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Sportwagen auf dem Genfer Automobilsalon

Mittwoch, 11. Mär. 2015

 Power to play Der Genfer Automobilsalon ist traditionell ein heißes Pflaster für starke Autos. Auch 2015 gibt es genügend Gelegenheit zur Vorfreude für Fans PS-starker Angebote.

Perfekt in die Genfer Kulisse der Schönen und Reichen passt auch die Neuauflage des Ford GT, der in eher homöopathischen Dosen auf die Straße kommen wird
Perfekt in die Genfer Kulisse der Schönen und Reichen passt auch die Neuauflage des Ford GT, der in eher homöopathischen Dosen auf die Straße kommen wirdFoto: SP-X/Matthias Knödler

Perfekt in die Genfer Kulisse der Schönen und Reichen passt auch die Neuauflage des Ford GT, der in eher homöopathischen Dosen auf die Straße kommen wird | Foto: SP-X/Matthias Knödler

Der Genfer Automobilsalon ist traditionell ein heißes Pflaster für starke Autos. Auch 2015 gibt es genügend Gelegenheit zur Vorfreude für Fans PS-starker Angebote.

Wer schon mal durch die Schweiz gefahren ist, weiß, wovon die Rede ist: In dem kleinen Staat mit streng tempolimitierten Straßen wimmelt es trotz streng überwachtem Tempolimit nur so von Leistungsboliden. Klar, im Alpenland sitzt viel Geld – und offensichtlich tummeln sich hier auch viele Autofans. Dies spiegelt sich auch auf dem alljährlichen Genfer Salon wider, wo die Hersteller neben Brot- und Butterautos auch immer jede Menge schnelle Traumautos platzieren. Freilich stechen vor allem die Exklusivmarken heraus. So feiert der Ferrari 488 GTB Weltpremiere und geizt natürlich nicht mit Leistung. Immerhin darf man mit weniger schlechtem Gewissen genießen, denn die Italiener haben ihren 3,9 Liter großen Achtzylinder mit 492 kW/670 PS analog zum California T ebenfalls per Turbo aufladen, was einen Normverbrauch von „nur“ noch 11,4 Litern nach sich zieht. Der Audi-Konzern ist in einer anderen Position – da der Volumenhersteller viele Downsizing-Offerten in den Listen führt, darf er bei der Premiere des R8 herrlich über die Stränge schlagen. Zum Auftakt gibt es den frei saugenden V8 mit 5,2 Litern Hubraum und mindestens 397 kW/540 PS. Den Verbrauch des immerhin mit Zylinderabschaltung ausgerüsteten Triebwerks beziffern die Ingolstädter mit 11,8 Litern, was 275 g CO2/km entspricht. Perfekt in die Genfer Kulisse der Schönen und Reichen passt auch die Neuauflage des Ford GT, der in eher homöopathischen Dosen auf die Straße kommen wird – meist dürfte er ohnehin in irgendwelchen Garagen schlummern. Auch wenn der von Ford anvisierten Klientel der Spritverbrauch ziemlich egal ist, verkneifen sich die Amerikaner den Achtzylinder. Stattdessen muss es ein doppelt aufgeladener Sechszylinder mit über 600 PS richten, der ironischerweise unter dem Label „Ecoboost“ firmiert. Ausgeprägte Sparsamkeit dürfte hier allerdings kaum zu erwarten sein. Ähnliches gilt auch für den Honda NSX trotz seines aufwendigen Hybrid-Strangs. Er bringt es auf mehr als 500 PS – das reicht normalerweise allemal, um beim Stammtisch als Held der Straße durchzugehen. Was die Fans angesichts der schweren Komponenten mit insgesamt drei Aggregaten tatsächlich sagen werden, bedarf noch der Klärung. Immerhin hockt der Verbrenner in der Mitte. Perfekt ins Genf-Umfeld der Autoenthusiasten passt der exotische McLaren 675 LT, der Reminiszenzen an die McLaren-Rennsporttradition anklingen lässt. Er hat rund 100 Kilogramm an Leergewicht verloren im Vergleich zu den Modellbrüdern 650 und die Leistung von 496 kW/675 PS steigt auf einen Spitzenwert. Mit einem Leistungsgewicht von 403 kW/549 PS je Tonne gehört der Doppelturbo zu den schnellsten Fahrzeugen auf der Straße. Auf dem öffentlichen Fahrbahnnetz der Schweiz wird man die Performance jedenfalls nicht ausleben können. Keine Rücksicht auf politische Korrektheit nimmt auch der neue Lexus GS-F. Die Autofans wird’s freuen: Schließlich ist ein freisaugender Achtzylinder mit fünf Litern Hubraum exotisch geworden. Die 347 kW/473 PS wirken auf die Hinterräder, ein weiterer Pluspunkt für Liebhaber klassischer Antriebskonfigurationen. Bei uns wird man den oberen Mittelklässler wohl eher selten zu Gesicht bekommen, obwohl er gegen relativ häufig anzutreffende Modelle wie BMW M5 und Mercedes E-Klasse AMG antritt. Gleich zwei Supersportler hat Porsche im Gepäck. Mit Cayman GT4 und 911 GT3 RS bedienen die Zuffenhausener Kunden, denen ein Auto nicht schnell genug sein kann. Der Mittelmotor-Sportler Cayman tritt mit 283 kW/385 PS an und wird neben Längsperformance vor allem Liebhaber schneller Kurvenfahrten ansprechen. Nicht weniger rennstreckentauglich gibt sich der 368 kW/500 PS starke GT3 RS, der die Leistungsspitze der Sauger-911 markiert. Die PS-Krone der Saugmotoren markiert im Volkswagen-Konzern allerdings der neue Lamborghini Aventador LP 750-4 mit 552 kW/750 PS. Hier muss eine Pferdestärke lediglich zwei Kilogramm bewegen. Also auch ein schöner fahrbarer Untersatz für die Genfer High Society und ein begehrter Spot auf dem Genfer Autosalon, der viel Raum für automobile Träume lässt. Und so wird er seiner Tradition auch dieses Jahr wieder gerecht.

Gleich zwei Supersportler hat Porsche im Gepäck. Mit Cayman GT4 (Foto) und 911 GT3 RS bedienen die Zuffenhausener Kunden, denen ein Auto nicht schnell genug sein kann
Gleich zwei Supersportler hat Porsche im Gepäck. Mit Cayman GT4 (Foto) und 911 GT3 RS bedienen die Zuffenhausener Kunden, denen ein Auto nicht schnell genug sein kannFoto: SP-X/Matthias Knödler

Gleich zwei Supersportler hat Porsche im Gepäck. Mit Cayman GT4 (Foto) und 911 GT3 RS bedienen die Zuffenhausener Kunden, denen ein Auto nicht schnell genug sein kann | Foto: SP-X/Matthias Knödler

Patrick Broich/SP-X