie die Sitzqualität. Einzig die Seitenführung des vorderen Gestühls sollte mehr Halt bieten.

Der Kia Rio ist im B-Segment ein echter Hingucker. Optisch nett eingekleidet und innen mit viel Geschmack eingerichtet, hat er durchaus die Möglichkeit, sich bei den Mitbewerbern durchzusetzen. Die relativ faire Preisgestaltung mit drei Ausstattungslinien und zwei zusätzlichen Mehrwert-Paketen für den Spirit sowie die Optionen Automatikgetriebe und Metalliclackierung dürften eine Kaufentscheidung leicht machen.Foto: D. Stanka  
Neben der bereits erwähnten Basisausstattung Attract wird der Rio als Edition 7 und Spirit angeboten. Mit dem reizvollen Angebot, den günstigsten Rio als 1,2-Liter-Benziner in der dreitürigen Version anzubieten, sollen laut Martin van Vugt, Geschäftsführer von Kia Motors Deutschland, Kundschaft zu den Händlern gelockt werden. Dann liegt es am Geschick der Verkäufer, den Interessenten die höherwertigen Ausstattungslinien zu verkaufen. Wer dann richtig zuschlägt und sich für den starken Diesel in der Top-Version Spirit entscheidet, darf 18.390 Euro und somit fast das Doppelte des Einstiegspreises hinblättern. Dafür sind dann 205er Reifen auf 17-Zoll-Leichtmetallfelgen montiert. Zudem gibt es das Start-Stop-System, das markante LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer sowie eine Klimaautomatik. Etwas Augenwischerei wird mit dem nur 85 Gramm CO2 emittierenden Rio mit dem kleinen Diesel betrieben. Das Fahrzeug ist zum Marktstart nicht sofort erhältlich. Zudem muss auf Radio, Klimaanlage und auf weitere Annehmlichkeiten verzichtet werden, da ansonsten die niedrigen Verbrauchswerte nicht erreicht werden. Da nimmt man doch besser gleich die normale Variante mit 99 Gramm CO2-Ausstoss und einem Durchschnittsverbrauch von 3,8 Litern.Foto: D. Stanka  
Vier Triebwerke stehen für den neuen Rio zur Verfügung. Zwei Benziner mit 1,2 bzw. 1,4 Liter Hubraum und 63 kW (85 PS) bzw. 80 kW (109 PS) sowie zwei Diesel mit 1,1 bzw. 1,4 Litern Hubraum. Die Selbstzünder leisten 55 kW (75 PS) bzw. 66 kW (90 PS). Wir sind in Portugal den kleinen Diesel und den leistungsstärkeren Benziner gefahren und waren vor allem vom Selbstzünder positiv überrascht. Obwohl dieses Triebwerk mit nur drei Zylindern aufwarten kann, ist die Laufruhe exzellent zu nennen. Aufgrund des Drehmoments von 170 Nm, die zwischen 1.500 und 2.750 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung stehen, ist der Rio mit diesem Motor reichlich flott unterwegs. Nur beim Preis schlackern die Ohren. Die günstigste Ausstattung Attract kostet als Fünftürer 14.190 Euro, als Dreitürer 13.490 Euro! Aber der Dreitürer kommt erst Anfang nächsten Jahres, während der Fünftürer sofort zur Verfügung steht.Foto: D. Stanka  
Foto: D. Stanka  
Foto: D. Stanka  

Motoren

Ausstattungen

Fazit

Technische Daten: Kia Rio 1,4 Fünftürer Edition 7

Motor: 4-Zylinder-Benziner Getriebe: Sechsgang-Schaltung Hubraum: 1.396 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 80 kW (109 PS)/6.300 Max. Drehmoment: 137 Nm von 4.200 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.045/1.720/1.455 in mm Radstand: 2.570 in mm Leergewicht: 1.141 kg Zul. Gesamtgewicht: 1.600 kg Kofferrauminhalt: 288 – 923 l Bereifung: 205/55 R 16 Felgen: 7 x 17″ Leichtmetall Beschleunigung: 11,5 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h Tankinhalt: 43 l Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,5 Liter auf 100 km Preis: 14.960 Euro inkl. MwSt. Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München