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Rallye Schweden 2013 - VW

Donnerstag, 19. Mär. 2015

Was ein Einstand in der World Rallye Championship für Volkswagen. Nix mehr mit den Aussagen von Dr. Ulrich Hackenberg, seines Zeichens Entwicklungsvorstand des Hauses. Dieser prognostizierte die Ziele von Volkswagen Motorsport voller Bescheidenheit: "2013 wollen wir aufs Podium fahren, 2014 den ein oder anderen Lauf gewinnen und 2015 die WM gewinnen."

Rallye Schweden 2013 - Volkswagen auf dem Weg zur Weltmeisterschaft

Ein Rallye-Bericht von Dietmar Stanka

Was ein Einstand in der WRC (World Rallye Championship) für Volkswagen. Nix mehr mit den Aussagen von Dr. Ulrich Hackenberg, seines Zeichens Entwicklungsvorstand des Hauses. Dieser prognostizierte die Ziele von Volkswagen Motorsport voller Bescheidenheit: "2013 wollen wir aufs Podium fahren, 2014 den ein oder anderen Lauf gewinnen und 2015 die WM gewinnen." Sieht ja fast so aus, als wenn alles schon 2013 im Sack wäre.

Nein, natürlich nicht. Abgerechnet wird zum Schluss. Aber mit einem zweiten Platz von Sébastien Ogier auf dem Polo R WRC auf der Monte und einem Sieg in Schweden hat nun mal gar niemand gerechnet. Noch dazu in Schweden. Wo seit Anbeginn der Rallye-Historie dieses nur auf Eis und Schnee ausgerichteten Laufes bis auf ein einziges Mal ausschließlich Skandinavier den Siegerpokal in den Händen hielten. 2004 durfte sich Sébastien Loeb, seines Zeichens mit neun Weltmeisterschaftstiteln erfolgreichster Motorsportler aller Zeiten, über einen Sieg freuen.

Und nun Ogier auf einem nagelneuen Auto. Chapeau Volkswagen. „Wir haben im Auto vor Glück laut geschrien. Einfach unfassbar, schon in der zweiten Rallye den ersten Sieg für Volkswagen und das Team zu holen. Das ist wohl der schönste Moment in meiner Karriere.“ So Sébastien Ogier nach dem überragenden Erfolg auf dem nagelneuen Volkswagen Polo R WRC.

Jari-Matti Latvala freute sich zwar für sein Team, war aber mit dem vierten Platz hinter Sébastien Loeb auf dem Citroën DS3 WRC und Mads Ostberg auf dem Ford Fiesta WRC nicht wirklich zufrieden. „Ich müsste eigentlich genauso schnell sein wie Sébastien“, erzählte uns der sympathische Finne am Samstagabend, „aber ich habe noch nicht die wirklich optimale Abstimmung für mein Auto gefunden.“ Deshalb probierte er am Sonntag die Fahrzeugeinstellung seines Teamkollegen aus. „Ich habe einfach noch nicht meinen Fahrstil an den Polo angepasst, werde aber alles geben, in den kommenden Rallyes mit Sébastien auf Augenhöhe zu sein.“

Auch Jost Capito, Motorsport-Direktor von Volkswagen Motorsport, zeigte sich hochzufrieden mit der Leistung des gesamten Teams. „Aus eigener Kraft schon den zweiten WM-Lauf zu gewinnen, ist ein echter Meilenstein. Im Team hat jedes Rädchen perfekt in das andere gegriffen. Ich bin heute einfach nur stolz auf die Jungs.“

Weiter geht’s in der WRC in gut vier Wochen. Mexiko steht auf dem Programm. In der Umgebung von León wird der dritte Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft ausgetragen. Dort auf rund 2.000 Metern Höhe ist Volkswagen Motorsport gespannt, welche Leistung der Polo R WRC bringen wird. Beim vierten Lauf in Portugal wenige Wochen später soll dann die Positionierung des Rallye-Teams besser eingeschätzt werden können. In jedem Fall geht Ogier mit drei Zählern Vorsprung vor Loeb in der WM-Wertung in Mexiko an den Start und übertrifft damit schon jetzt sämtliche Erwartungen.