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Was tun bei plötzlichen Mängeln

Neuwagenkauf: Nacherfüllungs- Anspruch bei Motorschaden

Dienstag, 28. Aug. 2018

Wer einen Neuwagen kauft, möchte in der Regel auf Nummer sicher gehen, um Probleme wie einen Motorschaden zumindest in den ersten Jahren auszuschließen. Leider funktioniert das nicht immer. Welche Ansprüche haben Käufer also, wenn der Neuwagen plötzlich Mängel aufweist?

Der Neuwagen ist eine umstrittene Entscheidung

Gebraucht- oder Neuwagen – dabei handelt es sich um eine Grundsatzentscheidung, an welcher sich die Geister scheiden. Vielen Menschen ist ein Neuwagen aufgrund seines Wertverlustes schlichtweg zu teuer. Andere wissen es zu schätzen, dass niemand vor ihnen das Auto gefahren hat und sie in den ersten Jahren Ruhe haben von Pannen, Autowerkstatt & Co. Allerdings handelt es sich dabei leider manchmal um einen Trugschluss, denn auch ein Neuwagen wird längst nicht immer ohne Mängel ausgeliefert. Stattdessen kann es durchaus vorkommen, dass solche bereits bei der Auslieferung vorhanden sind oder nach kurzer Zeit auftreten. Ein Ärgernis für beide Vertragsparteien.

Neuwagen oder Gebrauchtwagen?
Neuwagen oder Gebrauchtwagen?Foto: Pixabay.com/andreas160578 (CC0 1.0)

Gewährleistung beim Neuwagenkauf

Gerade, weil Zuverlässigkeit das Kaufkriterium Nummer eins ist, wenn es um einen Neuwagen geht, sind Mängel natürlich umso ärgerlicher. Dennoch gibt es in diesem Fall gegenüber dem Gebrauchtwagen einen großen Vorteil: Wie bei anderen Produkten auch, gilt für Neuwagen in Deutschland die gesetzliche Gewährleistung. Diese „Sachmängelhaftung“ greift ab dem Lieferzeitpunkt für zwei Jahre und schützt den Käufer vor Betrug – nicht nur, wenn es um Autos geht. Wird sogar nachgewiesen, dass Mängel vom Verkäufer arglistig verschwiegen wurden, erweitern sich die Ansprüche auf einen Zeitraum von drei Jahren. Doch der Käuferschutz geht noch weiter: Die Beweislast obliegt bei Mängeln am Neuwagen dem Händler. Kann der Verkäufer also nicht nachweisen, dass die Mängel beim Kaufzeitpunkt noch nicht bestanden haben, so muss er für deren Behebung aufkommen. Allerdings gilt diese Regelung nur für das erste halbe Jahr. Tritt ein Mangel erst nach sechs Monaten oder mehr auf, greift die sogenannte Beweislastumkehr. Es wird dann also davon ausgegangen, dass der Käufer die Mängel am Auto selbst verursacht hat – wodurch seine Gewährleistungsansprüche erlöschen.

Schnelles Handeln im Schadensfall

Einen solchen Nachweis zu erbringen, ist in vielen Fällen schwierig. Tritt beim Neuwagen ein Mangel auf, sollten die Käufer daher frühzeitig handeln – bestenfalls innerhalb der ersten sechs Monate. Macht sich der Schaden hingegen erst anschließend bemerkbar, ist unter Umständen der Rat eines Fachmanns oder eines Anwalts hilfreich, wie die beste Vorgehensweise aussieht. Für nicht eigens verschuldete Mängel am Neuwagen besteht nämlich die sogenannte Nacherfüllungspflicht.

Motorschaden beim Neuwagen

Mit einem Motorschaden rechnet wohl niemand bei einem Neuwagenkauf, jedoch kommt es immer wieder vor, dass bereits nach einigen Wochen bis Monaten der Motor versagt. Die Gründe hierfür können vielfältig sein, beispielsweise ein defekter Ölschlauch. Auch bei einem solchen Motoschaden obliegt die Beweislast innerhalb der ersten sechs Monate dem Händler beziehungsweise Verkäufer. Er muss nun also entweder kostenfrei den Mangel beseitigen oder einen mangelfreien Neuwagen nachliefern. Der Käufer kann prinzipiell frei entscheiden, jedoch ist in der Regel die Mangelbeseitigung die Alternative der Wahl – wenn möglich sowie sinnvoll. Der Verkäufer kann also die Neulieferung verweigern, sollte ihm dadurch ein unangemessener Aufwand entstehen. Gerade bei einem Motorschaden ist eine Reparatur aber nur selten eine sinnvolle Alternative. Hier wird in der Regel ein Neuwagen geliefert, für welchen natürlich ebenfalls wieder die Gewährleistungsfrist von zwei Jahren gilt. Sollte sich der Händler gänzlich querstellen, hilft nur noch der Gang vor Gericht, welches in solchen Fällen zumeist auf eine Rückzahlung des Kaufpreises entscheidet. Von vornherein verlangen kann das der Käufer aber nicht. Er kann seine Kaufentscheidung also nicht einfach rückgängig machen, sondern muss dem Händler die Chance zur Nachbesserung oder Neulieferung geben.

Die richtige Vorgehensweise bei Mängeln am Neuwagen

Wie bereits erwähnt, sollten Betroffene bei einem Mangel am Neuwagen so wenig Zeit wie möglich verstreichen lassen. Sie sollten ihre Ansprüche schriftlich geltend machen und dem Verkäufer somit eine angemessen Frist zur Nachbesserung oder Neulieferung einräumen. Üblich sind hierfür rund zwei Wochen. Entsprechende Musterformulare können im Internet heruntergeladen werden. Verstreicht die Frist jedoch, möchten viele Käufer nicht mehr warten. Mit einem Motorschaden ist der Neuwagen schließlich unbrauchbar und die Mobilität ist im Alltag stark eingeschränkt. Nun können und sollten die Käufer zweigleisig vorgehen: Einerseits können sie vom Kaufvertrag zurücktreten oder eine Minderung des Kaufpreises verlangen. Da der Händler jedoch nicht reagiert, ist der Gang zum Anwalt oft unvermeidlich. Bis das Verfahren abgeschlossen ist, kann das Auto aber andererseits bereits repariert werden. Einen Motorschaden bei caroobi beheben ist jederzeit möglich, die Kosten hierfür müsste der Verkäufer übernehmen. Wurde das Auto jedoch direkt von einer Privatperson gekauft, stehen den Käufern keine dieser Rechte zu. Es ist daher wichtig, sich beim Kauf über den Händler sowie die Gewährleistung des Neuwagens zu informieren.

Nach der Gewährleistung die Herstellergarantie prüfen

Sind die zwei Jahre und damit die gesetzlichen Gewährleistungsfristen verstrichen, bedeutet das aber immer noch nicht, dass der Käufer sämtliche Mängel am Neuwagen aus eigener Tasche beheben muss. Zwar greift nun nicht mehr die Sachmängelhaftung, jedoch sind zumindest einige Teile im PKW mit einer Herstellergarantie belegt. Diese kann bis zu fünf Jahre betragen. Je nachdem, was also kaputt ist und den Motorschaden hervorgerufen hat, muss dafür eventuell der Hersteller selbst aufkommen. Betroffene sollten daher vorab prüfen, wie der Schaden entstanden ist und ob die betroffenden Teile noch Garantie haben. Alles in allem bietet der Neuwagen somit tatsächlich mehr Sicherheit als ein Gebrauchtwagen, im Hinblick auf hohe Reparaturkosten oder teure Mängel bis hin zum Motorschaden in den ersten Jahren nach dem Kauf.