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Lexus GS: Der sanfte Sportler

Donnerstag, 13. Okt. 2016

Die Businessclass der gehobenen Limousinen ist für jeden Premiumhersteller das Mekka in puncto Prestige und Gewinn. Seit 1991 tritt Lexus mit dem GS gegen Audi A6, Mercedes E-Klasse und BMW 5er an, in Deutschland stets mit bescheidenem Erfolg. Die vierte GS-Generation trumpft nun mit geschärfter Technik und emanzipiertem Design auf

Foto: Lexus

Lexus GS: Der sanfte Sportler

Die Businessclass der gehobenen Limousinen ist für jeden Premiumhersteller das Mekka in puncto Prestige und Gewinn. Der GS markierte 1991 den zweiten Schritt in der Strategie von Toyota, mit Lexus eine vollkommen neue Marke im Premiumbereich zu etablieren. Nach dem sensationellen Erfolg der Oberklasse-Limousine LS, die 1989 Lexus als Marke begründet hatte, leistete der GS Aufbauarbeit für eine komplette Modellfamilie. Während sich der GS in den USA und in Japan stets auf Augenhöhe mit dem etablierten Wettbewerb durch Audi, BMW und Mercedes messen konnte, reichte es für den GS in Europa und speziell im Heimatland der deutschen Premiummarken allenfalls zu Achtungserfolgen. Beachtung fand vor allem der 2005 eingeführte Hybridantrieb, mit dem der GS endlich eine technische Alleinstellung reklamieren konnte. Ab Mitte Juni bringt Lexus nun die komplett neu entwickelte vierte Generation der Limousine in den Handel.

Beim Antrieb stehen zwei Alternativen zur Auswahl: Der GS 250 ab 42 500 Euro verfügt über einen neuen V6-Benzindirekteinspritzer mit 2,5 Liter Hubraum und 154 kW/209 PS. Das Herzstück der Baureihe bildet zu Preisen ab 54 750 Euro der Vollhybrid GS 450h. Sein Antrieb verbindet einen 3,5-Liter-V6-Benzinmotor mit 213 kW/290 PS mit einem wassergekühlten Elektromotor und einer Nickel-Metallhydrid-Batterie mit 31 kW/55 PS, was sich zu einer Systemleistung von 254 kW/345 PS addiert. Der Normverbrauch attestiert dem GS 450h 5,9 Liter pro 100 Kilometer. Das entspricht einer Verbrauchssenkung von 22 Prozent gegenüber dem Vorgänger.

Mit dem Startknopf aktiviert der Fahrer nicht etwa den Benzinmotor, sondern das Hybridsystem. Nach Einlegen der Automatikfahrstufe "D" setzt sich die rund 1,8 Tonnen schwere Limousine zunächst rein elektrisch und dabei völlig lautlos in Bewegung. Erst bei Tempo 40 schaltet sich der Verbrennungsmotor zu. Bis zu einem Kilometer soll der GS so emissionsfrei zurücklegen können. Tritt der Fahrer kräftig aufs Gas, beamt die Kraft der zwei Herzen den GS 450h in gerade 5,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Erst wenn 250 km/h im gut ablesbaren Head-up-Display stehen, setzt die Elektronik dem Vortrieb ein Ende. Seine Leistung liefert der Antrieb dabei sehr harmonisch und gleichmäßig ab. Völlig unauffällig gibt sich dabei das stufenlose Getriebe des Hybriden. Den Normverbrauch von 5,9 Litern pro 100 Kilometer zu erreichen, erweist sich als utopisch. 7,5 Liter sind bei zartem Gasfuß drin – angesichts der gebotenen Leistung ein mehr als akzeptabler Wert.

Mit dem adaptiven Fahrwerk haben die Entwickler eine überzeugende Arbeit abgeliefert. Die Abstimmung lässt sich einmal komfortabel oder alternativ sportlich straff konfigurieren. Die elektronische Steuerung regelt in beiden Fällen die Kennlinie der Stoßdämpfer automatisch. Das verleiht dem GS auch auf kurvigen Landstraßen eine hohe Agilität, die eine präzise Lenkung unterstützt. Kräftige, hervorragend dosierbare Bremsen unterstreichen das sportliche Temperament der Limousine. Bei der ersten Ausfahrt hat der neue GS einen rundum überzeugenden Auftritt abgeliefert.