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Peugeot 208 - Clever klein gemacht

Donnerstag, 25. Jun. 2015

Kleiner, leichter und nicht teurer Beim 208 hat Peugeot die Gewichts- und Größenspirale umgedreht. Aber nicht nur nur Parkraumbedarf und Verbrauch überzeugen. An Kleinwagen ist häufig nur noch der Name klein. Die ehemalige Einstiegs-Klasse ist in den vergangenen Jahrzehnten zielstrebig bis zur Viermeter-Grenze und darüber hinaus geschossen – mit den bekannt ungünstigen Effekten bei Parkplatzsuche und durch das Mehrgewicht auch auf den Spritverbrauch.

Kleiner, leichter und nicht teurer: Beim 208 hat Peugeot die Gewichts- und Größenspirale umgedreht. Aber nicht nur nur Parkraumbedarf und Verbrauch überzeugen.

An Kleinwagen ist häufig nur noch der Name klein. Die ehemalige Einstiegs-Klasse ist in den vergangenen Jahrzehnten zielstrebig bis zur Viermeter-Grenze und darüber hinaus geschossen – mit den bekannt ungünstigen Effekten bei Parkplatzsuche und durch das Mehrgewicht auch auf den Spritverbrauch. Vor diesem Hintergrund ist es also zunächst erfreulich, dass Peugeot von der Aufwärtsspirale abgesprungen ist und den 208 gegenüber dem direkten Vorgänger 207 um sieben Zentimeter gekürzt und auch noch kräftig abgespeckt hat. Doch geht die Rechnung wirklich auf? Äußerlich ist die Schrumpfkur zunächst einmal gelungen. Der 208 wirkt kompakt und wendig, die Proportionen stimmen und zahlreiche nette Gestaltungsdetails wie der großzügige Einsatz von glänzendem Chrom heben ihn aus der Masse der Konkurrenz heraus. Dabei simuliert er nicht wie viele zeitgenössische Konkurrenten sportliche Dynamik, sondern setzt eher auf Eleganz. Bei der ersten Sitzprobe im Fünftürer zeigt sich dann, dass nicht einfach mit der groben Schere gekürzt wurde. Stattdessen gleicht ein Plus an klugem Zuschnitt das Minus bei der Länge locker wieder aus. So ist die vordere Tür sehr weit vorne angeschlagen, so dass beim Öffnen auch fast der gesamte Fußraum freigegeben wird. Ein- und Ausstieg fallen dadurch besonders leicht. Sitzt man drin, fällt sofort der ungewöhnliche Zuschnitt des – übrigens sehr hochwertig wirkenden - Cockpits auf. Das Lenkrad ist tiefer als normal montiert, fast auf Bauchhöhe des Fahrers. Dadurch liegen Tacho und Drehzahlmesser oberhalb des Lenkradkranzes, nicht wie üblich im Inneren des Runds. Der Fahrer wird dadurch beim Blick auf die Instrumente weniger vom Verkehr abgelenkt, findet Peugeot. Während des zweiwöchigen Tests war ein derartiger Vorteil allerdings nicht zu erkennen. Gestört hat die seltsame Anordnung allerdings auch nicht – zumindest bei einem Fahrer mit durchschnittlicher Statur. Trotzdem sei Kaufinteressenten eine intensive Probesitzung empfohlen, da das tiefe Lenkrad ein wenig an die Fahrt im Kinderkarussell erinnert und vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft. Zweite Besonderheit am Lenkrad ist der kleine Durchmesser. In Kombination mit der tiefen Position soll das Volant den 208 besonders sportlich und wendig wirken lassen, was aber durch das synthetisch wirkende Lenkgefühl sofort wieder konterkariert wird. Schade, denn eigentlich bringt der Kleinwagen mit seinen handlichen Abmessungen und dem verbindlichen Fahrwerk alles Nötige für eine kleine Fahrspaßmaschine mit. Zumindest mit dem getesteten Dieselmotor bleibt das aber Theorie. Der 1,6-Liter-Selbstzünder mit 68 kW/92 PS bietet zwar ordentlich Drehmoment (230 Nm), geht aber eher verhalten zur Sache und lastet auch spürbar schwer auf der Vorderachse. Dafür überzeugt er mit einem Praxisverbrauch von nur knapp fünf Litern. Außer für Vielfahrer dürfte trotzdem einer der Drei- und Vierzylinder-Benziner die bessere Wahl sein. Die gibt es aktuell im Leistungsband von 50 kW/68 PS bis 115 kW/156 PS. Bei den Preisen gibt sich der kleine Franzose bescheiden. Die Einstiegsversion mit dem 50 kW/68 PS starken Benziner ist schon ab 11.600 Euro zu haben, ein derzeit verfügbares Sondermodell gibt es sogar für 9.900 Euro. Alle Versionen bieten sechs Airbags, elektrische Fensterheber und ein in Höhe- und Weite verstellbares Lenkrad. Für zusätzliche 1.850 Euro für das Ausstattungsniveau „Active“ ist dann alles wichtige inklusive Klimaanlage und CD-Radio an Bord. Die getestete Dieselversion steht mit 16.600 Euro in der Preisliste, kommt dann aber bereits als „Active“ daher. Peugeot zeigt beim 208, wie man der ständigen Aufwärtsspirale entkommt, ohne Zugeständnisse bei Raumangebot und Komfort zu machen. Der Vier-Meter-Kleinwagen wartet mit zahlreichen Ideen auf, die zwar nicht immer genial (siehe Cockpitaufbau), aber zumindest charmant und originell sind. So sticht er aus dem großen Angebot an Kleinwagen auf seine Art heraus.

Foto: Peugeot