Cadillac ATS - Mit Kleinen Größe zeigen

Montag, 11. Jan. 2016

Früher stand Cadillac für erschwinglichen Luxus und gigantische Straßenkreuzer. Heute sind die noblen Amerikaner nicht nur beim Preis, sondern auch bei den Abmessungen klein. So zielt die Sportlimousine ATS direkt auf die relativ kompakten Premium-Rivalen BMW 3er oder Audi A4. Statt V8-Power von gestern genügt dem neuen ATS ein kräftiger Vierzylinder.

Foto: Cadillac

Cadillac ATS - Mit Kleinen neue amerikanische Größe zeigen

Früher stand Cadillac für erschwinglichen Luxus und gigantische Straßenkreuzer. Heute sind die noblen Amerikaner nicht nur beim Preis, sondern auch bei den Abmessungen klein. So zielt die Sportlimousine ATS direkt auf die relativ kompakten Premium-Rivalen BMW 3er oder Audi A4. Statt V8-Power von gestern genügt dem neuen ATS ein kräftiger Vierzylinder.

Im Jahr ihres 110. Jubiläums will es die traditionsreichste amerikanische Nobelmarke endlich wissen. Mit neu formiertem Modellprogramm attackiert Cadillac die deutschen Premiumhersteller auf ihrem Heimatmarkt. Schärfste Speerspitze und Einsteigermodell ist dabei die nur 4,64 Meter lange Sportlimousine ATS, die direkt auf BMW 3er, Audi A4 und Mercedes-Benz C-Klasse zielt. Vorbei die hubraumgewaltigen Cadillac-V8-Flaggschiffe vergangener Tage: für Durchsetzungsvermögen in der prestigeusen Businessklasse soll im ATS ein 203 kW/276 PS starker Vierzylinder sorgen. Damit präsentiert sich der Cadillac im Konkurrenzumfeld als Downsizing-Vorreiter. 8,2 Liter konsumiert der Cadillac laut Norm auf 100 Kilometer, ein nach amerikanischen Maßstäben günstiger Wert, den jedoch die leistungsebenbürtigen oder stärkeren deutschen Limousinen unterbieten. Gänzlich passen muss der ATS bei der Frage nach einem Diesel, den hierzulande jeder zweite Mittelklassekäufer ordert. Dafür bietet der Cadillac klassischen Hinterradantrieb wie die Vorbilder aus München und Stuttgart. Nicht fehlen darf deshalb auch der optional bestellbare 4x4-Antrieb. In jedem Fall kann es der ATS bei den fahrdynamischen Qualitäten durchaus mit den Talenten der Deutschen aufnehmen. Einen deutlichen Wettbewerbsvorteil verspricht sich Cadillac bei den Preisen. Wenn der ATS im Dezember in den Verkaufsräumen der deutschen Cadillac-Händler rollt, kostet er in der bereits gut ausgestatteten Basisversion ab 37.500 Euro. Damit ist die nordamerikanische Nobellimousine mindestens 7.000 Euro preiswerter als die süddeutsche Konkurrenz. Voll ausgestattet mit Allradantrieb und komplettem Sicherheitspaket (einschließlich Head-Up-Display, Abstandstempomat sowie intelligentem Bremsassistenten mit Kollisionswarner) steht der ATS zwar mit 57.950 Euro in der Preisliste, ist aber immer noch wesentlich günstiger als die deutschen Premium-Platzhirsche. Ausdrucksstarkes Design im Stil der aktuellen Cadillac-Linie, ein fast schon mit Liebe verarbeitetes Interieur mit beinahe allen derzeit üblichen Ausstattungsfeatures der anspruchsvollen Mittelklasse und bis auf den etwas knapp gehaltenen Kofferraum ausreichende Platzverhältnisse im ATS sind ebenfalls Argumente, die gleichermaßen Herz und Kopf ansprechen. Größtes Verkaufshindernis für den ATS könnte jedoch das dünne Cadillac-Vertriebsnetz in Deutschland sein. Insgesamt gibt es sechs Vertragspartner, die Mehrzahl davon im urbanen Umfeld. Damit teilt Cadillac das Schicksal von Lexus oder Infiniti. So werden sich wahrscheinlich weiterhin vor allem Individualisten für die Marke mit dem Logo des Lorbeerkranzes entscheiden.