Seat Mii Ecomotive - Komfort hat seinen Preis

Montag, 14. Dez. 2015

Kleinstwagen gelten als besonders günstig in der Anschaffung. Sind sie auch, sofern man die Basisversion wählt. Darf es ein wenig mehr Komfort sein, klettert der Preis schnell nach oben wie unser Testwagen Seat Mii zeigt.

Foto: Seat

Seat Mii Ecomotive - Komfort hat seinen Preis

Kleinstwagen gelten als besonders günstig in der Anschaffung. Sind sie auch, sofern man die Basisversion wählt. Darf es ein wenig mehr Komfort sein, klettert der Preis schnell nach oben wie unser Testwagen Seat Mii zeigt. Putzig sieht er nicht aus. Der neue Seat Mii ist zwar ein Kleinstwagen, spielt aber nicht die „Ach, wie bin ich süß“-Karte aus wie so manch einer aus der Kurzen-Fraktion. Wo seine Konzerngeschwister Skoda Citygo und VW up eher brav gezeichnet sind, kann der Mii durch ein paar geänderte Karosserieteile schicker und sportiver auftreten. Im Alltagstest durfte der Kleine zeigen, was er außer der Optik noch zu bieten hat. Platz zum Beispiel: Obwohl der automobile Zwerg nur 3,56 Meter lang ist, punktet er mit vergleichsweise komfortablen Raumverhältnissen für bis zu vier Erwachsene. Selbst der Kofferraum kann sich noch sehen und beladen lassen. In der Grundstellung fasst das Gepäckteil 251 Liter, klappt man die Rücksitzlehne um, sind es bis zu 951 Liter. Dank der knappen Außenabmessungen hat man indes mit dem Mii bei der Parkplatzsuche die Stoßstange vorn. Wo andere noch suchen müssen, steht man bereits in kleinen Parklücken. Selbst breite SUV-Dickschiffe rechts und links neben der Parkbucht stören nicht, da der kleine Spanier nur 1,65 Meter in der Breite misst und somit mit den veralteten Normen für Parkplätze keine Probleme hat. Positiv überraschte der Mii auch an der Tankstelle. Der von uns gefahrene 55 kW/75 PS starke Dreizylinder in der Ecomotive-Variante gab sich nicht nur laufruhig, sondern auch sparsam. Im Durchschnitt verbrauchten wir dank Start-Stopp-Automatik sowie Bremsenergierückgewinnungs-System 5,3 Liter. Damit verfehlten wir zwar die Werksangaben von 4,2 Litern (CO2-Ausstoß: 98 g/km), aber immerhin nicht allzu deutlich, und waren außerdem wir - im Rahmen von 75 PS - flott unterwegs. Natürlich darf man keine Beschleunigungswunder erwarten. Diese dauern etwas länger. Gute 13 Sekunden muss man für den Standardspurt einplanen und auch die Höchstgeschwindigkeit von 172 km/h ist nicht rekordverdächtig. Sie reicht aber, um auf der Autobahn nicht als Verkehrshindernis zu stören. Bis Tempo 140 schwimmt man im Verkehr souverän mit. Geschwindigkeiten, die darüber hinausgehen, quittiert der Mii mit lautem Motorengebrumm sowie mit erhöhtem Verbrauch. Klar, man kann sich auch mit dem 44 kW/60 PS starken dreitürigen Basismodell zufrieden geben, das ab 8.890 Euro erhältlich ist. Allerdings muss man auf Servolenkung (Viel Spaß beim Rangieren und Einparken), eine Einstiegshilfe für die hinteren Plätze (Die Oma will ja eh nichtfahren) verzichten und sich mit nur manuell einstellbaren Außenspiegeln sowie Kurbeln für die Fenster zufriedengeben. Ach ja: Eine Radio fehlt hier genauso wie die technische Vorbereitung dafür, die Rückbank lässt sich nur einteilig umklappen und der Fahrersitz kann in der Höhe nicht verstellt werden. Immerhin: Die fünf Sterne Wertung bei dem NCAP-Crashtest kostet keinen Aufpreis.