Audi dieselt effizienter

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Audi dieselt effizienter

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Zwei Prototypen standen auf dem Sturup Raceway in der Nähe von Malmö bereit. Keine getarnten Neufahrzeuge, eher gute alte Bekannte aus der Audi Riege.

Zu Deinem Neuwagen

Ein A6 TDI concept und ein RS5 TDI concept. Cool bemalt und lackiert, der A6 in mattweiß und der RS5 in mattschwarz. Die eigentliche Besonderheit befindet sich bei den beiden Fahrzeugen unter der Haube. Beide Modelle sind mit einem elektrisch angetriebenen Verdichter ausgestattet, der das berühmt-berüchtigte Turboloch eliminieren soll.

Das Prinzip

Wesentlicher Bestandteil dieses elektrischen Verdichters in zunächst einmal ein 48-Volt-Teilbordnetz. Dieses ergänzt das klassische 12-Volt-Netz. Die erheblichen Vorteile der höheren Spannungsausbeute sind geringere Leistungsquerschnitte bei den Kabeln, die wiederum das Gewicht reduzieren und die Verlustleistung vermindern.

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  Der Betrieb des elektronischen Verdichters wird über dieses 48-Netz überhaupt erst ermöglicht, da das übliche 12-Volt-Netz mit der Versorgung der übrigen Verbraucher am Ende seiner Leistungskapazität angelangt ist. Eine von mehreren Anwendungsmöglichkeiten des erweiterten Netzes ist der Betrieb eines elektrischen Verdichters.

Die Funktionsweise ist einfach erklärt. Zusätzlich zum klassischen Abgasturbolader hat der elektrische Biturbo einen zweiten, seriell angeordneten Lader. Statt des Turbinenrades integriert er eine kleine E-Maschine, die das Verdichterrad mit maximal 7 kW Antriebsleistung innerhalb von 250 Millisekunden auf maximale Drehzahl beschleunigt.

Dieser Verdichter ist nach dem Ladeluftkühler angeordnet. Bei sehr niedrigen Drehzahlen und damit verbunden, geringer Abgasenergie am Turbolader selbst, wird die Bypassklappe geschlossen und die Luft durch den elektrischen Verdichter geleitet. Weg von der Theorie, hinein in die Praxis.

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Fahreindrücke

Der A6 TDI concept mit einem 3-Liter-TDI Monoturbo leistet 240 kW (326 PS) und stellt zwischen 1.500 und 3.500 Umdrehungen pro Minute ein Drehmoment von 650 Nm zur Verfügung. Der elektrische Verdichter füllt den Drehmomentverlauf unterhalb dieses Bereiches auf und reduziert beispielsweise die für zügige Überholvorgänge essentiell wichtige Beschleunigungsmarke von 80 auf 120 km/h von 13,7 auf 8,3 Sekunden!

Mit dem RS5 TDI concept kommt ein Biturbo zum Einsatz, der mit 283 kW (385 PS) im Drehzahlbereich von 1.200 - 2.000 Umdrehungen ein Drehmoment von 750 Nm generiert. Wir haben beide Konzepte auf der Rennstrecke mit Beschleunigungsrennen gegen einen Audi RS6 Avant ausprobiert und auf den ersten Metern problemlos mit dem 560 PS leistenden Geschoss mithalten können. Das macht auch den von Audi angegebenen Beschleunigungswert von 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h für den RS5 TDI concept mehr als plausibel.

Im Alltag sind aber nicht nur Beschleunigung und Überholvorgänge entscheidend. Der elektrische Verdichter erspart beispielsweise viele Rückschaltungen und hält damit das Drehzahlniveau niedrig, was insgesamt einen niedrigeren Verbrauch ermöglicht. So eignet sich der Verdichter für viele Modellreihen von Audi, prinzipiell auch in den mit Benzin angetriebenen. 


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Den ersten Einsatz wird er aber in der mittlerweile 25 Jahre alten TDI-Riege erfahren und das womöglich bereits im nächsten Jahr. Zudem werden die Vorteile des 48-Volt-Bordnetzes in weitere Komponenten einfließen. Beispielsweise in die leistungsintensiven Verbraucher wie thermoelektrische Heizelemente, elektromechanische Hinterradbremsen oder Motoraggregate wie Öl- und Wasserpumpen. Das Bordnetz kann zu einem großen Teil durch Rekuperation versorgt werden und damit den Kraftstoffverbrauch signifikant senken.

Fazit

Vorsprung durch Technik lautet der Slogan von Audi. In vielfacher Hinsicht immer wieder unter Beweis gestellt, unter anderem mit der stetigen Weiterentwicklung der Turbodiesel-Reihe TDI. Vor 25 Jahren erstmals in einen Audi A6 2.5 TDI auf der IAA vorgestellt, wurden bis heute rund 7,5 Millionen TDI-Motoren produziert.

Große Beachtung erfuhren die seit 2006 eingesetzten TDI-Rennmotoren in den Sportprototypen R15 TDI, R18 TDI, R18 ultra und dem R18 e-tron ultra. Seit dem Debut in Le Mans hat Audi bei neun Starts acht Gesamtsiege errungen. Zuletzt in diesem Jahr sogar einen Doppelsieg.

Die neue Technik mit dem elektrischem Verdichter, der das Turboloch faktisch aufhebt, den Verbrauch senkt und noch dazu den Fahrspaß und die Fahrdynamik erhöht ist ein weiterer Meilenstein des Vorsprung durch Technik bei Audi.

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Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München




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