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80 Jahre Großglockner Hochalpenstraße

Mittwoch, 12. Aug. 2015

Die Geschichte schöner Kurven Erbaut in nur fünf Jahren, um schöne Natur für alle erlebbar zu machen und mittlerweile beliebte Panoramastrecke – das ist die Großglockner Hochalpenstraße. Und in diesem Jahr wird auf den Kurven Jubiläum gefeiert. Nur fünf Jahre dauerte die Bauzeit der Großglockner Hochalpenstraße. Vom September 1930 bis Anfang August 1935 schafften es der für das Projekt verantwortliche Oberbaurat Franz Wallack und bis zu 3.200 Arbeiter, eine sechs Meter breite und insgesamt 48 Kilometer messende Straße durchs Herz der Alpen zu bauen.

Erbaut in nur fünf Jahren, um schöne Natur für alle erlebbar zu machen und mittlerweile beliebte Panoramastrecke – das ist die Großglockner Hochalpenstraße. | Foto: grossglockner.at/Mike Vogl

Erbaut in nur fünf Jahren, um schöne Natur für alle erlebbar zu machen und mittlerweile beliebte Panoramastrecke – das ist die Großglockner Hochalpenstraße.
Erbaut in nur fünf Jahren, um schöne Natur für alle erlebbar zu machen und mittlerweile beliebte Panoramastrecke – das ist die Großglockner Hochalpenstraße.Foto: grossglockner.at/Mike Vogl

Die Geschichte schöner Kurven

Erbaut in nur fünf Jahren, um schöne Natur für alle erlebbar zu machen und mittlerweile beliebte Panoramastrecke – das ist die Großglockner Hochalpenstraße. Und in diesem Jahr wird auf den Kurven Jubiläum gefeiert.

Nur fünf Jahre dauerte die Bauzeit der Großglockner Hochalpenstraße. Vom September 1930 bis Anfang August 1935 schafften es der für das Projekt verantwortliche Oberbaurat Franz Wallack und bis zu 3.200 Arbeiter, eine sechs Meter breite und insgesamt 48 Kilometer messende Straße durchs Herz der Alpen zu bauen. Zum 80jährigen Jubiläum der Straßen-Eröffnung wurde bekannt, dass die Großglockner Hochalpenstraße seit kurzem in die österreichische Denkmalliste aufgenommen ist; zudem läuft aktuell ein Antrag auf Anerkennung als Unesco-Weltkulturerbe. 80 Oldtimer – viele von ihnen waren schon zur Eröffnungszeit der Hochalpenstraße in Betrieb – steuerten zum Jubiläumsfest sowohl von Salzburger wie von Kärntner Seite aus die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2.369 m) an und erwiesen so der seit 3. August 2015 unter Denkmalschutz stehenden Panoramastraße ihre Reverenz. Die Zahlen aus der Erbauungszeit klingen auch heute noch gigantisch: 870.000 Kubikmeter Erde und Fels wurden in den 26 Monaten, die für den Bau zur Verfügung standen, bewegt – überwiegend von Menschenhand und nicht von riesigen Baggern oder Schubraupen. Bis zu 3.200 Arbeiter – Männer und Frauen – waren gleichzeitig mit dem Straßen- und Tunnelbau beschäftigt; sie wurden „Glockner-Baraber“ genannt. 1,8 Millionen Arbeitsschichten waren nötig, um unter anderem rund 116.000 Kubikmeter Mauerwerk zu errichten und 67 Brücken zu erstellen. Historischer Beginn ist das Zentrum des Ortes Bruck an der Glocknerstraße im österreichischen Bundesland Salzburg, wo sich auch heute noch ein Granit-Kilometerstein mit einer gut erkennbaren „0“ befindet, das historisches Ende der Straße befindet sich am Kilometerstein 47,8 am Ortsrand von Heiligenblut in Kärnten. Dazwischen liegen 27 Kehren, die maximale Höhe der Durchzugsstrecke beim Tunnel am Hochtor beträgt 2.504 Meter. Mit Hilfe der von Anfang an als Panoramastraße geplante Strecke sollte einerseits „auch Alte, Kranke und Behinderte den Zugang zu Naturschönheiten erhalten, auf deren Genuss jedermann ein Anrecht habe“ – so hieß es in der Projekt-Begründung. Während der Bauzeit kam auch das Argument der Arbeitsbeschaffung hinzu, denn von 1930 bis 1933 stieg die Arbeitslosigkeit in Österreich von 11,2 auf 26 Prozent. Der ganz große Run erfolgte Anfang der 1960er Jahre im Zuge der Massenmotorisierung. Als Rekordzahl dürften die 1,4 Millionen Besucher von 1962 einen Ewigkeitswert darstellen. Wechselhaft war im Lauf der Jahre auch der Zuspruch der Motorradfahrer: Anfangs waren sie ganz wild auf das Befahren der Großglockner Hochalpenstraße. 1955 wurden 47.500 Motorräder gezählt. Doch im Zuge der schon erwähnten Massenmotorisierung sank ihre Zahl auf kümmerliche 2.071 im Jahr 1968. Im Jahrhundertsommer 2003 wurden dann schon wieder 76.000 Motorräder gezählt. Motorradfahrern ist stabiles Schönwetter besonders wichtig, weshalb die Zahlen für 2015 in Rekordrichtung weisen.

Ulf Böhringer/SP-X