Chrysler 300C CRD Touring

Mittwoch, 25. Mär. 2015

Obamas letzter Privatwagen - Von Dietmar Stanka - Was bewegt einen Mann, der sich um das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten von Amerika bemüht, sich als Privatwagen einen Chrysler 300C anzuschaffen? Leider stand der seit einem knappen Jahr designierte US-Präsident Barack Obama für ein Interview nicht zur Verfügung, bleibt also die reine Spekulation ob eines Autos, das eine durchaus mächtige Erscheinung darstellt. Und das ist vielleicht schon ein Teil der Antwort, das machtvolles Auftreten eine Rolle spielen könnte, dieses Automobil in Erwägung zu ziehen.

Obamas letzter Privatwagen

Hersteller: Chrysler ; Modell: 300C Von Dietmar Stanka

Der Chrysler 300CFoto: Stanka  

Was bewegt einen Mann, der sich um das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten von Amerika bemüht, sich als Privatwagen einen Chrysler 300C anzuschaffen? Leider stand der seit einem knappen Jahr designierte US-Präsident Barack Obama für ein Interview nicht zur Verfügung, bleibt also die reine Spekulation ob eines Autos, das eine durchaus mächtige Erscheinung darstellt. Und das ist vielleicht schon ein Teil der Antwort, das machtvolles Auftreten eine Rolle spielen könnte, dieses Automobil in Erwägung zu ziehen.

Maskulin und durch und durch amerikanisch baut sich ein 300C vor dem Betrachter auf. Ein verchromter Kühlergrill beherrscht die hohe Front des Chrysler, die über eine fast gerade Motorhaube in Richtung steil stehende Windschutzscheibe mündet. Daraus ergibt sich eine hervorragende Aussicht nach vorne. Aber praktisch nur nach vorne, da die im Verhältnis zur Karosse recht kleinen Seitenscheiben etwas weniger Sicht, als gemeinhin üblich, nach draußen bieten. Der Chrysler 300C Foto: Stanka Dafür sitzt man in einem Auto, dass die Blicke immer noch auf sich zieht und das sollte doch genügen, oder? Nun, allein der Bewunderung, ein optisch äußerst gelungenes Automobil aus amerikanischer Produktion mit einem Gutteil deutscher Technologie erworben zu haben, genügt definitiv auf Dauer nicht. So sind es auch die inneren Werte, die bei dem Flaggschiff von Chrysler zählen und betrachtet werden müssen. Unter der Haube werkelt ein 3-Liter-Diesel, der aus der ehemaligen Zugehörigkeit Chryslers zu einer Stuttgarter Marke stammt. 160 kW (218 PS) leistet der V6 und das zusammen mit einem, wieder mal mächtigen, Drehmoment von 510 Nm. Geschaltet wird per Automat mit fünf Gängen, ebenfalls wie das Triebwerk nicht mehr so ganz zeitgemäß, werden doch schon Kleinwagen mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe angeboten. So ergibt sich auch ein Durchschnittsverbrauch laut Hersteller, der bei 8,1 Litern liegt. Ein Wert, der bei vorsichtig dosierten Gasfuß und umsichtiger Fahrweise durchaus erreichbar und in Anbetracht des hohen Fahrzeuggewichts von 1.900 kg akzeptabel ist. Der Chrysler 300C Foto: Stanka Im Sommer und zusammen mit dem in Sondermodell „SRT Design“ rollt der 300C, auf schon wieder mächtigen, 20-Zöllern. Da Ende Oktober sinnvoller Autos mit 
Winterreifen ausgestattet werden sollten, waren es „nur“ noch 18-Zöller aus Leichtmetall. Genug um damit eine durchaus befriedigende Straßenlage zu erreichen. Das verbaute Fahrwerk, selbstverständlich mit ESP, federt Unebenheiten gut ab und durch die Niveauregulierung der Hinterachse, werden auch verschiedene Beladungszustände optimal austariert. Apropos SRT Design: Die Abkürzung steht für Street and Racing Technology und ziert normalerweise nur den brachialen 300C SRT8 6.1, der aus acht mächtigen Töpfen 317 kW (431 PS) gewinnt und viele Mitbewerber alleine durch seinen Sound blass aussehen lässt. Neben den 20-Zöllern des V8 erbte der Diesel, der mit diesem Paket nur als ladefreudiger Touring erhältlich ist, die ergonomisch geformten Vordersitze, die einen sehr guten Halt bieten sowie Komfortfeatures wie Festplatten-Navi mit einer 20 GB großen Festplatte, ein Glas-Schiebe-Hubdach und abgedunkelte Fensterscheiben hinten. Gekrönt wird dieser starke Auftritt durch eine im Navi integrierte Soundanlage mit 276-Watt-Verstärker, die kraftvoll über 6 Boston-Acoustics-Lautsprecher erklingt. Der Chrysler 300C Foto: Stanka Nach 14 Tagen und mehr als 1.000 Kilometern kann ich Barack Obamas Entscheidung nachvollziehen einen 300C zu fahren, obwohl dieser mit dem „kleinen“ V8 mit 5,7 Litern und 250 kW (340 PS) namens Hemi unterwegs war. Aber für unsere Verhältnisse hat der Diesel einen klaren Verbrauchsvorteil. Im Gesamtpaket Touring mit seinem riesigen Ladevolumen und dem SRT Design mit umfangreicher Ausstattung ist der 300C trotz seines Preises von 49.990 Euro ein „good deal“. Und ein Auto, dass sich positiv von seinen Mitbewerbern im Markt abhebt und sei es allein dadurch, dass ein Friedensnobelpreisträger und US-Präsident die Wahl getroffen hat, den 300C zu fahren. Übrigens wird Obama sein Ex-Gefährt bald wiedersehen: Bei dem Treffen der Friedensnobelpreisträger in Berlin am 10. und 11. November wird er und die weiteren Preisträger mit Limousinen dieses Typs chauffiert. (ds)

Technische Daten: Chrysler 300C 3,0 CRD Touring SRT Design

Motor: 6-Zylinder-Benziner mit Turboaufladung Getriebe: Fünfgang-Automatik Hubraum: 2.987 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 160 kW (218 PS) /4.000 Max. Drehmoment: 510 Nm bei 1.600 – 2.800 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 5.015/1.880/1.475 in mm Radstand: 3.050 in mm Leergewicht: 1.910 – 1.980 kg je nach Ausstattung Zul. Gesamtgewicht: 2.385 kg Kofferrauminhalt: 772 l Bereifung: 245/45 R 20 Felgen: 8 x 20″ Leichtmetall Beschleunigung: 8,7 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h Tankinhalt: 72 l Kraftstoffverbrauch EU-Zyklus: 8,3 l auf 100 km Preis: 49.990 Euro inkl. MwSt.

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Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München