Opel Corsa OPC – Härtetest Nürburgring

Donnerstag, 19. Mär. 2015

Mitte September 2010. Die Scuderia Hanseat lädt nunmehr im 52. Jahr zum Sportfahrerlehrgang auf der schönsten Rennstrecke der Welt ein. Nicht nur schön ist der Nürburgring, sondern auch extrem anspruchsvoll. Rund 300 Teilnehmer aus über 20 Ländern, am weitesten angereist ein Japaner mit einem 911er, begeben sich in die Hände erfahrener Instruktoren, die uns in 13 Sektionen das sportlich dynamische Autofahren näher bringen.

Opel Corsa OPC – Härtetest NürburgringFahrbericht von Dietmar Stanka

Mitte September 2010. Die Scuderia Hanseat lädt nunmehr im 52. Jahr zum Sportfahrerlehrgang auf der schönsten Rennstrecke der Welt ein. Nicht nur schön ist der Nürburgring, sondern auch extrem anspruchsvoll.

Rund 300 Teilnehmer aus über 20 Ländern, am weitesten angereist ein Japaner mit einem 911er, begeben sich in die Hände erfahrener Instruktoren, die uns in 13 Sektionen das sportlich dynamische Autofahren näher bringen. Mittendrin fünf Opel Corsa OPC, pilotiert von vier Journalisten und dem vielfachen Olympiasieger und Weltmeister im Bobfahren, André Lange.

Herausforderung der besonderen Art

Slalomhatz

Die Opel Race Gang, wie wir uns nannten, hatte mit der Gruppeneinteilung großes Glück. In der Gruppe 1 verankert, wurden alle Sektionen der Reihe nach absolviert. Nach einigen Übungen im Fahrsicherheitszentrum fuhren wir zum Opel Slalom auf den hinteren Teil der Grand-Prix-Strecke. Dort wurde auf der Bergabpassage ein Slalom durchfahren und in der danach folgenden Rechtskurve und dem Bergaufstück bereits die ersten Einlenk- und Scheitelpunkte richtig ins Visier genommen. Gute 100 km/h schafften wir mit dem Corsa durch den Slalom und außer den schnellen Porsches in unserer Gruppe konnte uns niemand wirklich gefährlich werden.

Foto: Lothar Faßnacht    

Grand-Prix-Strecke

Die Grand-Prix-Strecke. Schauplatz der Formel 1 und der DTM und damit ein sauschneller Kurs mit anspruchsvollen Ecken. Nach der knallharten Rechtskurve, die der Start- und Zielgeraden folgt, eine lange Links, die bei der Mercedes-Benz-Tribüne in eine Links-rechts-Kurve mündet. Spätes und noch dazu weiches Einlenken ist gefordert. Gar nicht so einfach, aber unsere Corsa flitzten über die Piste, als wenn sie die künftigen Tourenwagenmeister werden wollten.

Für den Opel Corsa OPC ist das restliche Teilnehmerfeld eine große Herausforderung. Bis auf wenige Ausnahmen sind neben vielen Porsches jeglicher Couleur Lamborghinis, Ferraris, Corvette und weitere hochkarätige Sportwagen vertreten. Aber eines darf jetzt schon verraten werden, der kleine und wendige Corsa OPC hat sich fantastisch behauptet.Foto: Lothar Faßnacht
Er hat uns mehr als gute Dienste geleistet. Der Opel Corsa OPC weist eine Performance auf, die man sich von manch anderen Fahrzeug wünscht. Dabei eine Zuverlässigkeit, die uns an alte Opel-Tage erinnert. Denn die vielen Runden Nordschleife und Grand-Prix-Kurs die an den vier Tagen gefahren wurden, setzen einem Automobil extrem zu. Der Kleine hat seine Bewährungsprobe bestanden und ist somit für den Alltag ein agil zu fahrendes Auto, das mit viel Fahrspaß in allen Situationen bewegt werden kann.Foto: Lothar Faßnacht  
Apropos Nordschleife. Der erste Streckenabschnitt ist der Hatzenbach. Hinunter ins Vergnügen, denn die ersten paar hundert Meter sind ein Gefälle, das in einer langen Kurvenkombination endet, die es gilt, möglichst voll durchzudüsen. Mut ist immer gefragt auf der Nordschleife. Aber nicht zu viel, denn so mancher Abflug teuerster Boliden machte durchaus nachdenklich. Aber es geht ja auch nicht nur um die höchstmögliche Geschwindigkeit, sondern um die saubere Linie. Und die war mit dem Corsa (fast) immer gut zu treffen. Vorausgesetzt man merkte sich alle Punkte des Abschnitts. Sehr hübsch in Worte gefasst, die Anleitungen der Instruktoren. Da ging es um Anschmiegen an die Curbs, um Ablösen vom Rand der Strecke und um Scheitel- und Einlenkpunkte. Immer die richtigen zum vor allem richtigen Zeitpunkt zu treffen, war für uns Nordschleifen-Rookies die größte Herausforderung. Die neu entwickelte und viel präzisere Lenkung des Corsa OPC half uns dabei immens. Die Rückmeldungen sind klar und deutlich und vor allem extrem verlässlich, was auf dem traditionsreichem Nürburgring äußerst wichtig ist. Spaß pur auf dem Weg Richtung Flugplatz und dann in hinein in die Fuchsröhre, in der mit dem Corsa OPC die 200-km/h-Grenze geknackt wurde. So richtig spannend und schnell der tiefste Punkt der Strecke bei der Ortschaft Breitscheid. Eine lange Linkskurve, die es mit einem Lenkeinschlag zu fahren gilt. Klingt schwierig, war aber ruckzuck eingeübt. Dann hinauf Richtung Bergwerk, an der Exmühle noch eine schwierige Rechts und dann nur noch Vollgas.Foto: Lothar Faßnacht Nach dem Karussell, der Steilkurve, die mit viel Engagement zu packen ist, leuchtete die ESP-Lampe permanent. Kein Wunder, ist doch diese Rüttelstrecke eine Bewährungsprobe für Mensch und Material. Spannend der Streckenabschnitt Pflanzgar
141 kW (192 PS) leistet der 1,6-Liter-Turbo im Corsa OPC. Und ist damit im sportlichen Kleinwagensegment, in dem sich unter anderem der Polo GTI, der Renault Clio RS, der Skoda Fabia RS und der Seat Ibiza FR tummeln, sehr gut motorisiert. Dass der Kleine mit den Großen in vielen Passagen der Nordschleife gut mithalten konnte, verdankt er unter anderem seinem Drehmoment von 230 Nm, das durch die Overboost-Funktion kurzfristig auf 266 Nm ansteigt.Foto: Lothar Faßnacht

Starker Flitzer

Die Nordschleife

Fazit

Technische Daten: Opel Corsa OPC

Motor: 4-Zylinder-Benziner mit Turbolader Getriebe: Sechsgang-Schaltung Hubraum: 1.598 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 141 kW (192 PS)/5.850 Max. Drehmoment: 230 Nm bei 1.980 – 5.850 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 3.999/1.944/1.488 in mm Radstand: 2.511 in mm Leergewicht: 1.130 kg Zul. Gesamtgewicht: 1.555 kg Kofferrauminhalt: 285 – 1.050 Liter Bereifung: 215/45 R 17 Felgen: 7 x 17″ Leichtmetall Beschleunigung: 7,2 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h Tankinhalt: 45 l Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 7,3 l auf 100 km Preis: ab 23.300 Euro inkl. MwSt. Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München