Mercedes SLS AMG Electric Drive

Mittwoch, 12. Okt. 2016

Mercedes bietet seinen Supersportwagen SLS nun auch mit Batterieantrieb an. Leistungseinbußen müssen Käufer kaum befürchten.

Foto: Daimler

Mercedes SLS AMG Electric Drive - Mit vier Motoren an die Leistungsspitze

Mercedes bietet seinen Supersportwagen SLS nun auch mit Batterieantrieb an. Leistungseinbußen müssen Käufer kaum befürchten.

Mercedes bringt im Juni den schnellsten Seriensportwagen mit Elektroantrieb auf den Markt. Auf dem Pariser Autosalon (bis 14. Oktober) können Interessenten den von vier Elektromotoren bewegten Boliden schon mal in Augenschein nehmen. Und den Kontostand überprüfen: Mit 416.500 Euro ist der SLS AMG Coupé Electric Drive mehr als doppelt so teuer wie die konventionell angetriebene Version. Anders als bei gängigen Elektroversionen von Autos mit Verbrennungsmotor wurde nicht einfach der 420 kW/517 PS starke V8-Benziner ausgebaut und durch einen E-Motor ersetzt. Stattdessen gibt es gleich vier Stromtriebwerke – für jedes Rad eines. Die an der Achse statt an der Radnabe montierten Motoren können einzeln angesteuert und je nach Fahrsituation individuell abgebremst oder beschleunigt werden. So lässt sich in der Kurve beispielsweise mehr Kraft auf das äußere Rad lenken, um geringer Radien zu ermöglichen – ähnlich wie bei der von Getrieben unterstützten Torque-Vectoring-Technik bei konventionellen Sportwagen. Gemeinsam entwickeln die vier Triebwerke 552 kW/751 PS Leistung und ein maximales Drehmoment von 1.000 Nm. Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 ist so nach 3,9 Sekunden absolviert und dauert lediglich eine Zehntelsekunde länger als beim V8-Modell. In Sachen Höchstgeschwindigkeit muss sich der Elektro-Sportler aus Rücksicht auf die Lithium-Ionen-Akkus allerdings mit elektronisch begrenzten 250 km/h zufrieden geben. Das konventionelle Pendant rennt noch einmal 67 km/h schneller. Allerdings stößt der batteriebetriebene SLS während der Fahrt auch keine Schadstoffe aus. Rund 250 Kilometer pro Ladung des 60 kWh großen Akkus sollen möglich sein. Dann muss die nächste Steckdose angesteuert werden. Oder die mitgelieferte Wallbox in der eigenen Garage; dort sollen die Batterien nach 2,5 Stunden wieder ihre volle Leistungsfähigkeit erreichen. Um die Reichweite möglichst groß zu halten, wurde zahlreiche Bauteile aus Aluminium und Karbon gefertigt. Den gegenüber dem V8-Modell notwendigerweise weniger emotionalen Motorsound des E-Modells gleicht ein eigens komponiertes Fahrgeräusch aus, das über elf Lautsprecher in den Innenraum übertragen wird. Dieses passt sich der Motordrehzahl und dem aktuellen Fahrzustand an und wird mit einer Geräuschunterdrückung kombiniert, die ungewollte Frequenzen eliminiert. Äußerlich verraten unter anderem eine modifizierte Frontschürze, ein geänderter Kühlergrill und abgedunkelte Leuchten den neuartigen Antrieb. Wer gerne auffällt, kann zudem die exklusiv für die E-Version angebotene Lackfarbe „Electricbeam Mango“ ordern, ein grelles Gelbgrün.