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Range Rover's kleiner Lord

Dienstag, 22. Nov. 2016

Mit dem Range Rover Evoque präsentieren die englischen Geländewagen-Spezialisten seit 2011 einen völlig neuen Stil bei den Geländewagen. Die sechste Baureihe der Marke musste allerdings beweisen, dass sie kein Blender ist. Dies ist umso wichtiger, da die Konkurrenten Audi Q3, BMW X1 oder VW Tiguan heißen. Ein Fahrbericht mit dem 140 kW/190 PS starken Diesel.

Foto:Rover

Range Rover's kleiner Lord

Wer an Range Rover denkt, weckt zuerst Assoziationen von riesigen und kantigen Geländewagen mit dem etwas angestaubten Image englischer Landadel-Architektur. Jahrzehnte stand Range Rover für Menschen in Tweedjacken, Schirmmützen, von Hand genähten Schuhen aus Pferdeleder aus der Londoner Bond Street und Burberry-Schals gegen das allgegenwärtige britische Schmuddelwetter. Da wirkt der Range Rover Evoque wie eine große Kulturrevolution: emotional, modern, polarisierend.

Die direkten Konkurrenten des Range Rover Evoque wie Audi Q3, BMW X1 oder VW Tiguan stehen optisch neben dem Briten wie Schüleruniformen neben dem maßgeschneiderten Partyoutfit da. Obwohl er mit 1,65 Metern rund zehn Zentimeter höher ist als zum Beispiel der BMW X1, trägt der Evoque auffallend schmale Seitenscheiben zur Schau, was ein Ergebnis der abfallenden Dachlinie und ansteigender Taille ist. Auch die Breite von 1,97 Metern fällt beim Evoque im Vergleich zu den Konkurrenten üppig aus. Großzügige Höhe und Breite sorgen für ausgezeichnete Platzverhältnisse auf allen Plätzen.

Interieur

Auf den vorderen Sitzen, die vielfach optimal verstellbar sind, sitzen Fahrer und Beifahrer nahezu perfekt. Die breite Mittelkonsole und die dicken Türverkleidungen vermitteln zudem ein gutes Sicherheits- und Geborgenheitsgefühl. Und schon in der Basisaustattung kann sich der Kunde über edle Materialien, gebürstetes Aluminium und Teilledersitze freuen. Die Armaturen des allradgetriebenen Evoque sind übersichtlich und gut ablesbar angeordnet. Und zur Bedienung muss der Fahrer nicht erst einen Lehrgang absolvieren. Alles passt und ist da, wo es hingehört. Als einzigen negativen Punkt zum Thema Innenraum schlägt die Kapazität des Kofferraums zu Buche. 420 Liter Ladevolumen entsprechen eher einem Kompaktwagen.

Anstelle eines normalen Wahlhebels findet der Fahrer bei der Automatikversion auf der Mittelkonsole einen Drehwahlknopf vor. Daneben liegt der Schalter für die elektrische Parkbremse und die Bedientaste für das Allradsystem.

Foto: Rover

Schwergewicht mit starkem Motor

2,2 Liter Hubraum und 140 kW/190 PS sorgen dank Turbolader für ausgezeichnete Fahrleistungen. Das Triebwerk beschleunigt den 1,7 Tonnen schweren SUV in 8,1 Sekunden auf 100 km/h und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Die aber ist im Vergleich zur Konkurrenz verwunderlich niedrig. Ein gleich motorisierter BMW schafft da rund 30 km/h mehr. In der Beschleunigungsphase arbeitet die Sechsgangautomatik ganz gelassen und ruhig. Sie schaltet früh und der Motor fühlt sich dank des Drehmoments von 420 Newtonmetern auch bei niedrigen Drehzahlen wohl. Schön auch, dass der Vierzylinder-Diesel zudem ausgesprochen laufruhig agiert. Auf kurvigen Landstraßen überzeugt der Evoque mit einer direkten Lenkung und einem straffen, aber trotzdem genügend Komfort vermittelnden Fahrwerk. Es sorgt dafür, dass der SUV Kurven nahezu neutral meistert. Und auch an der Tankstelle kann sich der Fahrer freuen. Trotz forcierter Gangart benötigt der Brite im Schnitt nur 8,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Für ein Fahrzeug dieser Größe ein akzeptabler Wert, der sich bei mehr Zurückhaltung mit dem Gaspedal noch spürbar verringern lässt.

Foto: Rover

Der Evoque eignet sich sowohl für Urlaubsfahrten mit der ganzen Familie, zu Ausflügen ins Gelände oder zu Cruisen auf den einschlägigen Boulevards der Großstädte. Er macht in allen Situationen eine gute Figur. Schon in der Basisversion gibt es alle üblichen Sicherheitsfeatures, sogar ein Fahrer-Knieairbag gehört dazu. Weiterhin bekommt der Kunde serienmäßig 17-Zoll-Aluräder, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Zweizonen-Klimaautomatik, Tempomat, CC-Radio und Parkpiepser hinten. Und für alle, die den Evoque so noch immer zu bieder finden, bieten die Engländer auch noch eine Version mit zwei Türen als Coupé an.