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Citroen DS5 THP 200 - Design ist fast alles

Donnerstag, 13. Okt. 2016

Die DS-Linie von Citroen zeichnet sich vor allem durch futuristisches Design aus - ganz im Geiste des historischen Vorbildes. Technisch gibt sich der von uns gefahrene Franzose konventionell und das ist auch gut so.

Foto: Citroen

Citroen DS5 THP 200 - Design ist fast alles

Vor 57 Jahren wirkte der Citroen DS auf dem Pariser Autosalon wie ein Paukenschlag. Und zwar nicht deshalb, weil er aufs Gemüt zielte, gar auf den nostalgischen Affekt - sondern weil er auf einzigartige Weise in die Zukunft blickte. Technik und Stil ließen die etablierte Konkurrenz weit hinter sich; der DS war schneller, aerodynamischer und weitaus moderner als die anderen. Zeitsprung in unsere Epoche: Viele waren enttäuscht, als Citroen vor wenigen Jahren eine DS-Linie ankündigte - und damit nicht etwa nach Art von Beetle und Mini einen aufgeblähten Neuaufguss von Uralt-Formen definierte, sondern auf eine sehr moderne Formensprache setzte. Und so mancher wird sich eine Träne aus dem Auge gewischt haben, als die Franzosen den DS3 gar mit dem Slogan "Anti-Retro" bewarben. Es folgten der DS4 - ein aufgewerteter C4, bei dem sich coupéhafte und rustikale Motive abwechseln - und der DS5, der sich konzeptionell zwischen Limousine, Kombi und Van einordnet. Ein echter DS also? Wie sein historisches Vorbild hebt sich der mindestens 29.350 Euro teure DS5 stilistisch deutlich von seinen Konkurrenzmodellen ab. Nicht nur auf den ersten Blick wirkt der Franzose wie ein Concept Car, die verwendeten Materialien zeugen von Liebe zur Innovation. Auch im Innenraum fühlt man sich in die Zukunft versetzt, genauer genommen in eine Zukunft, wie sie von Science-Fiction-Serien der siebziger und achtziger Jahre verhießen wurde. Die in die Windschutzscheibe projizierten Skalen, die futuristische Dachkonsole oder die elektrisch zu verhüllenden Glaselemente im Dach - all dies vermittelt die kühle Strenge und Präzision der Kommandozentrale eines Raumschiffs auf extraterrestrischer Mission. So modern sich der DS5 gibt, so etabliert ist die verwendete Technik. Tatsächlich fällt der DS5 teils hinter die konventioneller gezeichnete und ältere Baureihe C5 zurück. So bemüht sich ein konventionelles Fahrwerk, dem hohen Standard der markeneigenen Hydropneumatik zumindest nahezukommen, und das hochmoderne Lenkrad mit feststehender Nabe gibt es im DS5 nicht. Unter der Haube des von uns getesteten DS5 THP 200 sitzt ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbomotor aus einer Kooperation mit BMW, der bei 5.800 U/min glatte 147 kW/200 PS entwickelt. Das maximale Drehmoment liegt bei 275 Nm, die schon bei 1.700 U/min anliegen. Lieferbar ist dieser Motor ausschließlich mit einem leichtgängigen Sechsgang-Schaltgetriebe; Citroen bietet jedoch noch eine Reihe weiterer Antriebsoptionen an, teils mit Automatikgetriebe. Dazu zählt auch eine Hybrid-Variante, die zwar teurer ist als der THP 200, die Fahrleistungen des Benziners jedoch nicht annähernd erreicht. Und die sind beeindruckend: Der Spurt von 0 auf 100 km/h gelingt in 8,2 Sekunden, die Spitze liegt bei 235 km/h. Beim Hybrid ist bei 211 km/h Schluss. Immerhin kann die Öko-Variante niedrige Verbrauchswerte ins Treffen führen - schließlich basiert sie auf einem Diesel. Der THP 200 kann sich mit einem Normverbrauch von 6,7 Litern pro 100 Kilometer allerdings ebenfalls sehen lassen. In der Praxis werden 9 Liter nur selten überschritten. Zudem bleibt der Benziner in allen Situationen leise und vibrationsarm. Zum starken und komfortablen Turbo-Benziner passt das gut abgestimmte Fahrwerk, das auch bei Autobahntempo hohe Spurstabilität gewährleistet. Im Grenzbereich untersteuert der Franzose; die Federung ist durchaus schluckfreudig, an die beim C5 praktisch zur Perfektion weiterentwickelte Hydropneumatik kommt der DS5 allerdings nicht heran. Das Platzangebot im eher kompakten und sehr übersichtlichen DS5 ist großzügig, die Sitzposition relativ flach. Stauraum ist reichlich vorhanden - er lässt sich von 468 auf 1288 Liter erweitern. Wer viel transportieren möchte, sollte auf den Hybrid verzichten: Die Elektro-Module kosten fast 150 Liter Stauraum. Und so bleibt die Empfehlung, vor allem den THP 200 - er kostet kaum 4.000 Euro mehr als ein schwach motorisierter Einstiegs-DS5, jedoch viel weniger als ein Hybrid - in Erwägung zu ziehen: Er ist der Beste seiner Art. Im Gegensatz zu seinem Ahnherrn wird er kein neues Kapitel in der Automobilgeschichte aufschlagen. Aber in seiner Epoche ist er trotzdem etwas Besonderes.