Mazda6 - Die Seele der Bewegung

Mazda6
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Mazda6 - Die Seele der Bewegung

Mazda zeigt schon seit 2010 diverse Studien, die einen Ausblick auf die Gestalt der nächsten Generation des Mazda6 gestatten sollten. Auf der Moskau Motor Show im August wurden die Schleier von der endgültigen Serienversion endlich gelüftet, jetzt stand der Mittelklassewagen zu ersten Probefahrten bereit. Kombi und Limousine werden zum gleichen Preis angeboten, wenigstens 24.990 Euro sind für den neuen Mazda fällig.

Dass der Kombi nicht teurer als die von coupéhaften Konturen gekennzeichnete Limousine ist, gibt der Baureihe eine Alleinstellung im Modellangebot. Allerdings sind beide Versionen von unterschiedlicher Größe. Der Viertürer misst 4,87 Meter in der Länge und hat einen üppigen Radstand von 2,83 Meter, der Kombi bringt es nur auf 4,80 Meter Länge und 2,75 Meter Radstand. Er bietet trotz des Größennachteils ein beachtliches Transportvolumen, 1.664 Liter passen maximal in seinen Kofferraum. 489 Liter sind es bei der Limousine, was in Anbetracht ihres üppigen Formates nicht unbedingt beeindruckt.

Kodo nennt Mazda-Chefdesigner Akira Tamatani die Formensprache des neuen Sechsers. Zu übersetzen wäre der japanische Begriff freizügig mit „Die Seele der Bewegung“. In den fließenden Linien und sanften Rundungen der Karosserie sollen sich Muster erkennen lassen, die auch in der Natur bei Wind oder Wellen zu sehen sind. Die betonten Kotflügelkanten könnten eine solche natürliche Bewegung nachahmen, die Chromspange unter dem neu interpretierten Kühlergrill verbindet die beiden schmalen Scheinwerfer wie ein Lichtreflex im Eis. Wie auch immer – formal ist der Mazda6 gelungen, vielleicht wurde allenfalls zu viel Betonung auf die wuchtige Motorhaube gelegt, die sich dominant vor der Frontscheibe wölbt.

Wie die neuen Modelle bei vergangenen Generationswechseln hat auch der neue Mazda6 deutlich an Gewicht verloren. 1.300 Kilogramm wiegt das Basismodell der Limousine, der Kombi bringt es auf mindestens 1.320 Kilogramm. Das sind 50 beziehungsweise rund 100 Kilogramm weniger als die vergleichbaren Vorgänger wiegen. Man habe jedes Bauteil genau betrachtet und nach weniger schweren Alternativen beim Materialeinsatz oder der Form gesucht, sagt Hiroshi Kajiyama, Programm-Manager für den Mazda6. Für geringeren Benzinverbrauch soll außerdem das neue „i-Eloop“-System sorgen. Hier speichert ein Hochleistungskondensator die beim Bremsen zurückgewonnene Energie zwischen und speist sie dann in verträglichen Dosen in das Bordnetz zurück. Außerdem seien so alle elektrischen Verbraucher bis zu zwei Minuten lang ohne Motorbetrieb zu versorgen.

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Drei Benziner in den Leistungsstufen 107 kW/145 PS und 121 kW/165 PS in der Zweiliter-Version sowie 141 kW/192 PS als 2,5-Liter-Benziner und zwei Diesel (2,2 Liter, 110 kW/150 PS und 129 kW/175 PS) stehen im neuen Mazda6 zur Wahl. Der leistungsschwächere der Selbstzünder (etwa 25.500 Euro) markiert mit 3,9 Liter je 100 Kilometer einen Spitzenwert beim Verbrauch, alle Motoren sind mit einer Start-Stopp-Automatik kombiniert. Der 2,5-Liter-Benziner und beide Diesel werden serienmäßig mit dem i-Eloop-System ausgestattet.

Munter unterwegs ist der Mazda6 mit beiden Selbstzündern. Vor allem leise gehen sie ans Werk und lassen es in keiner Version an Durchzugsvermögen vermissen. Der 2,5-Liter-Benziner geht da deutlich brummiger ans Werk, kann aber bei Beschleunigung (7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h) und bei der Höchstgeschwindigkeit (223 km/h) mit dem stärkeren Diesel mithalten, Der allerdings verbraucht lediglich 4,5, der Benziner 6,3 Liter Sprit auf 100 Kilometer.

Die Schaltung macht einen etwas knochigen Eindruck, funktioniert aber präzise und mit kurzen Wegen. Die Lenkung vermittelt gutes Fahrbahngefühl, ist aber nicht ganz frei von den Einflüssen des Antriebs. Die Übersicht vom Fahrerplatz ist außerordentlich gut, die Sitzfläche allerdings viel zu kurz, auf längeren Strecken drohen bald Ermüdungserscheinungen. Die ausgewogene Federung kann Pluspunkte sammeln, sie ist komfortabel und bei betont agiler Fahrweise nicht überfordert. Wenig Seitenneigung der Karosserie in Kurven ist die Folge, die Bremsen sprechen weich und gut dosierbar an.

Eine Fülle von Assistenzsystemen ist entsprechend der drei Ausstattungslinien mit dabei, unter anderem Abstandstempomat, Spurhaltewächter, Totwinkel-Assistent und die City-Notbremsfunktion finden sich an Bord. Letztere funktioniert tatsächlich mit höchster Wachsamkeit und stoppt den Mazda6 auch vor sich nur zögerlich öffnenden Schranken an Autobahnmautstellen mit eindrucksvoller Konsequenz.

Ein ordentliches Raumangebot findet sich vorne wie hinten. Besonders im Fond ist die Kopffreiheit sehr anständig, das Ein- und Aussteigen geht ganz leicht. Ablagen und Fächer sind in ausreichender Zahl an Bord, was jedoch nicht gefällt ist der schräg in den Fahrerbereich ragende Feststellhebel der mechanischen Handbremse und die nicht ganz stilsichere Materialwahl und Farbgebung an der Schalttafel.

Der neue Mazda6 ist gelungen. Formal wie technisch. Beim Verbrauch setzt er Maßstäbe und beim Preis muss er sich vor den billige Koreaner nicht fürchten. 29.000 Sechser will Mazda 2013 in Europa verkaufen, bei uns kommen die ersten Wagen ab 2. Februar auf die Straßen. 70 Prozent davon sollen Kombis sein, die Limousine, die heute neben dem künftig nicht mehr angebotenen Fließheckmodell mit weniger als fünf Prozent Anteil vor sich hin dümpelt, wird nach den Erwartungen der Mazda-Planer künftig deutlich mehr Kunden begeistern als bisher




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