Suzuki Kizashi - Mittel-Klasse

Suzuki Kizashi
Foto: Suzuki

Suzuki Kizashi - Mittel-Klasse

In der Mittelklasse haben hierzulande höchstens noch die deutschen Modelle wie Passat, Insignia oder Mondeo eine Marktchance. Importeure verkaufen ihre Fahrzeuge eher in homöopathischen Dosen. Das gilt auch für den Kizashi, obwohl der Suzuki in gewisser Weise konsequenter als andere ist: Es gibt ihn nur mit Vollausstattung.

Mit dem seit Ende 2010 erhältlichen Mittelklasse-Modell Kizashi stellt Suzuki zweierlei unter Beweis: Das Unternehmen kann nicht nur Klein- und Geländewagen. Und es hat durchaus Mut. Denn Stufenheck-Modelle gehören zumindest bei uns nicht unbedingt zu den Bestsellern. Assoziationen mit altbackenem Design sowie „Fahrer-mit-Hut“ haften den Fahrzeugen mit den meist großzügigen Kofferraumvolumina hartnäckig an. So fristen sie in Deutschland, anders als beispielsweise in den USA, meist ein Nischendasein im automobilen Angebotsreigen. Das gilt mehr noch als für andere Fahrzeuge für den Suzuki Kizashi. Ein Grund, sich das Fahrzeug mal näher anzuschauen.

Man fällt mit dem großen Suzuki auf und – Überraschung! - noch nicht einmal unangenehm. Die viertürige, 4,65 lange Limousine sorgt für Verwunderung (Was ist denn das für ein Dreier?), Erstaunen (Ein Suzuki? Echt?) oder sogar ansatzweise für Begeisterung (G…. die Felgen!). Diejenigen, die sich spontan auf Parkplätzen oder an der Tankstelle zu diesem Auto äußerten, waren junge Männer um die 30. Ob sich da eine Geschmacksänderung anbahnt? Vielleicht fanden sie den Kizashi auch nur spannend, weil zwei – natürlich verchromte – große, dreiecksförmige Auspuffendrohre gut sichtbar Leistung versprechen.

Einmal in Fahrt macht der Kizashi auf einer freien Autobahn jedoch eine gute Figur. Die Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h (auch nicht eben herzklopfverdächtig) zu erreichen, ist kein Problem. Dann allerdings schnellt die Verbrauchsanzeige deutlich nach oben. Das passiert auch, wenn man kurvige Streckenabschnitte flott nimmt. Eine Übung, die dem Kizashi dank des Sportfahrwerks gut gelingt. Harte Schläge an die Insassen gibt es trotzdem nicht, sportlich heißt hier weder rasant noch unbequem. Wer sich im mittleren Geschwindigkeitsbereich auf der Autobahn bewegt und sich auf anderen Straßen gelassen an die Verkehrsordnung hält, wird mit einem Durchschnittsverbrauch von 8,3 Litern belohnt. Gar nicht übel für die große und mindestens 1,5 Tonnen schwere Limousine und nur 0,5 Liter mehr als Suzuki als Normwert angibt.

Zu Deinem Neuwagen

Einen Diesel gibt es übrigens nicht für den Kizashi, genauso wenig wie irgendwelche in dieser Klasse mittlerweile selbstverständlichen Assistenzsysteme. Und es existiert auch keine nennenswerte Aufpreisliste. Unser Testwagen kostete 26.990 Euro. Als Extra kann nur die Metallic-Lackierung für günstige 490 Euro bestellt werden. Im Preis enthalten ist eine umfangreiche Komfortausstattung mit Leder, Zweizonen-Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfern, Parkhilfen, ein elektrisches Glasschiebehubdach sowie ein elektrisch verstell- und beheizbarer Fahrersitz mit Memory-Funktion. Die schon erwähnten auffälligen 18-Zoll-Felgen mit 245/45 Reifen gehören ebenso wie das Sportfahrwerk ebenfalls zum Serienumfang. Und dann gibt es ab Werk noch die für ein Stufenheck-Modell typischen Vorteile: Die Passagiere reisen komfortabel, das Gepäck verschwindet im großen Kofferraumschlund. Man sollte jedoch beim Verstauen von Koffern und Taschen darauf achten, dass sie nicht unter die Bügelscharniere geraten und beim Schließen gequetscht werden. Die Verarbeitung des sachlich gehaltenen Interieurs ist ordentlich, allerdings darf man bei dieser Preisgestaltung keine Premiumansprüche stellen.

Apropos Preis: Der ist zwar günstig und die Ausstattung komplett, allzu viele Kunden könnten sich in Deutschland aber nicht für den Japaner begeistern. Das Kraftfahrtbundeamt zählte für 2012 bis Ende November gerade mal 426 Neuzulassungen. Damit ist der Kizashi fast so exklusiv wie beispielsweise ein Lexus IS.




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