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Kawasaki ER-6n und ER-6f

Donnerstag, 24. Nov. 2016

Vor sechs Jahren noch Debütanten, mittlerweile kann das Einsteiger Duo Kawasaki ER-6n und ER-6f viele zu seinen Freunde zählen. Kein Wunder, denn mit den Mittelklasse-Zwillingen finden sowohl altgediente Biker wie auch Einsteiger gutmütige, handliche und quirlige Motorräder zu bezahlbaren Preisen.

Foto: Kawasaki

Zwei Japaner im Test: Die Kawasaki ER-6n und ER-6f

Vor sechs Jahren noch Debütanten, mittlerweile kann das Einsteiger Duo Kawasaki ER-6n und ER-6f viele zu seinen Freunde zählen. Kein Wunder, bieten doch die beiden Zweizylinder-Bikes erschwinglichen Fahrspaß. Die nackte ER-6n und ihre vollverkleidete Schwester ER-6f setzen zwar auf denselben Antrieb, sind aber in ihrem Charakter dennoch recht unterschiedlich. Die Preise beginnen bei 6 995 Euro.

Dafür erhält der Kunde in beiden Fällen ein durchaus charismatisches Motorrad, wobei die pure ER-6n ihre Technik zur Schau stellt. Der Parallel-Twin thront im neu gestalteten Doppelrohr-Perimeter-Rahmen. Das auf der rechten Seite verbaute Federbein stützt sich gegen eine ebenfalls neue Hinterradschwinge ab..

Kawasaki will mit den Beiden nicht nur Einsteiger ansprechen, sondern auch erfahrene Biker: Wer anhand des Hubraums noch seine Nase über die vermeintliche "Mittelklasse" rümpft, der darf sich nicht wundern, demnächst die Rücklichter einer ambitioniert gefahrenen ER-6n zu sehen. Denn Kawasaki hat die kleine Japanerin nicht nur optisch etwas mehr auf Streetfighter getrimmt, sondern auch technisch. Bei dieser Evolution fanden die Ingenieure einige verbesserungswürdige Details. So gaben sie der ER nicht nur ein schlankeres Fahrwerk mit auf den Weg, sondern auch einen komfortableren Sitz.

Die Leistung des 649 Kubikzentimeter großen Aggregats blieb mit 53 kW/72 PS unverändert. Und doch wirkt der Motor kräftiger, weil der Zweizylinder vor allem auf einen fülligeren Drehmomentverlauf im unteren und mittleren Drehzahlbereich getrimmt ist. Ohne Schluckauf zieht der Twin sauber aus dem Standgasbereich voran und scheut auch hohe Drehzahlen bis in fünfstellige Regionen nicht. Wer flott unterwegs sein will, muss den Motor allerdings gar nicht so hoch drehen, steht doch auch unterhalb des Drehmomentzenits genug Druck für jede Menge Fahrspaß zur Verfügung.

Das zeigt sich auch an der Zapfsäule: Der Verbrauch klettert selbst bei sportlicher Fahrweise selten über sechs Liter. Wer hingegen ein wenig moderater fährt – und ab und an einen Blick auf die Eco-Anzeige riskiert – kann den Durst auch in Richtung der Fünfliter-Marke drücken, so dass in Kombination mit dem nun 16 Liter fassenden Tank Distanzen von gut 300 Kilometern möglich sind.

Die wirkungsvoll, aber nicht zu bissig zupackenden Bremsen der ER sind verläßliche Anker bei der Kurvenhatz über Landstraßen. Und hat es der Fahrer beim Bremsen einmal übertrieben, so hilft das fein ansprechende ABS, Schlimmes zu verhüten. Die 41-Millimeter-Telegabel kommt ohne Einstellmöglichkeiten aus, hinten lässt sich immerhin die Federbasis einstellen. Trotzdem sprechen die Federelemente sensibel auf alle Untergründe an, bieten Tourenkomfort und präsentieren sich auch bei flotter Kurvenfahrt ausreichend straff.

Die ER-6f spricht mit ihrer Verkleidung eher jene Motorradfreunde an, denen die Optik der nackten Variante zu futuristisch ausfällt oder gern längere Distanzen unter die Räder nehmen. Hier sorgt der Windschutz – die Form orientiert sich an der supersportlichen Kawasaki Ninja ZX-6R – für angenehmes Reisen auch jenseits von Tempo 150. Die fünf zusätzlichen Kilogramm Gewicht lassen sich dabei verschmerzen.

So wächst die Erkenntnis, dass die ER-6n ein verlockendes Angebot für alle Freunde der Landstraße darstellt, während sich die verkleidete Schwester ER-6f auch auf längeren Distanzen wohlfühlt. Die Erfolgsgeschichte des quirligen Duos wird weitergehen.