Maserati Gran Tourismo

 Maserati Gran Tourismo

300 km/h Spitze bei Maseratis Familien-Gran Tourismo

Gran Tourismo haben beim italienischen Sportwagenhersteller Maserati eine lange Tradition. Seit 2007 bietet Maserati seinen Kunden das viersitzige Coupé GranTurismo an. Insgesamt konnten die Italiener davon bis heute 15 834 Fahrzeuge verkaufen. 2011 waren es 2 706 Einheiten. Damit avancierte der GranTurismo zum meistverkauften Modell der Italiener, deren Gesamtverkaufszahlen sich auf insgesamt 6 158 Autos 2011 beliefen. Nun haben die Italiener ihr Erfolgsmodell aufgewertet, und Merkmale der sportlichsten Version MC Stradale adaptiert, den Innenraum veredelt und die Leistung nochmals um 20 PS auf 338 kW/460 PS gesteigert. Wir konnten den aufgepeppten GranTurismo Sport bereits fahren.

Optik

Hier muss genau hingeschaut werden, um die neue Variante zu erkennen. Leicht veränderter Frontspoiler, neues Innenleben der Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht und der Dreizack, das Markensymbol von Maserati, leuchtet jetzt in roter Farbe. Dies ist ein typisches Merkmal, für das stärkste Modell der jeweiligen Baureihe. Am Heck sorgt jetzt LED-Lichttechnik für eine leicht veränderte Optik. Gleiches gilt für die dunkel lackierten Endrohre der Auspuffanlage. Im Innenraum können es sich die Frontpassagiere auf neuen Sitzen gemütlich machen. Neu geformt bieten sie den Fond-Passagieren ein wenig mehr Beinfreiheit und Komfort. Sie lassen sich vielfältig elektrisch verstellen und selbst groß gewachsene Menschen finden eine ausgezeichnete Sitzposition hinter dem jetzt an der Unterseite leicht abgeflachten Sportlenkrad. Dieses wirkt allerdings für einen Sportwagen immer noch recht groß und wuchtig.

Innenraum

Der Innenraum ist übersichtlich gestaltet. Die Instrumente sind leicht ablesbar, alle Schalter leicht erreichbar. Mit seinen 460 PS ist der GranTurismo Sport die stärkste Variante dieser Modellreihe, aber nicht unbedingt die sportlichste. Dies bleibt dem MC Stradale vorbehalten, der einige Kilogramm weniger Gewicht auf die Waage bringt. Durch leichte Veränderungen an der Hard- und Software des starken 4,7-Liter-V8-Motor konnten die Techniker die Leistung und Drehmoment nochmals um bis zu 20 PS beziehungsweise 30 Nm anheben.

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Antrieb

Das Triebwerk schiebt nach wie vor kräftig an und verlangt trotz seines Drehmoments von 520 Newtonmeter vehement nach Drehzahlen, da das maximale Drehmoment erst bei hohen 4 750 Umdrehungen anliegt. Zur Wahl stehen zwei Getriebe, eine Automatikbox mit sechs Fahrstufen und ein elektrifiziertes Sechsgang-Getriebe. Beim letzteren sollen sich die Schaltzeiten gegenüber dem Basismodell spürbar verkürzen. Doch im Fahrbetrieb konnte sich das nicht bestätigen, zumal die schnellsten Schaltzeiten nur dann erfolgen, wenn mindestens 5 000 Umdrehungen der Kurbelwelle erreicht sind und das Gaspedal zu 80 Prozent durchgetreten ist. Da bieten kurvige Landstraßen nur wenig Möglichkeiten, dies wirklich auszunutzen. Aber auch auf der Autobahn ließ sich dieser Vorteil nicht unbedingt feststellen. Es geht eher etwas unharmonisch zu, wenn der Maserati seine Gänge selber wechselt oder wenn der Fahrer an der Lenkradwippe zum Hochschalten zieht. Da arbeitet die von uns ebenfalls gefahrene Automatikvariante wesentlich harmonischer.

Fahrwerk

Das Fahrwerk bügelt Bodenwellen auf der Fahrbahn trotz seiner straffen Abstimmung ausgesprochen gut weg und sorgt bei zügiger Fahrweise für gute Kurvenstabilität. Zu schnelle Gangweisen quittiert das Coupé mit einem herausschwenkendem Heck, aber nur, wenn das ESP ausgeschaltet ist. Bei ungebremster Beschleunigung schafft es der Hecktriebler in 4,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Ein herrlich dumpfes Grollen untermalt jeden Zwischenspurt. Weithin hörbar aber auch der Aufschrei an der Tankstelle, schließlich verbraucht der Maserati GranTurismo Sport im Schnitt 14,5 Liter, bei flotter Gangart sind aber auch ohne weiteres über 20 Liter pro 100 Kilometer möglich.

Wer allerdings das nötige Kleingeld für den GranTurismo Sport hat, wird sich darüber nicht viele Gedanken machen wollen. Die Automatikversion beginnt bei 123 520 Euro, für die Version mit elektrischen Getriebe werden 129 120 Euro fällig. Der Mehrpreis gegenüber dem Gran Turismo beträgt in beiden Fällen rund 2 000 Euro.




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