Facebook Pixel

Daimler-Produktionsstandorte

Größtes Werk erstmals nicht mehr in Deutschland

Peking überholt Bremen

Freitag, 9. Feb. 2018

Der Daimler-Konzern setzt weiter auf Globalisierung. Vor allem der chinesische Markt gewinnt zunehmend an Bedeutung. Jetzt hat die Mercedes-Fabrik in Peking eine neue Bestmarke gesetzt und damit eine lange Tradition beendet.

Das Mercedes-Werk Peking war in Hinblick auf die Produktionszahlen 2017 erstmals die weltweit größte Fabrik des Automobilkonzerns. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, wurden dort im vergangenen Jahr 430.000 Autos gebaut. Bisher war in der Geschichte des Unternehmens immer ein inländisches Werk die globale Nummer Eins gewesen, 2016 zuletzt Bremen. Dort wurden die Fertigungskapazitäten im letzten Jahr zwar ebenfalls ausgebaut, doch mit 420.000 Autos reichte es nur noch für Platz 2. Dahinter liegen Rastatt (330.000) und Sindelfingen (310.000).

Bremen ist mit 420.000 gebauten Autos nach Peking (430.000) nur noch die Nummer 2 in der Mercedes-Hierarchie
Bremen ist mit 420.000 gebauten Autos nach Peking (430.000) nur noch die Nummer 2 in der Mercedes-HierarchieFoto: Mercedes-Benz

Für die gesamte deutsche Autoindustrie hat der chinesische Markt in der jüngeren Vergangenheit enorm an Bedeutung gewonnen. Nach Auswertungen des französischen Marktforschungsinstituts Inovev hatten deutsche Autobauer noch 2005 im Heimatland genauso viele Fahrzeuge wie im Ausland gebaut. Zwischen 2007 und 2017 steigerten VW, Mercedes und BMW ihre Produktionskapazitäten in Deutschland aber nur um 12,8 Prozent, in ausländischen Werken hingegen um 50 Prozent. Von den im vergangenen Jahr rund 16 Millionen weltweit von deutschen Marken produzierten Autos kamen damit nur noch 33 Prozent aus heimischen Werken, während China sich mit 31 Prozent mit großem Abstand vor allen anderen Auslandsmärkten als zweitwichtigster Standort etabliert hat.

Mario Hommen/SP-X