Jungfernfahrt im Audi R8 - Zurück auf Start

Der Audi R8 ist quasi in Le Mans geboren | Foto: Audi

Der Audi R8 ist quasi in Le Mans geboren | Foto: Audi

Beim 24-Stunden-Rennen wurde der Audi R8 als Idee geboren

Nun kehrt die zweite Generation des Sportwagens zur Jungfernfahrt an die legendäre Rennstrecke in Le Mans zurück.

Audi verdankt sein sportliches Image nicht nur dem Quattro. Auch die Siege in Le Mans lassen die Ingolstädter im Licht der Fahrdynamik strahlen. Beflügelt von den Erfolgen im Sport beschloss man vor 15 Jahren den Bau eines Serien-Sportwagens. Der startete 2007 und geht nun bereits in die zweite Generation – am Ort seines Ursprungs.

Denn gerade ist wieder 24-Stunden-Rennen in LeMans und mitten im Qualifying schleicht sich der neue R8 auf die Strecke. Dass sich das Straßenauto seine ersten Sporen auf einer Rennstrecke verdient, hat seinen Grund: Hier hat Audi das Gros des Entwicklungsprogramms abgespult. Nicht umsonst wurden diesmal Straßen- und Rennversion des R8 nicht nacheinander, sondern parallel entwickelt. Schärfer und schneller sei das Coupé dadurch geworden, meint Audi und denkt dabei auch an die 3,2 Sekunden von 0 auf 100 oder die 330 km/h Spitze, die Audi für die 449 kW/610 PS starke Top-Version auslobt. Dass der R8 auf der Rennstrecke so schnell ist, liegt aber vor allem an einer neuen Quattro-Generation, mit der sich die Kraft jetzt tatsächlich zu 100 Prozent flexibel zwischen den Achsen verteilen lässt. Und obendrein ist der Luftwiderstand gesunken und im Gegenzug die Downforce gestiegen.

Eilig hat man es dann auch gerne im R8, erst recht auf dem Circuit de la Sarthe. Schon die Dunlop-Schikane nach der Ausfahrt aus der Boxengasse nimmt man mit über 150, durch die Esses bremst man ein bisschen ab und wenn man im fünften Gang aus der Tertre Rouge geschossen kommt, dann knallt der rechte Fuß wie ein Fallbeil aufs Gaspedal und der R8 macht noch einmal einen Satz. Das Auto passt wie angegossen und fokussiert sich mehr denn je allein auf den Fahrer.

Zu Deinem Neuwagen

Hunadières, Mulsanne, Arnage – all die berühmte Streckenabschnitte ziehen wie im Zeitraffer vorbei. Und selbst wenn man viel länger braucht als die 3:16:887 Sekunden, bei denen der Rundenrekord liegt, kommt einem die Fahrt über die 13,6 Kilometer viel zu kurz vor, als dass man sie ernsthaft genießen könnte. Und trotzdem ist es gut, dass am Ende der Start-Ziel-Geraden jemand die Flagge schwingt und die rasenden Jungfern zurück in die Box winkt. Denn während der R8 gerade erst so langsam auf Betriebstemperatur kommt und förmlich danach schreit, dass man ihn noch einmal über den Kurs prügelt und noch ein einmal und noch einmal, fällt der Fahrer am Ende der Runde völlig ausgelaugt aus dem Wagen und sucht mit weichen Knien und zitterndem Gasfuß seine sieben Sinne zusammen. Und wer kann, kramt auch schon mal nach dem Scheckbuch: 187.400 Euro muss einem der Reiz des Rasens wert sein. Dafür gibt es die Top-Variante R8 V10 Plus. Der normale R8 V10 mit 397 kW/540 PS kostet 165.000 Euro.

Benjamin Bessinger/SP-X




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