Volkswagen Transporter-Baureihe

Herzstück des T6 sind die 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder, wobei die Käufer zu 98 Prozent Diesel-Modelle ordern | Foto: VW

Herzstück des T6 sind die 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder, wobei die Käufer zu 98 Prozent Diesel-Modelle ordern | Foto: VW

Große Freiheit Nummer Sechs

Ist es eher ein Modellwechsel oder doch nur ein großes Facelift? Nach 13 Jahren hat der T5 ausgedient und Volkswagen präsentiert die sechste Generation des erfolgreichen Lastentiers und Urlaubsbeförderers. Motoren und vieles andere ist neu – aber eben nicht alles.

Während der Bulli als legendärer Urahn mit 65 Jahren längst im Ruhestand ist und sich heute eher bei Klassiker-Events herumtreibt, schickt sich die nächste Erben-Generation an, die Erfolgsgeschichte mit über zwölf Millionen verkauften Fahrzeugen weiterzuschreiben. Die sechste Auflage von Volkswagens Transporter-Baureihe muss ihren Nutzwert zwischen Alltag und Gewerbe, Freizeit und Emotion spreizen. Der T6 startet in den klassischen drei Grundvarianten Transporter, Caravelle und Multivan, das Campingmodell California kommt etwas später in diesem Jahr. Der Einstiegspreis für den Transporter beträgt nun ab 23.035 Euro netto (27.412 Euro brutto). Der Multivan kostet mit dem 84 PS-Diesel ab 29.952 Euro brutto.

Zum Marktstart noch diese Woche sind zunächst sechs 2,0-Liter-Vierzylinder-Motoren im Angebot, darunter vier Dieselaggregate zwischen 62 kW/84 PS und dem TDI-Bi-Turbo-Topmodell mit 150 kW/204 PS sowie zwei 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 110 kW/150 PS und 150 kW/204 PS. Die Motorisierungen werden wahlweise mit manueller Schaltung und Doppelkupplung (DSG) angeboten, ein Start-Stopp-System ist serienmäßig. Daneben kann der Kunde statt Frontantrieb auch Allrad wählen. Außerdem halten eine Reihe von Fahrerassistenzsystemen Einzug wie adaptive Fahrwerksregelung (DCC), automatische Distanzregelung (ACC), eine City-Notbremsfunktion (bis 30 km/h) und bei Allrad-Modellen ein Bergabfahrassistent. Das Cockpit wurde komplett neu gestaltet, die Bestuhlung ist nun bequemer. Plattform und Maße bleiben aber gleich, dafür hat das Multitalent ein paar markantere Retuschen im Design sowie LED-Leuchten erhalten, die ihn zusammen mit der klareren Linienführung geschärfter wirken lassen. Premiere feiert ebenfalls das Multimedia-Angebot mit 6,3-Zoll-Display bei dem sich jetzt auch die Apps des Smartphones auf dem Schirm spiegeln lassen.

Die neue V-Klasse von Mercedes-Benz hat zwar ein Jahr Vorsprung am Markt, aber man darf die neue Vielfalt beim T6 durchaus als Ansage an den Konkurrenten aus Stuttgart verstehen. Denn unter den VW-Nutzfahrzeugen ist diese Baureihe anpassungsfähig wie ein Chamäleon. Aus rund 500 Varianten sollen Kunden beim T6 auswählen können: zwei Längen mit 4,89 oder 5,29 Meter, vier Fahrwerkshöhen, verschiedene Dachaufbauten und Lösungen bei den Sitzreihen sowie ein Ladevolumen zwischen 3.500 und 9.300 Liter für den Einsatz beispielsweise als Shuttle, als Kombi, Pritschenwagen oder Campingmobil. Wer die Qual der Wahl reduzieren will, kann beispielsweise bei den Ausstattungen Linien wie die Basisversion Trendline, Comfortline oder die Topversion Highline ordern, die unter anderem eine elektrisch bedienbare Heckklappe beinhaltet.

Zu Deinem Neuwagen

Herzstück des T6 sind die 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder, wobei die Käufer zu 98 Prozent Diesel-Modelle ordern. Rund 0,7 Liter pro 100 Kilometer sind die Motoren im Durchschnitt sparsamer geworden. Die genügsamste Bluemotion-Variante mit 75 kW/102 PS begnügt sich mit 5,5 Litern.

Bei ersten Testfahrten mit der sechsten Generation stand unter anderem ein Kastenwagen mit 102 PS (aber ohne Bluemotion-Unterstützung) zur Verfügung, ein typischer Vertreter für den gewerblichen Einsatz. Der Verbrauch pendelte sich zwar eher bei knapp über sechs Litern ein, dafür agiert der Motor nicht nur robust, sondern auffallend leise. Deutlich angenehmer als bisher erweist sich auch das Fahrwerk, das ebenfalls optimiert wurde. Auffällig beim neu gestalteten Cockpit sind neben der angemessenen Sachlichkeit die vielen offenen Ablagen im Innenraum des Arbeitstiers und der mittige kleine Schalthebel. Dagegen rücken Multivan und Caravelle deutlich in die Nähe eines Pkw. Das Cockpit speziell für diese Varianten erhielt eine elegante, sachliche Optik, die fast schon zum Anspruch einer Großraumlimousine passt.  

Dass bei der Sparte Nutzfahrzeuge auch mal Gefühle im Spiel sein dürfen, bewies ein Ausflug im Sondermodell Generation Six, das als Hommage an den verehrten Samba zur Markteinführung angeboten wird. Der Multivan in der Ausstattung Comfortline besitzt wie sein Vorbild eine zweifarbige Lackierung, viel Chrom, Felgen im Retrolook, Alcantara-Sitzbezüge und Lackblenden im Innenraum. Angetrieben wird dieser spezielle optische Ausflug in die Nostalgie vom 2,0-Liter-Diesel mit 110 kW/150 PS und einem Drehmoment von 340 Newtonmetern sowie DSG-Getriebe.

Der kultivierte, leise Motor erwies sich zwar als angenehmer Begleiter für längere Strecken, aber in dieser Kombination doch eher als Modell für Liebhaber.

Alexandra Felts




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