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Audi A6 allroad quattro 3.0 TDI

Dienstag, 8. Nov. 2016

Es gibt ja Menschen, die halten einen leicht höhergelegten, mit ein paar Anbauteilen verzierten und einem englischen Zusatznamen versehenen Kombi für albern. Das kann aus deren Sicht stimmen. Aber diese kann sich auch durchaus ändern, wenn man so ein Fahrzeug mal 14 Tage bei Winterwetter bewegt hat.

Foto: Audi

Audi A6 allroad quattro 3.0 TDI - Der Allwetter-Alletage-Begleiter

Es gibt ja Menschen, die halten einen leicht höhergelegten, mit ein paar Anbauteilen verzierten und einem englischen Zusatznamen versehenen Kombi für albern. Das kann aus deren Sicht stimmen. Aber diese kann sich auch durchaus ändern, wenn man so ein Fahrzeug mal 14 Tage bei Winterwetter bewegt hat. Für jene, die keinen Audi fahren oder nicht regelmäßig Fachzeitschriften zur Hand nehmen: Ein A6 allroad quattro ist im Prinzip ein A6 Kombi (Avant), der über Allradantrieb und eine Luftfederung mit Höhenregulierung verfügt sowie mittels einiger optisch-praktischer Maßnahmen wie einem Unterfahrschutz signalisiert – ich kann auch Waldwege oder anderes leichtes Gelände bewältigen. Diese Maßnahmen ändern allerdings nichts daran, dass dieser Audi trotz seines „allroad“-Versprechens in erster Linie kein Vehikel fürs Gelände, sondern für die Straße ist. Ähnlich wie bei einem SUV bleibt jedoch das gute Gefühl, dass man den Asphalt auch mal verlassen könnte, wenn man wollte oder müsste. Genau wie das SUV wird auch der allroad quattro dies in der Praxis äußerst selten tun. Anders als bei einem SUV erkauft man sich die leichte Geländefähigkeit aber nicht durch eine in manchen Augen etwas gewollt wirkende Geländewagen-Optik. Dieser Audi sieht aus wie ein höher gelegter A6 Avant und genau das ist er auch und genau das soll er auch sein. Netterweise spendierte Audi unserem Testwagen den unserer Meinung nach idealen Motor für dieses Fahrzeug. Denn neben einem Benziner mit 228 kW/310 PS bieten die Ingolstädter für dieses Modell einen (passenderen) Dieselmotor an, der in gleich drei Ausführungen erhältlich ist. Während wir aus Erfahrung wissen, dass man sich mit dem Basisselbstzünder (150 kW/204 PS) in manchen Situationen – vor allem auf der Autobahn – manchmal etwas untermotorisiert vorkommt, und die stärkste Variante mit 230 kW/313 PS einfach zu viel des Guten ist, erfüllt die mittlere Variante mit 180 kW/245 PS zielgenau alle Ansprüche. Auch in dieser Gelände-Version bleibt der A6 vor allem zweierlei: ein Kombi mit guten Ladeeigenschaften und ein Fahrzeug, dessen Fähigkeiten vor allem auf der Langstrecke deutlich werden. Zwar verzichtet Audi bei diesem Modell auf die Zusatzbezeichnung „Avant“, ein Kombi ist aber der allroad immer. Und das bedeutet ein Ladevolumen von 565 bis 1.680 Litern. Da Audi-Fahrer meist viel Geld in Zusatzausstattung stecken, sei an dieser Stelle die, für relativ moderate 690 Euro Aufpreis erhältliche, elektrisch öffnende und schließende Heckklappe wärmstens empfohlen. Weiteren Geldausgaben in Form von Navi, Leder, Dekoreinlagen, größeren Rädern, Bose-Soundanlage, Sportsitzen und einer ganzen Armada von sogenannten Assistenzsystemen steht natürlich nichts im Wege, außer dem eigenen Budget. Denn – und damit wären wir bei der zweiten Haupteigenschaft: Der A6 allroad quattro ist ein Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse, mithin ein Auto, das von Menschen mit Komfortanspruch geordert wird. Ins leichte Gelände – ja bitte. Aber bitte auch nur mit Wohnzimmer-Feeling. Wir verzichten für dieses Mal darauf, die gerade bei deutschen Premiumfahrzeugen ewige Litanei vom hohen Grundpreis und den langen Aufpreislisten anzustimmen, auch wenn sie natürlich stimmt. Zur Information des Lesers nur so viel. Erstens: Der Audi A6 allroad quattro kostet mit dem von uns gefahrenen Motor ab 57.350 Euro. Zweitens: Der Testwagenpreis belief sich auf 83.320 Euro. Drittens: Für den, der es sich leisten kann, ist dieses Fahrzeug jeden Cent wert.